Ein sogenannter Notariatsakt ist eine schriftliche Urkunde, die von einem Notar verfasst wird. Dies geschieht üblicherweise über ein Rechtsgeschäft oder eine Rechtserklärung auf Wunsch der beauftragenden Vertragsparteien. Durch das Verfassen seitens des Notars wird die Urkunde zu einer sogenannten öffentlichen Urkunde.

Was sind die Aufgaben eines Notars?

Bei einem Notar handelt es sich stets um einen ausgebildeten Juristen. Zu den zentralen Aufgaben eines Notars zählt es, Rechtsgeschäfte, Rechts- und Willenserklärungen und sonstige Vorgänge notariell zu beurkunden. Bei Beurkundungen handelt es sich in diesem Zusammenhang um öffentliche Urkunden, die bescheinigen, dass es sich bei schriftlichen oder sonstigen festgehaltenen Tatsachen um die tatsächlichen Vereinbarungen und Wünsche der jeweiligen Vertragspartei handelt.

Oftmals können einfache Beurkundungen, beispielsweise die Beurkundung eines Schulzeugnisses für die Bewerbung an einer Hochschule, auch von anderen Behörden vorgenommen werden. Die Inanspruchnahme eines Notars ist somit bei einfachsten Beurkundungen nicht zwangsläufig nötig.

Was ist eine Notariatsakte?

Bei einem Notariatsakt handelt es sich um eine schriftliche Urkunde, die von einem Notar über ein Rechtsgeschäft oder einer Rechtserklärung auf Wunsch des Mandanten erstellt wird. Durch die Inanspruchnahme eines Notars wird die erstellte Urkunde zu einer öffentlichen Urkunde und erhält eine besondere rechtliche Stellung auf Grund der hohen Beweiskraft.

Wie rechnet der Notar seine Leistungen ab?

Der Notar kann seinem Mandanten nach Abschluss der Tätigkeit ein Honorar in Rechnung stellen. Hierbei handelt es sich um die Notariatsgebühr. Die Notariatsgebühr basiert auf das Notariatstarifgesetz und dem Rechtsanwaltstarifgesetz. Um zu verhindern, dass Notare die Kosten für ihre Leistungen unangemessen in die Höhe treiben, sind alle Notare in Österreich an die Vorgaben aus der Notariatskostenabrechnung gebunden. Ein individuelles Überschreiten der Höchstbeträge ist stets unzulässig.

Kosten der Beauftragung eines Notars

Die Gebühren, die ein Notar für seine Tätigkeit erheben kann, werden von der Rechtsanwaltskammer Österreich festgelegt.

Zu den üblichen Aufgaben eines Notars gehört die Abwicklung eines Hauskaufs. In einem solchen Fall kann der Notar im Durchschnitt 1 % des Kaufpreises für seine Tätigkeit in Rechnung stellen. Zudem kann der Notar noch eine Zeitgebühr abrechnen, die pro angefangener halben Stunde 9,90 Euro beträgt. Da die Zeitkosten in der Summe relativ gering sind und der Hauseigentümer ohnehin die 1,1 % zahlen muss, sollte nicht davor zurückgeschreckt werden, einen Notar zu beauftragen.

Für einfache Beurkundungen, beispielsweise für das Grundbuch, für ein Testament oder für einen Kaufvertrag, kann der Notar pro Seite 1,80 Euro Zeittarif abrechnen.

Die Aufgabe eines Notars beim Hauskauf

Der Bereich Immobilienrecht zählt zu den zentralen Aufgabengebieten eines Notars. Bereits vor dem geplanten Kauf oder dem geplanten Bau einer Immobilie kann der Notar beauftragt werden, wenn der Mandant beispielsweise einen Grundbuchauszug anfragt. Schon in einem möglichen Erstgespräch kann der Notar auf Grund seiner meist langjährigen Erfahrung wichtige Tipps und Tricks zu rechtlichen Rahmenbedingungen, Bauverhandlungen und Finanzierungsmöglichkeit für das Bauen oder für den Kauf einer Immobilie geben.

