Dropshipping, Amazon-FBA & Affiliate Marketing: Der Traum vom Online-Umsatz

Immer mehr junge Menschen möchten ihr Geld selbstständig im Internet verdienen, anstatt nach der Schule oder dem Studium als Angestellter zu arbeiten. Dabei sind vor allem Dropshipping- und Affiliate-Geschäftsmodelle sehr beliebt. Bekannt sind diese Methoden hierzulande unter anderem durch auf Facebook beworbene Coachings und Tutorials, die zeigen sollen, wie man mit dem Verkauf von Produkten online hohe Umsätze generieren kann – ohne das Produkt selbst herzustellen oder einlagern zu müssen.

15.04.2022, 16:15 Uhr von
Bildquelle: pixabay.com / falco /

Dropshipping-Hype als beliebte Umsatzquelle

Dropshipping bezeichnet das Verkaufen von Produkten oder Waren, die direkt vom Hersteller an den Kunden gesendet werden, die Abrechnung jedoch vom Shop-Betreiber durchgeführt wird. Vereinfacht gesagt dient der Betreiber des Online-Shops als Mittelsmann für Kunde und Hersteller. Der Vorteil für den Betreiber ist, dass die Waren nicht vorab eingekauft und eingelagert werden müssen. Zudem wird der Versand automatisch aus dem Herstellerlager abgewickelt.

Laut statista.com lag die Marktgröße des globalen Dropshipping-Handels im Jahr 2020 bereits bei mehr als 128 Milliarden US-Dollar. Für 2022 wird ein Anstieg auf insgesamt 197 Milliarden Dollar erwartet und 2026 sollen es sogar unglaubliche 476 Milliarden sein.

Dropshipping Statistik Umsatz 2020 - 2026 // Quelle: Statista.com
Dropshipping Statistik Umsatz 2020 - 2026 // Quelle: Statista.com

Wie verdient man beim Dropshipping Geld?

Der Shop-Betreiber bezahlt den Einkaufspreis inklusive Logistik und Versand an den Hersteller der Ware und verrechnet seinen eigenen Verkaufspreis an den Endkunden. Dieser erhält nur eine Rechnung vom Dropshipping-Anbieter – den Hersteller kennt man als Kunde in diesem Fall meist nicht.

Viele erfolgreiche Shops lassen die Produkte vor dem Versand vom Hersteller mit dem eigenen einzigartigen Branding versehen – etwa ein Logo, Text oder andere Merkmale. Dadurch wird das Produkt hochwertiger und es lassen sich meist höhere Preise anbieten.

Vorteile und Risiken

Ein wesentlicher Vorteil von Dropshipping ist zudem, dass die Ware nicht in hoher Stückzahl vorab vom Hersteller produziert und abgenommen werden muss. Erst bei eingegangener Bestellung des Kunden wird das Produkt erzeugt bzw. verpackt und auf die Reise geschickt. Dabei kann es – je Herstellerland – zu längere Wartezeiten kommen, bis das Produkt beim Kunden letztlich ankommt. China gilt als Produkt-Mekka für Dropshipping, das für diese Geschäftsmodelle bereits mit eigenen großen Handelsplattformen aufwartet. Grund dafür ist ein großes Waren Angebot zu sehr günstigen Preisen. Ein Paket von Shenzhen nach Wien ist jedoch deutlich länger unterwegs als ein innereuropäischer oder österreichischer Warenversand.

Aufgrund diverser schwarzer Schafe, wie es sie wohl bei allen Geschäftsmodellen weltweit gibt, warnt die österreichische Plattform Watchlist Internet vor betrügerischen und dubiosen Online-Shops, die mit chinesischen Dropshipping-Produkten ihr Unwesen treiben.

Angebote vermitteln mit Affiliate Marketing

Im Gegensatz zu Dropshipping- oder Amazon-FBA-Modellen zieht auch das klassische Affiliate Marketing immer noch viele vor allem junge Menschen an. Die Methode hat sich bereits seit mehreren Jahren als Marketingkanal für Unternehmen etabliert und ist längst kein Trend mehr. Doch lässt sich mit Affiliate Marketing nicht nur als werbetreibendes Unternehmen, sondern auch als Publisher heute noch gutes Geld verdienen.

