Neue Berechnung zeigt: Fast 1.000 Euro Verlust durch Pensionskürzungen

Die geplanten Einschnitte bei den Pensionen sorgen weiter für heftige Diskussionen. Die Regierung will die Pensionen 2027 und 2028 nicht vollständig an die Inflation anpassen. Statt des vollen Teuerungsausgleichs soll die jährliche Erhöhung jeweils um 0,5 Prozentpunkte niedriger ausfallen. Das würde fast 1.000 Euro Verlust bringen, wie eine neue Berechnung zeigt. Alle Details findet man hier auf Finanz.at.

19.05.2026, 07:00 Uhr von
Pension
Bildquelle: Finanz.at (Montage) / Pension

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Mit der geplanten Kürzung der Pensionserhöhung möchte die Koalition in zwei Jahren insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Euro einsparen. Für 2027 rechnet man mit rund 280 Millionen Euro weniger Ausgaben, 2028 sollen weitere 270 Millionen folgen. Noch offen ist allerdings, wie genau die Kürzung umgesetzt wird. Diskutiert wird derzeit vor allem die Frage, ob es eine soziale Staffelung geben soll oder ob alle Pensionen gleich behandelt werden.

Das Momentum Institut spricht sich klar für eine Staffelung aus. Laut deren Modell würden Pensionen bis 3.000 Euro brutto weiterhin vollständig an die Inflation angepasst werden. Höhere Pensionen würden hingegen nur einen Fixbetrag von 99 Euro brutto pro Monat als Erhöhung erhalten.

Damit ließe sich laut Institut trotzdem genau jene Summe einsparen, die die Regierung anpeilt. Gleichzeitig würden rund 82 Prozent aller Pensionisten den vollen Inflationsausgleich behalten.

Real deutlicher Verlust bei kleinen Pensionen

Besonders kritisch sehen die Ökonomen ein Modell ohne soziale Staffelung. In diesem Fall würden gerade kleinere Pensionen real deutlich verlieren. Das Momentum Institut rechnet vor, dass Mindestpensionisten dadurch 2027 aufs Jahr gerechnet rund 1.288 Euro brutto weniger Kaufkraft hätten als bei einer vollständigen Inflationsanpassung.

Der Hintergrund: Die Inflation dürfte laut den Berechnungen bei etwa 3,3 Prozent liegen, die Pensionserhöhung aber nur bei rund 2,8 Prozent. Dadurch entsteht automatisch ein Kaufkraftverlust.

Bis zu 70 Euro weniger

Bei einer Pension von 1.000 Euro brutto würde das laut Institut rund 70 Euro weniger Kaufkraft pro Jahr bedeuten. Bei höheren Pensionen steigen die absoluten Verluste zwar stärker an, relativ trifft es kleine Pensionen aber deutlich härter, weil dort praktisch das gesamte Einkommen direkt für Wohnen, Lebensmittel und Energie benötigt wird.

Momentum-Expertin Miriam Frauenlob argumentiert deshalb, dass eine soziale Staffelung wirtschaftlich und sozial sinnvoller wäre. Menschen mit kleineren Pensionen würden ihr Geld sofort wieder ausgeben und damit Konsum und Wirtschaft stützen. Höhere Pensionen würden hingegen häufiger teilweise gespart.

Politisch ist das Thema hochsensibel. Pensionistenvertreter lehnen bislang Sonderregelungen oder Staffelungen ab und fordern weiterhin eine volle Anpassung für alle. Gleichzeitig steigt aber der Druck auf die Regierung, das Budgetdefizit zu senken – und genau deshalb geraten die Pensionen nun erneut ins Visier.

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aktualisiert: 19.05.2026, 07:00 Uhr
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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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