Rückerstattung von Casino-Verlusten: Neues Urteil erhöht Chance auf Zahlung

Nach einem OGH-Urteil im Vorjahr können Verluste bei diversen, ausländischen Online-Casinos zurückgefordert werden. Durch ein neues EuGH-Urteil sollen sich die Chancen auf Rückerstattung für Betroffene nun weiter erhöhen. Alle Details findet man hier auf Finanz.at.

17.04.2026, 07:00 Uhr von
EuGH-Urteil
Bildquelle: Canva / Finanz.at (Montage) / EuGH-Urteil

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Ein neues Urteil des Europäischer Gerichtshof stärkt die Position von Spielern, die bei illegalen Online-Casinos Geld verloren haben. Mit der Entscheidung vom 15. Jänner 2026 (C-77/24) stellte das Gericht klar, dass Betroffene ihre Verluste grundsätzlich vor den Gerichten ihres Wohnsitzstaates einklagen können.

Ausgangspunkt des Verfahrens war ein Fall aus Österreich. Ein Spieler hatte bei einem Online-Casino mit Sitz in Malta gespielt und dabei erhebliche Verluste erlitten. Der Anbieter verfügte zwar über eine maltesische Glücksspiellizenz, jedoch nicht über die in Österreich erforderliche Konzession. Der Spieler klagte daraufhin sowohl das inzwischen liquidierte Unternehmen als auch dessen Geschäftsführer.

Wie auch bei der Rückzahlung unrechtmäßiger Kreditbearbeitungsgebühren - Finanz.at hat berichtet - unterstützen diverse Prozessfinanzierer und Anwälte bei der Rückforderung von Casinoverlusten in Österreich. Das österreichische Unternehmen Jufina beispielsweise hat sich darauf spezialisiert, die Ansprüche Betroffener geltend zu machen und entsprechende Verluste in ausländischen Online-Casinos zurückzufordern. Eine kostenfreie Prüfung der Ansprüche kann online beauftragt werden.

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EuGH spricht Urteil und verbessert Chancen auf Rückerstattung

Nach österreichischem Recht gelten Glücksspielverträge ohne nationale Bewilligung als unwirksam. Unter bestimmten Umständen kann auch eine persönliche Haftung der Geschäftsführer bestehen. Die Beklagten argumentierten hingegen, dass maltesisches Recht anzuwenden sei und die Gerichte in Malta zuständig wären.

Der EuGH widersprach dieser Auffassung. Maßgeblich sei grundsätzlich der Ort, an dem der Schaden eingetreten ist – und das ist in der Regel der Wohnsitz des Spielers. Damit können Betroffene ihre Ansprüche nach dem Recht ihres Heimatstaates geltend machen, auch wenn der Anbieter im Ausland sitzt.

OGH-Urteil bereits im Vorjahr

In Österreich hatte bereits der Oberster Gerichtshof im Jahr 2025 entschieden, dass Spieler Verluste aus Online-Glücksspielen zurückfordern können, wenn der Anbieter keine österreichische Lizenz besitzt. Ein konkreter Fall vor dem Bezirksgericht Salzburg endete etwa mit einer zugesprochenen Rückzahlung von 27.000 Euro.

Die praktische Durchsetzung solcher Urteile bleibt jedoch kompliziert. In Malta gibt es gesetzliche Regelungen, die Glücksspielanbieter stärker schützen und Vollstreckungen ausländischer Urteile erschweren können. Genau deshalb wird der EuGH-Entscheidung große Bedeutung zugeschrieben: Sie stärkt die rechtliche Grundlage für Spieler, ihre Ansprüche in ihrem Heimatland geltend zu machen.

In Österreich ist derzeit nur ein Anbieter vollständig legal tätig: win2day, betrieben von Casinos Austria. Viele internationale Online-Casinos verfügen lediglich über Lizenzen aus Malta oder anderen Ländern, die für den österreichischen Markt nicht ausreichen. Verluste aus solchen Angeboten könnten daher unter bestimmten Voraussetzungen zurückgefordert werden.

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aktualisiert: 17.04.2026, 07:00 Uhr
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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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