Energiekostenausgleich - Diese Maßnahmen sollen jetzt Entlastung bringen

Die Auszahlung des Energiekostenausgleichs von 150 Euro für alle Hauptwohnsitze in Österreich wurde im Nationalrat beschlossen. Im Zuge des Energiepakets werden weitere Maßnahmen gesetzt, wie etwa die Erhöhung der Pendlerpauschale.

24.03.2022, 10:33 Uhr von
Geldscheine
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150 Euro Gutschein für fast alle Haushalte

Anspruch haben alle Personen mit einem Hauptwohnsitz in Österreich bis zu einer Einkommensgrenze von 55.000 Euro bei Einpersonen- und 110.000 Euro bei Mehrpersonenhaushalten pro Kalenderjahr.

Für die Auszahlung kommen rund vier Millionen Haushalte in Österreich in Frage. Die Kosten liegen insgesamt bei 600 Millionen Euro.

Bei den aktuellen Preissteigerungen in den Bereichen Energie, Wohnen, Lebensmittel und Co. sind diese 150 Euro wohl aber zu wenig.

Unternehmen können Energieabgaben zurückholen

Für heimische Unternehmen mit hohem Energieverbrauch wird die Vorausvergütung von Energieabgaben von 5 auf 25 Prozent erhöht. Damit können sich Betriebe Teil der bezahlten Energieabgaben vom Finanzamt zurückholen.

Energiepaket der Regierung erntet heftige Kritik

Weitere Maßnahmen gegen die Teuerung stoßen ebenso auf Kritik der Opposition und Sozialpartner, wie der 150-Euro-Gutschein. Im Zuge der Sitzung wurden die Anträge etwa für die Erhöhung der Pendlerpauschale um 50 Prozent eingebracht. Das mit insgesamt vier Milliarden Euro dotierte Paket helfe nicht genug und würde ohnedies Besserverdiener abermals bevorzugen.

Maßnahmen im Energiepaket:

  • Erhöhung der Pendlerpauschale um 50 Prozent
  • Vervierfachung des Pendlereuros bis 30. Juni 2023
  • Geringverdiener: einmaliger Negativsteuer -Betrag von 100 Euro.
  • Preissenkungen im öffentlichen Verkehr (150 Mio. Euro)
  • Senkung der Erdgas - und Elektrizitätsabgabe um 90 Prozent bis 30. Juni 2023

Für Unternehmen sollen zudem eine Herabsetzung der Vorauszahlungen von Einkommensteuer und Körperschaftsteuer, sowie ein Agrardiesel-Kostenausgleich bis 30. Juni 2023 die Liquidität fördern.

Auch die Agenda Austria kritisiert das Paket der Regierung - allen voran die Erhöhung der Pendlerpauschale. Arbeitnehmer, die auf dem Land wohnen und in der Stadt arbeiten können "aufhören, über billigere und klimafreundlichere Transportmittel als den eigenen Pkw nachzudenken". Es wäre klüger endlich die Einkommens- und Lohnsteuer deutlich zu senken, statt mit Einmalzahlungen als Tropfen auf den heißen Stein entlasten zu wollen.

Inflation wird weiter anhalten

Die ohnehin schon hohe Inflation wird auch in den kommenden Monaten weiter anhalten. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) rechnet auch in naher Zukunft mit "steigenden Grundnahrungsmittel- und Brotpreisen". Die Sozialpartner fordern daher drastischere und langfristigere Entlastungsschritte, wie die Senkung der Mineralölsteuer (MÖSt.) oder eine Verlängerung der Kurzarbeit.

Ob es in Zukunft weitere Hilfsmaßnahmen gegen die Teuerung geben wird, ist noch nicht klar - dass es sie geben werden muss ohnehin schon.

Mehr Informationen: Pendlerpauschale

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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