25.06.2020, 10:30 Uhr | von | Steuern

Familien sollen ab 13. Juli von einem Kinderzuschuss aus dem Familienkrisenfonds von 100 Euro profitieren, sofern sie Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe beziehen. Auch der Familienbonus wird novelliert.

Kinderzuschuss und Familienbonus neu ab Juli - Steuersenkung noch 2020
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Senkung der Lohn- und Einkommensteuer bringt mehr Netto vom Brutto

Die Bundesregierung stellte am Dienstag ihre geplanten Hilfsmaßnahmen für Familien aufgrund der Coronakrise vor. Darin enthalten sind neben einer Novellierung des Familienbonus Plus auch ein Kinderzuschuss von 100 Euro pro Kind.

Kinderzuschuss: 100 Euro pro Kind ab Juli

Eltern, die ihre Arbeit verloren haben und/oder Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder Sozialhilfe beziehen, erhalten 100 Euro pro Kind automatisch. Diese Hilfe soll aus dem mit 30 Millionen Euro dotierten Familienkrisenfonds bezahlt werden. Das haben Familienministerin Aschbacher (ÖVP) und Gesundheitsminister Anschober (Grüne) am Dienstag bekanntgegeben.

Der Kinderzuschuss von 100 Euro wird ab dem 13. Juli automatisch ausbezahlt. Die Auszahlung für Arbeitslose und Notstandshilfebezieher übernimmt der Bund, die Sozialhilfebezieher erhalten ihr Geld vom Land.

Familienbonus wird novelliert

Mit dem Familienbonus Plus können Eltern ab einem Montaseinkommen von 1.700 Euro brutto eine Steuerrückerstattung von 1.500 Euro pro Jahr für ein Kind ausschöpfen. Bei mehreren Kindern ist ein höheren Monatseinkommen notwendig. Aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit durch die Coronakrise, können viele Eltern durch das niedrigere Einkommen nun den Bonus nicht mehr zur Gänze ausschöpfen. Betroffen sind davon jene Eltern, die ihren Antrag auf den Familienbonus bereits gestellt haben.

Die Novelle des Einkommensteuergesetzes, die am Dienstag präsentiert wurde, sieht vor, dass in diesen Fällen der Antrag auf den Familienbonus storniert werden kann. Damit soll die Möglichkeit geboten werden, dass der Partner mit höherem Einkommen den Antrag erneut stellen und damit den Bonus ausschöpfen bzw. mehr Geld rückerstattet bekommen kann.

Der Familienbonus Plus wird mit dem Formular E30 monatlich bei der Lohnverrechnung oder jährlich im Rahmen des Lohnsteuerausgleich beantragt. Für Kinder bis 18 Jahre erhält man einen Maximalbetrag von 1.500 Euro, für Kinder ab 18 Jahren einen Betrag von höchsten 500 Euro.

Erhöhung des Familienbonus auf 1.750 Euro

Die Steuerreform von ÖVP und Grünen sieht zudem ab 2021 vor, den Familienbonus auf 1.750 Euro anzuheben. Das wurde von den Regierungsparteien im gemeinsamen Programm vereinbart. Diese Erhöhung soll jedenfalls Geringverdienern zu Gute kommen.

Im Zuge dieser Steuerreform sollen auch die Lohnsteuertarife novelliert werden. Geplant ist eine Lohnsteuersenkung der unteren drei Tarifstufen.

Vorgezogene Steuerreform noch 2020 geplant

Teile der ab 2021 geplanten Reform sollen bereits dieses Jahr vorgezogen werden. Das gab die Bundesregierung bereits letzte Woche bekannt. Darin enthalten ist unter anderem eine Senkung der ersten Stufe der Lohnsteuertabelle von 25 auf 20 Prozent. Diese Änderung der Lohnsteuertabelle soll rückwirkend seit Jahresanfang 2020 gelten.

Da Niedrigverdiener von der maximalen Entlastung von 350 Euro jährlich jedoch nicht profitieren würden, profitieren diese extra von einem Sozialversicherungsguthaben in Höhe von 100 Euro. Weitere Informationen zur geplanten Steuerreform 2021 haben wir in diesem Artikel zusammengetragen.

Zudem ist eine Einmalzahlung von 450 Euro für jene Arbeitslosen geplant, die von Juli bis September Arbeitslosengeld beziehen werden. Eine Anhebung der Nettoersatzrate von derzeit 55 Prozent auf 70 Prozent, wie von der Opposition gefordert, ist demnach vom Tisch.

Mehr Informationen: Familienbonus Plus

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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