Karenzanrechnung: Volle Anrechnung der Kanrenzzeiten beschlossen

Die volle Anrechnung der Karenzzeiten statt der bisher maximal zehn Monate wurde letzte Woche auf Antrag der SPÖ im Nationalrat beschlossen. Was bedeutet das für die 1,3 Millionen betroffenen BürgerInnen in Österreich?

Karenzanrechnung: Volle Anrechnung der Kanrenzzeiten beschlossen
Bild: pixabay.com / Free-Photos
19.06.2019, 10:00 Uhr | Arbeitnehmer

Eine langjährige Forderung der SPÖ wurde nun im Parlament beschlossen. Letzte Woche wurde die vollständige Karenzanrechnung durch den Nationalrat gebracht. "Frauen mit Kindern haben Nachteile, wenn sie mehrere Jahre in Karenz sind: Niedrigere Löhne, weil sie weit langsamer vorrücken als Männer, kleinere Pensionen und weniger Urlaub.", heißt es dazu im SPÖ-Magazin kontrast.at.

1,3 Millionen BürgerInnen profitieren

Durch diese Maßnahme sollen Nachteile in der Arbeitswelt und beim Einkommen beseitigt werden. Bisher bestanden Nachteile durch die 10-Monate-Regelung vor allem beim Urlaubsanspruch, Kündigungsfristen und beim Gehalt. Von der vollen Anrechnung der Karenzzeiten sollen fast ausschließlich Frauen profitieren. Die Zahl der davon betroffenen BürgerInnen schätzt die Sozialdemokratie auf rund 1,3 Millionen.

ÖVP war dagegen

Die Volkspartei war bisher immer gegen eine Anrechnung der Karenzzeiten. Die anderen Parteien im Nationalrat waren für diese neue Regelung. Laut SPÖ soll vor allem der Wirtschaftsflügel der ÖVP gegen die Karenzanrechnung sein, da die Besserstellung von Frauen mit Kindern bei Löhnen und Urlaubsansprüchen finanzielle Mehrkosten für Arbeitgeber verursachen würde.

Unterschiedliche Regelung je Branche

Derzeit war eine Anrechnung der vollen Karenzzeiten nur in wenigen Branchen der Fall. Beispielsweise wurde dies durch die Gewerkschaft in der Industrie bereits geregelt. Doch in Branchen mit einem deutlich höheren Frauenanteil galt bisher die gesetzliche Regelung von maximal zehn Monaten. Besonders für Frauen im Handelsgewerbe und der Gastronomie hatte das negative Folgen auf das Einkommen oder die Kündigungsfrist.

Alle Informationen zum Karenzgeld, Wochengeld und Mutterschutz finden Sie hier zum Nachlesen.

Mehr Informationen: Mutterschutz

Daniel Herndler
Mail: dh@finanz.at | Twitter: twitter.com/DanielHerndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
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