08.06.2021, 11:35 Uhr | von | Steuern
Neue NoVA ab Juli 2021 - Diese Änderungen treten in Kraft
Bildquelle: Finanz.at | KFZ-Kosten

Ab 01. Juli 2021 tritt eine erneute Änderung der NoVA (Normverbrauchsabgabe) in Kraft. Damit gilt die NoVA nun auch für alle KFZ zur Güterbeförderung mit mindestens vier Rädern bis zu 3,5t. Die Liste der von der NoVA ausgenommen Fahrzeuge wird ebenfalls erweitert. Bereits mit Januar 2021 trat eine Erhöhung der Normverbrauchsabgabe in Kraft.

Seit 01. Januar 2021 wird die Normverbrauchsabgabe (NoVA) für Neuzulassungen von Fahrzeugen in Österreich neu berechnet. Dadurch steigen die Preise für viele KFZ deutlich an. Einen NoVA-Rechner für 2021 findet man auf Finanz.at.

Ab 01. Juli 2021 wird die zweite Erhöhung der NoVA in Kraft treten. Diese führt dazu, dass der Höchststeuersatz von 32 auf 50 Prozent und damit abermals die Höhe der NoVA deutlich angehoben wird. Zusätzlich wird ab Juli auch der Malusbetrag von 40 auf 50 Euro pro Gramm erhöht. Bis 2024 wird die Höhe der Normverbrauchsabgabe zudem jährlich automatisch steigen. Auch Motorräder werden ab Juli höher besteuert. Hier wird der Höchststeuersatz für Neuzulassungen ebenfalls angehoben.

Für diese Fahrzeuge ist ab Juli ebenfalls die Normverbrauchsabgabe abzuführen

Ab 01. Juli 2021 gilt die NoVA auch für alle KFZ zur Güterbeförderung mit mindestens vier Rädern und einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 3,5 t (Klasse N1).

Zusätzlich wird die NoVA auch an die Fahrzeugklassen des Kraftfahrgesetzes 1967 und nicht mehr an die Einordnung der Kombinierten Nomenklatur geknüpft. Von der Normverbrauchsabgabe weiterhin ausgenommen sind historische Fahrzeuge mit einem Baujahr vor 1956 bzw. wenn sie älter als 30 Jahre und in der Liste historischer KFZ eingetragen sind.

Welche KFZ von der NoVA ausgenommen sind

Steuerfrei bzw. von der NoVA ausgenommen sind ab Juli 2021 alle Fahrzeuge, die aufgrund des Antriebs keine CO2-Emissionen aufweisen. Für Vorführfahrzeuge und KFZ mit Tageszulassung bis 3 Monate entfällt die Steuer, ohne dass hierfür eine Vergütung beantragt werden muss.

Experten rechnen mit Mehrkosten für Unternehmen von 1,2 Milliarden Euro

Österreichische Unternehmen, die Nutzfahrzeuge mit einem Gewicht bis zu 3,5 Tonnen anschaffen, waren bislang von der NoVA (Normverbrauchsabgabe) befreit. Ab Juli 2021 müssen nun auch diese Unternehmen für ihre Fahrzeuge NoVA bezahlen. Sie Steuer wird damit in diesem Jahr erstmals fällig und bis 2024 jährlich automatisch erhöht.

Dadurch würden heimischen Unternehmen in den nächsten drei Jahren insgesamt bis zu 1,2 Milliarden Euro an Mehrkosten entstehen, wie Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, gegenüber dem Kurier im Dezember berichtet.

Die Berechnung basiert auf knapp 88.000 derzeit täglich eingesetzter Nutzfahrzeuge im Werksverkehr. Ein durchschnittlicher Kastenwagen koste laut Scheichelbauer-Schuster aktuell etwa 29.900 Euro. Bis 2024 würde durch die anfallende und jährlich erhöhte NoVA der Preis auf knapp 43.400 Euro steigen. Diese Steuererhöhung komme zum falschen Zeitpunkt. Insgesamt bedeute die Erhebung der NoVA laut Experten Mehrkosten von fünf bis zehn Prozent für die gesamte Verkehrsbranche.

NoVA und KFZ-Steuern 2021 abermals gestiegen

Auch für Privatpersonen ist die NoVA seit Jahresbeginn abermals automatisch angepasst bzw. erhöht worden. Dadurch werden viele Kraftfahrzeuge künftig teurer in ihrer Anschaffung. Die NoVA wird bereits seit 2020 an das neue WLTP-Messverfahren und damit die CO2-Abgaben des Fahrzeugs gekoppelt.

Diese Erhöhung der NoVA anhand der CO2-Abgaben ist ein Teil der öko-sozialen Steuerreform zur Ökologisierung des Steuersystems in Österreich.

Motorbezogene Versicherungssteuer ebenfalls angehoben

Auch für die motorbezogene Versicherungssteuer (KFZ-Steuer) wird seit Januar 2021 eine neue Berechnungsformel angewendet. Bei dieser Formel werden die Abzugsbeträge für die Leistung in kW und für den CO2-Ausstoß reduziert, sodass die Höhe der Steuer steigt. Dadurch steigt die monatliche Belastung von Neufahrzeugen durch die motorbezogene Versicherungssteuer.

Mehr Informationen: NoVA-Rechner

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Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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