03.01.2021, 09:00 Uhr | von | Finanzen
Autofahren wird teurer - Diese Kosten werden 2021 drastisch erhöht
Bildquelle: Finanz.at | KFZ-Kosten

Autofahren wird in Österreich teurer. Die KFZ-Steuern (NoVA und motorbezogene Versicherungssteuer) steigen deutlich an, die Vignettenpreise werden teurer und Verkehrsstrafen werden drastisch erhöht.

Autofahren wird in Österreich ab Januar 2021 teurer. Ab Mitte des Jahres werden weitere Erhöhungen wirksam.

Spritpreise steigen wieder

Zumindest an den Tankstellen war das Coronavirus kein Grund zum Ärger. Nachdem die Pandemie die globale Wirtschaft heruntergefahren hat und damit der Ölverbrauch erheblich zurück ging, wurde tanken deutlich günstiger. "Mit 1,045 Euro je Liter Diesel und 1,088 Euro je Liter Super im vorläufigen Jahresdurchschnitt mussten die österreichischen Autofahrer im Jahr 2020 für Kraftstoff deutlich weniger ausgeben als 2019", rechnete heute der ÖAMTC vor.

Noch im Dezember lag der Diesel rund 14 Prozent und Super rund 12 Prozent niedriger als zum Jahresbeginn 2020. Mit der Eindämmung der Pandemie und der wirtschaftlichen Erholung in den kommenden Monaten werden auch die Spritpreise wieder spürbar anziehen.

Härtere Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen

Auch die Verkehrsstrafen für Geschwindigkeitsübertretungen im Straßenverkehr werden erhöht. Der maximale Strafrahmen von bisher 2.180 soll auf 5.000 Euro erhöht werden.

Zudem werden Grenzwerte für Führerscheinentzug deutlich gesenkt. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen im Ortsgebiet und außerortssoll der Grenzwert um je 10 km/h auf 30 und 40 km/h gesenkt werden. Der Entzug der Lenkberechtigung soll bis zu zwei Wochen betragen. Überschreitungen der Tempolimits von 10 km/h unter dieser neuen Grenze können zum Eintrag im Vormerksystem führen.

Die Dauer des Führerscheinentzugs bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 40 km/h im Ortsgebiet und von mehr als 50 km/h außerorts soll von zwei auf vier Wochen erhöht werden. In besonders schweren Fällen soll auch eine Beschlagnahmung des KFZ möglich sein.

Preise für Vignette steigen

Die Vignettenpreise steigen in Österreich erneut an. Die Jahresvignette für PKW und zweispurige Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen kostet 2021 92,50 Euro:

  • Zehn-Tages-Vignette: 9,50 Euro
  • Zwei-Monats-Vignette: 27,80 Euro
  • Jahresvignette: 92,50 Euro

Für einspurige KFZ (Motorräder) kostet die Jahresvignette 2021 36,70 Euro:

  • 10-Tages-Vignette: 5,50 Euro
  • Zwei-Monats-Vignette: 13,90 Euro
  • Jahresvignette: 36,70 Euro

Weitere Informationen zur Vignette findet man auf Finanz.at.

NoVA wird deutlich erhöht

Seit 01. Januar 2021 wird die Normverbrauchsabgabe (NoVA) für Neuzulassungen von Fahrzeugen in Österreich neu berechnet. Dadurch steigen die Preise für viele KFZ deutlich an. Einen NoVA-Rechner für 2021 findet man auf Finanz.at.

Ab Juli 2021 wird die zweite Erhöhung der NoVA in Kraft treten. Diese führt dazu, dass der Höchststeuersatz von 32 auf 50 Prozent und damit abermals die Höhe der NoVA deutlich angehoben wird. Zusätzlich wird ab Juli auch der Malusbetrag von 40 auf 50 Euro pro Gramm erhöht. Bis 2024 wird die Höhe der Normverbrauchsabgabe zudem jährlich automatisch steigen. Auch Motorräder werden ab Juli höher besteuert. Hier wird der Höchststeuersatz für Neuzulassungen ebenfalls angehoben.

Ab 01. Juli 2021 wird auch für leichte Nutzfahrzeuge, die bisher von der NoVA befreit waren, die Normverbrauchsabgabe fällig. Experten schätzen die Mehrkosten für Unternehmen bis 2024 auf rund 1,2 Milliarden Euro.

Alle Informationen zur neuen Berechnung der NoVA ab 2021 findet man hier auf Finanz.at.

Motorbezogene Versicherungssteuer

Auch für die motorbezogene Versicherungssteuer (KFZ-Steuer) wird eine neue Berechnungsformel ab 2021 angewendet. Bei dieser Formel werden die Abzugsbeträge für die Leistung in kW und für den CO2-Ausstoß reduziert, sodass die Höhe der Steuer steigt. Dadurch steigt die monatliche Belastung von Neufahrzeugen durch die motorbezogene Versicherungssteuer.

CO2-Grenzwert bei Privatnutzung von Dienstwägen

Seit 01. Januar 2021 wird auch der CO2-Grenzwert bei Privatnutzung von Dienstwägen gesenkt. Der CO2-Grenzwert gilt bis zu einem verminderten Sachbezugswert von 1,5 Prozent. Dieser Wert wird von bisher 141 auf 138 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer reduziert. Der Maximalbetrag beläuft sich auf 720 Euro. Für alle KFZ mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 138 g/km gelten weiterhin zwei Prozent oder maximal 960 Euro als Berechnungsgrundlage für den Sachbezug.

Mehr Informationen: NoVA-Rechner

Buchhaltungssoftware
Kostenlos Rechnungen, Angebote und mehr erstellen mit der Software von Finanz.at!
Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

Schlagwörter:

Mehr Schlagzeilen