Bis zu 113 Euro pro Monat - Mieterhöhungen fallen ab April geringer aus

Ab April 2026 tritt die neue Mietpreisbremse in Kraft. Viele Mieten in Österreich dürfen dann nur noch um einen vorgeschriebenen Wert angehoben werden. Was das konkret bedeutet und wer davon besonders profitiert, findet man hier auf Finanz.at.

27.03.2026, 07:00 Uhr von
Miete
Bildquelle: Finanz.at / Miete

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Ab 01. April 2026 greifen in Österreich neue Mietbremsen – und die können für viele Haushalte spürbar Geld bringen. Grundlage dafür sind mehrere Gesetze, darunter das 5. Mietrechtliches Inflationslinderungsgesetz, die seit 2023 schrittweise eingeführt wurden.

Deutlich niedrigere Mieterhöhungen

Der zentrale Punkt: Mieten steigen weiterhin – aber deutlich langsamer als ohne Eingriff. Die gesetzlich geregelten Richtwerte dürfen ab April nur um 1 Prozent erhöht werden.

Das klingt wenig spektakulär, ist aber entscheidend. Ohne die Mietbremsen wären die Mieten deutlich stärker gestiegen. In Wien etwa hätte der Richtwert statt rund 6,74 Euro auf etwa 7,67 Euro klettern können – ein massiver Unterschied. "Bei den geregelten Mieten in privaten Altbauten und kommunalen Mietwohnungen sind durch die insgesamt drei Mietbremsen seit 2023 monatliche Ersparnisse bis zu 113 Euro drinnen", so die Arbeiterkammer Österreich in einer Vorberechnung.

Besonders jetzt, da die Inflation aufgrund der weltweiten Konflikte und Krisenherde erneut zu steigen droht, könnte die Mietbremse langfristig doch noch deutlich mehr Wirkung zeigen als bisher angenommen. Die Energie- und Spritpreis zeigen bereits seit Wochen einen rasanten Anstieg – weitere Preiserhöhungen könnten daher die Folge sein.

Wie viel Haushalte konkret sparen

Die Entlastung ist real und messbar – je nach Wohnung und Bundesland:

  • In Wien sparen Mieter im Gemeindebau bei einer typischen Wohnung rund 61 Euro pro Monat
  • In privaten Altbauwohnungen sind es etwa 74 Euro monatlich
  • In der Steiermark liegen die Einsparungen bei rund 96 Euro pro Monat
  • In Vorarlberg sogar bei bis zu 113 Euro monatlich

Aufs Jahr gerechnet sind das schnell mehrere hundert bis über 1.300 Euro Ersparnis.

Wer profitiert – und wer nicht

Die Maßnahmen betreffen rund 1,1 Millionen Haushalte, vor allem Gemeindewohnungen, Altbauwohnungen mit Richtwertmiete und teilweise auch bisher weniger regulierte private Mietverhältnisse. Aber wichtig: Nicht alle Mieter profitieren gleich. Wer in neueren oder frei vermieteten Wohnungen lebt, spürt die Mietbremse oft deutlich weniger oder gar nicht.

Warum der Staat eingreift

Die Politik reagiert damit auf die hohe Inflation der letzten Jahre. Mieten wären sonst massiv gestiegen, weil viele Verträge an die Teuerung gekoppelt sind. Die Arbeiterkammer Österreich argumentiert klar: Ohne Eingriff wären die Wohnkosten für viele Haushalte kaum mehr leistbar gewesen.

Die Mietbremse ist keine Senkung der Mieten – das ist ein häufiger Denkfehler. Sie sorgt nur dafür, dass die Preise langsamer steigen. Für viele Haushalte bedeutet das trotzdem konkret: mehrere hundert Euro weniger Belastung pro Jahr. Für den Staat wiederum heißt es: Eingriff in den Markt – mit allen langfristigen Diskussionen, die das noch nach sich ziehen wird.

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Mehr Informationen: Mietpreisbremse

Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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