Beim Affiliate Marketing werden – ähnlich dem Dropshipping oder FBA – Waren oder Dienstleistungen zum Verkauf angeboten. Bei erfolgreichem Abschluss stellt jedoch nicht der Publisher die Rechnung, sondern kassiert als „Vermittler“ eine Provision für jeden Sale oder Lead. Besonders seit dem immer stärker wachsenden Angebot an digitalen Produkten und Assets hat das Affiliate Marketing eine regelrechte Renaissance erlebt.

Besonders beliebt sind dabei sogenannte Lifetime-Deals, bei denen der Vermittler eine regelmäßige Vergütung etwa für ein Monatsabo erhält, solange der geworbene Kunde an das Unternehmen bezahlt.

Affiliate-Renaissance durch Social Media

In den Anfangsjahren des Affiliate Marketings war es üblich, dass Publisher zum jeweiligen Thema eine eigene Website, einen Blog oder einen Newsletter betrieben haben. Dabei wurden die Vermittlungen als Monetarisierung des eigenen Web-Traffics genutzt.

Der Vorteil der jüngeren Generation ist heute, dass dieses Modell auch über soziale Netzwerke, wie Instagram, TikTok oder Facebook ebenso gut funktionieren und damit Umsätze generieren kann. Wer also ein Instagram-Profil mit einigen tausend Followern hat, kann durch das gezielte Bewerben von Fremdprodukten eine stattliche Provision verdienen.

Traffic für die eigene Website oder den Shop generieren

Wer eine eigene Website, einen Online-Shop oder einen Blog betreibt, der möchte natürlich auch, dass so viele Menschen wie möglichen diese besuchen. Schnell stellt man sich dabei die Frage: wie bekomme ich mehr Traffic auf meine Webseite?

Um die Besucherzahlen einer Webseite zu steigern, gibt es unzählige Möglichkeiten. Eine der bekanntesten Maßnahmen ist das Schalten von Werbeanzeigen für die eigenen Inhalte oder Produkte. Die Anzeigen – kurz Ads – können in Suchmaschinen, auf Facebook oder anderen sozialen Netzwerken genutzt werden, um auf die eigene Website aufmerksam zu machen. Dabei gibt es unterschiedliche Abrechnungsmodelle, wie etwa das Bezahlen pro Besucher über die Anzeige oder für jeden Sichtkontakt mit dem Banner.

Zu den wohl nachhaltigsten und langfristig günstigsten Formen der Traffic-Generierung zählt die Suchmaschinenoptimierung (kurz „SEO“), bei der die Webseite und ihre Inhalte so aufbereitet und „optimiert“ werden, dass Google und Co. sie in den organischen, unbezahlten Ergebnissen zu einer passenden Suchanfrage besser listen. Man erhöht also die Chance von potenziellen Kunden in den Suchergebnissen gefunden zu werden, wenn diese nach einem Thema oder einer Problemlösung suchen. Weitere Tipps und Maßnahmen für mehr Traffic findest du unter anderem hier.

Nicht nur Influencer verdienen Geld in Social Media

Ein weiterer Traum vieler junger Menschen ist es, als Influencer in sozialen Medien oder auf YouTube durchzustarten. Wahrlich auch kein wirklich neuer Trend und schon seit fast zehn Jahren ein Kindheitstraum vieler, die täglich auf Instagram und Co. unterwegs sind. Vom eigenen Social-Media-Auftritt leben zu können ist jedoch nicht ganz unmöglich.

Wie bereits beschrieben, gibt es mehrere Möglichkeiten, um im Internet kleinere bis große Umsätze mit Methoden zu erzielen, ohne dabei ein eigenes Produkt oder ein großes Unternehmen entwickeln zu müssen. Wer über seinen Instagram-Account in einer thematischen Nische genügend Reichweite erzielt, der kann durch Affiliate-Provisionen beispielsweise den ein oder anderen Euro dazuverdienen. Steigt die Reichweite weiter an, kann ein eigener Dropshipping-Store den nächsten Schritt in eine finanzielle Unabhängigkeit bedeuten.

Mehr Informationen: Umsatz und Gewinn

Reportage in Finanzen
Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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