29.07.2020, 11:15 Uhr | von | Steuern
Klagen über lange Wartezeiten bei Lohnsteuerausgleich
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Arbeitnehmerveranlagung bei österreichischen Finanzamt durchführen

Viele Österreicher klagen über lange Wartezeiten bei der Arbeitnehmerveranlagung. Die Bearbeitung und Auszahlung würden teilweise bereits Monate dauern. Laut BMF liegt die Dauer bei 11,5 Tagen.

"Laut Auskunft durch mein zuständiges Finanzamt ist meine Arbeitnehmerveranlagung seit 18. April fertig bearbeitet, jedoch habe ich bis dato keinen Bescheid bzw. Rückzahlung erhalten", erklärt ein Arbeitnehmer gegenüber Finanz.at. Weitere Fragen beziehen sich auf die maximale Durchführungsdauer seitens des Finanzamts: "Wie lange darf die Bearbeitung meines Lohnsteuerausgleichs dauern?"

Grundsätzlich sieht das Finanzamt eine maximale Bearbeitungsdauer von bis zu sechs Monaten nach Einreichung der Veranlagung vor. In vielen Fällen - auch aufgrund der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung - wird die Durchführung jedoch deutlich schneller erledigt.

BMF: 1,5 Milliarden Euro ausgezahlt

Das Bundesfinanzministerium gab in der vergangenen Woche bekannt, dass im Jahr 2019 insgesamt 1,5 Milliarden Euro in Form des Steuerausgleichs vom Bund zurückgezahlt wurden. Immerhin 260 Millionen Euro seien durch die antragslose Arbeitnehmerveranlagung zustande gekommen. Diese gilt greift automatisch ab Juli, sofern bis dahin kein Antrag auf Lohnsteuerausgleich beim Finanzamt eingelangt ist.

Bereits seit 2017 wird die antragslose Arbeitnehmerveranlagung für alle Österreich durchgeführt. Dabei werden die dem Finanzamt vorliegenden Daten herangezogen. Zudem werden die Angaben der Vorjahre berücksichtigt - etwa für Werbungskosten, Freibeträge und Pendlerpauschale.

Das BMF erklärt, dass im Jahr 2019 in Summe 4,1 Millionen Anträge beim Finanzamt eingereicht wurden. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer lag in Vorjahr bei 11,5 Tagen.

Durchschnittlich 360 Euro pro Person

"Jede Österreicherin und jeder Österreicher bekommt im Schnitt mehr als 360 Euro durch die Arbeitnehmerveranlagung ausbezahlt", so Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) in einer Pressemeldung des BMF.

Die Einreichung der Anträge für den Lohnsteuerausgleich sei durch das neue FinanzOnline-Portal noch einfacher und bequemer. Erst vor wenigen Monaten führte das Ministerium eine Neugestaltung von FinanzOnline durch. Österreichweit sind laut Angaben des Finanzministerium 4,8 Millionen Personen und 365.000 Unternehmen dort registriert. Das spare in den meisten Fällen den Weg zum Finanzamt.

Mehr Informationen: Lohnsteuerausgleich

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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