26.11.2020, 10:40 Uhr | von | Steuern
So sollen Arbeitnehmer zu Weihnachten steuerlich entlastet werden
Bildquelle: Finanz.at | Weihnachtsgeld

Die Regierungsparteien wollen steuerfreie Gutscheine für Unternehmen und ArbeitnehmerInnen als Kompensation für ausgefallene Weihnachtsfeiern ermöglichen. Zudem wird das Weihnachtsgeld bei Kurzarbeit durch einen Pauschal-Zuschlag von 15 Prozent nicht höher besteuert werden.

Heimische Betriebe sollen statt der vielfach ausgefallenen Weihnachtsfeiern ihren Mitarbeitern steuerfreie Gutscheine als Geschenk ausgeben dürfen. Das haben die Regierungsparteien gemeinsam beschlossen und verkündet. Auch auf das Weihnachtsgeld werden bei Kurzarbeit weniger hohe Steuern durch einen Pauschal-Zuschlag von 15 Prozent fällig.

Damit soll den von der Corona-Krise stark betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Österreich zumindest steuerlich eine schöne Bescherung bereitet werden.

365 Euro: Steuerfreie Gutscheine zu Weihnachten

"Wir haben derzeit im Einkommensteuergesetz geregelt, dass ein Unternehmen für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 365 Euro pro Jahr für Firmenfeiern, Weihnachtsfeiern, Sommerfeste sozusagen steuerlich absetzen kann", erklärte August Wöginger, Klubchef der ÖVP. "Und dieser Betrag ist auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steuerbefreit."

Die Steuerfreiheit für Gutscheine seitens der Betriebe an ihre Angestellten gilt für beide Seiten - Unternehmen und Arbeitnehmer. Auch die zusätzliche steuerliche Absetzbarkeit von Sachaufwendungen bis zu 186 Euro bleibt von dieser Maßnahme unangetastet. Das soll für das Ausfallen der Weihnachts- und Firmenfeiern als Kompensation gelten.

Ein weiterer positiver Effekt soll sein, dass durch die Gutscheine heimische Unternehmen - besonders in der Gastronomie und im Einzelhandel - unterstützt werden. "Selbstverständlich können und sollen die Gutscheine auch für die Gastronomie und die Hotellerie, die besonders gelitten hat in dieser Krise, verwendet werden", appelliert Sigird Maurer, Klubchefin der Grünen, daran, Gutscheine von regionalen Betrieben auszugeben.

Weihnachtsgeld bei Kurzarbeit mit Pauschal-Zuschlag

Wie Finanz.at exklusiv berichtet hat, wird allen Arbeitnehmern, die im Jahr 2020 in Kurzarbeit gemeldet waren oder noch sind, ein Pauschal-Zuschlag auf das Jahressechstel gewährt. Das soll verhindern, dass es beim Weihnachtsgeld zu hohen Steuernachzahlungen kommt.

Der Grund dafür wäre, dass die Sonderzahlungen bei Kurzarbeit auf Basis des ursprünglichen Gehalts vor der Kurzarbeit berechnet werden. Für Urlaubs- und Weihnachtsgeld würde demnach nicht die Nettoersatzrate angewendet werden, sondern das mit dem Arbeitgeber vereinbarte Bruttogehalt.

Grundsätzlich liegegen die Steuersätze für Urlaubs- und Weihnachtsgeld bei sechs statt 20 bis 50 Prozent, wie in der Lohnsteuertabelle angeführt. Seit Jahresbeginn gibt es für die Besteuerung des 13. und 14. Gehalts ein sogenanntes Kontrollsechstel. So könnten nachträglich höhere Steuern auf das Weihnachtsgeld anfallen, wenn es den Durchschnitt der letzten Monate (Kurzarbeit) übersteigen würde.

Keine höheren Steuern auf Weihnachtsgeld bei Kurzarbeit

Wie das Finanzministerium auf Anfrage von Finanz.at bekanntgab, gibt es daher nun für die Berechnung des Jahressechstels einen Pauschalzuschlag von 15 Prozent. Dieser wird auch bei der Berechnung der Sonderzahlungen 2021 gelten.

"Für Zeiten der Kurzarbeit wird - unabhängig davon, wie lange der Arbeitnehmer in Kurzarbeit war - bei der Berechnung des Jahressechstels ein pauschaler Zuschlag von 15% berücksichtigt werden", so Sprecher des Bundesministeriums und Abteilungsleiter Mag. Johannes Pasquali (BMF). "Dies gilt bereits für 2020 und soll für das Kalenderjahr 2021 verlängert werden."

Dadurch werden Arbeitnehmer in Kurzarbeit beim Weihnachtsgeld nun nicht deutlich höher besteuert werden, da automatisch 15 Prozent pauschal aufgeschlagen werden.

Zudem soll durch die Verlängerung der begünstigten Besteuerung verhindert werden, dass der Teil der Sonderzahlung, der über dem niedrigeren Jahressechstel liegt - etwa aufgrund von Kurzarbeit - nach dem jeweiligen Lohnsteuertarif versteuert werden muss. Mit einer Besteuerung von nur 6 Prozent im Jahr 2021 will man abwenden, dass die laufenden Gehälter sinken.

Mehr Informationen: Weihnachtsgeld

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

Schlagwörter:

Mehr Schlagzeilen