Das Erstellen eines Kaufvertrags zählt zu den primären Aufgaben eines Notars im Immobilienrecht. Weiter kann der Notar aber auch bei der Abwicklung von Einträgen in das Grundbuchamt, das Löschen von Grundschulden oder das treuhändige Verwahren des Verkaufspreises behilflich sein. Im Falle einer Schenkung oder einer Übergabe kann der Notar darüber hinaus einen wichtigen Rechtsbeistand darstellen. Auch bei Treuhandabwicklungen oder Verlassenschaftsverfahren kann ein Notar zu Rate gezogen werden.

Die Rolle der Anderkonten

Bei Anderkonten handelt es sich um Konten, welche Mandanten für die Einlage und Verwaltung von Geldern zur Verfügung stehen. Für jeden Geschäftsfall / für jeden Mandanten wird dabei ein eigenes Anderkonto angelegt. Auf diese Weise wird es dem Notar erleichtert, die Konten der Mandanten von den Eigenkonten zu trennen.

Anderkonten werden stets unter speziellen Voraussetzungen für Einlagensicherung und Kontoführung bei der österreichischen Notarbank „Notartreuhandbank AG (NTB)“ geführt. Die Notare können dabei stets elektronisch in Kontakt mit den Bankmitarbeitern treten und sich von diesen im Bereich NTB-EDV schulen lassen. Die Konzeption und die einheitliche Abwicklung über die „Notartreuhandbank AG (NTB)“ gewährleisten hohe Sicherheitsstandards, Transparenz und reibungslose Abläufe für alle Beteiligten.

Die Suche nach einem Notar

In Österreich kann ein Notar recht unkompliziert gefunden werden. Da die Posten sehr begrenzt sind und da alle Notare über eine ähnliche Ausbildung verfügen, kann die österreichische Notariatskammer interessierten Ratsuchenden auf Wunsch eine Liste regional ansässiger Notare anfertigen.

Ausbildung des Notars

Bei der Ausübung seines Berufes muss sich der Notar stets an die österreichische Notariatsordnung halten. Bei dieser Ordnung handelt es sich um ein Gesetz, welches Informationen zur Notarausbildung, zu den Berufspflichten und zu der Ernennung zum Notar enthält. Ferner sind in der Regelung Vorgaben zur Amtsführung und zur Organisation des Notariats enthalten, an welche sich der Notar im Rahmen der Ausübung seines Berufs halten muss.

Vor einer möglichen Ausbildung zum Notar muss ein Jus-Studium erfolgreich abgeschlossen werden. Zudem muss der Notaranwärter mindestens neun Monate Berufspraxis an einem Gericht nachweisen können. Der Anwärter kann sich dann bei einem Notar bewerben und in der dortigen Notariatskanzlei Berufspraxis erwerben, welche später nachgewiesen werden muss. Nach der praktischen Erfahrung muss der Anwärter dann eine Notariatsprüfung ablegen.

Erst nach weiteren sieben Jahren Berufspraxis und einer mindestens dreijährigen Anstellung in einer Kanzlei kann das Bundesministerium für Justiz eine Beglaubigung vornehmen und den Notaranwärter für eine eigenständige Tätigkeit zulassen. Da die Anzahl der Notariate in Österreich sehr begrenzt ist, kann es unter Umständen passieren, dass der ausgebildete Notar über mehrere Jahre kein eigenes Notariat findet und stattdessen Angestellter, beispielsweise Vertreter eines Notars, bleibt.

Verdienst eines Notars

Ein Notar kann in Österreich gemäß den Auskünften der österreichischen Notariatskammer 2.370 Euro Einstiegsgehalt verdienen. Diesem Verdienst kann eine jahrzehntelange Ausbildung vorangegangen sein, in der sich nicht wenige Notare hoch verschulden. Grundsätzlich können ein großer Mandantenstamm und eine langjährige Berufserfahrung den Verdienst eines Notars stark positiv beeinflussen. Auch bestimmte gesellschaftliche Vorkommnisse, wie zum Beispiel steuerrechtliche Änderungen der Gesetzeslage mit zahlreichen vorzeitigen Betriebsübergaben, können den Verdienst eines Notars stark beeinflussen.