Grundsätzlich versteht man unter einer Abfertigung, dass ein Arbeitgeber im Zuge der Auflösung eines Dienstverhältnisses unter Umständen eine Abfertigung, also einen Geldbetrag, an den Arbeitnehmer bezahlen muss.

Kurz gesagt handelt es sich bei einer Abfertigung also um eine einmalige Zahlung im Zuge einer Dienstverhältnisbeendigung vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer. Grundsätzlich muss zwischen der sogenannten alten und neuen Abfertigung unterscheiden. Im Folgenden wird genau erklärt, wann die Abfertigung Alt zur Anwendung kommt und was es sonst noch über diese zu wissen gilt.

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Im Folgenden werden alle wichtigen Fragen rund um die Abfertigung nach der alten Regelung beantwortet und weitere Informationen angeführt.

Anspruch

Dienstnehmer, die ihr Dienstverhältnis vor dem 01.01.2003 begonnen haben und welches noch andauert, haben Anspruch auf die Abfertigung nach der alten Regelung. Das Arbeitsverhältnis darf nicht unterbrochen werden, ansonsten verliert man seinen Anspruch auf die alte Abfertigung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass all jene, welche erst nach dem oben genannten Stichtag ein Arbeitsverhältnis eingegangen sind, keinen Anspruch auf eine Abfertigung haben. In diesem Falle würde jedoch eine Abfertigung nach der neuen Abfertigungsregelung zu Tragen kommen.

Höhe der Abfertigung (Alt)

Nach der alten Regelung richtet sich die Höhe der ausbezahlten Abfertigung nach der Länge des Dienstverhältnisses. So bekommt man nach etwa 3 Jahren ununterbrochener Dienstzeit zwei Monatsentgelte ausbezahlt, bei 25 ununterbrochenen Dienstjahren bekommt man 12 Monatsentgelte an Abfertigung ausbezahlt. Monatsentgelt bezeichnet hierbei jedoch nicht nur das Gehalt, welches man erhalten hat, sondern in die Berechnung fließen auch Sonderzahlungen, wie etwa Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Provisionen und Überstundenvergütungen und dergleichen ein.

Gibt es Sonderregelungen im Zuge der Abfertigung (Alt)?

Für Bauarbeiter gibt eine Sonderregelung bezogen auf die Abfertigungsbestimmungen. Hier wird nämlich keine Unterscheidung zwischen der Abfertigung nach der alten und der neuen Regelung unternommen. Bauarbeiter haben einen Anspruch auf eine Abfertigung, sobald ein ununterbrochenes Arbeitsverhältnis von drei Jahren vorliegt oder wenn innerhalb von drei Jahren mindestens 92 Kalendermonate für ein und denselben Arbeitgeber gearbeitet wurde.

Die Unterbrechung darf in dem Falle jedoch nicht die Dauer von 22 Wochen überschreiten. Auch hier beeinflusst die Beschäftigungsdauer die Höhe der Abfertigung im Falle einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses. So bekommen Bauarbeiter bei einem Beschäftigungsverhältnis von 156 Wochen zwei Monatsentgelte Abfertigung oder beispielsweise bei 1300 Wochen 12 Monatsentgelte.

Voraussetzungen

Es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, damit es zu einer Auszahlung der Abfertigung nach den alten Regelungen kommt. Es kommt nur zu einer Auszahlung dieser, wenn die Kündigung durch den Arbeitgeber erfolgt. Außerdem hat man Anspruch auf eine Abfertigung, wenn ein befristetes Arbeitsverhältnis abläuft, es zu einer ungerechtfertigten Entlassung kommt oder bei einvernehmlicher Auflösung des Dienstverhältnisses, nicht aber bei Kündigung durch den Arbeitnehmer.

Was passiert, wenn der Arbeitnehmer selbst kündigt?

Grundsätzlich besteht in diesem Falle, wie bereits erwähnt, kein Anspruch auf Auszahlung der Abfertigung. Es gibt hierbei jedoch Ausnahmen, bei denen es zu einer Auszahlung kommen kann. Arbeitet jemand mindestens 10 Jahre im Unternehmer und kündigt auf Grund des Alters oder der langen Versicherungsdauer und geht in Pension, dann besteht durchaus ein Anspruch auf Abfertigung. Aber auch, wenn das Arbeitsverhältnis seitens des Arbeitnehmers auf Grund einer mindestens sechs Monate vorliegenden Berufsunfähigkeit oder Invalidität gekündigt wird oder dieser wegen anderen gerechtfertigten Gründen kündigt, hat er einen Anspruch auf Abfertigung.

Welche Voraussetzungen führen dazu, dass die Abfertigung (Alt) nicht ausbezahlt wird?

Eine Abfertigung entfällt dann, wenn der Arbeitnehmer ohne gerechtfertigten Grund kündigt, er mit eigenem Verschulden fristlos entlassen wird oder ohne wichtigen Grund vorzeitig aus dem Arbeitsverhältnis austritt.

Haben Teilzeitbeschäftigte auch Anspruch auf eine Abfertigung?

Teilzeitkräfte haben ebenso einen Anspruch auf Abfertigung wie auch vollzeitbeschäftigte Personen. Auch geringfügig Beschäftigte erwerben einen Anspruch auf Abfertigung.

Unterschied zwischen Abfertigung Alt und Abfertigung Neu:

Die grundlegenden Unterschiede zwischen der Abfertigung nach der alten und der neuen Regelung sind etwa, dass bei der nach der neuen Regelung bereits nach zwei Monaten (und nicht erst nach drei Jahren) einen Anspruch auf Abfertigung. Außerdem können die Abfertigungsansprüche von einem zum anderen Arbeitgeber „mitgenommen werden“ und sie verfallen auch bei Arbeitnehmerkündigung nicht.

So gesehen, hat sich mit der Änderung der Regelungen viel getan und für Personen, die bereits unter die neue Regelung fallen, viel verbessert. Der Anspruch auf Abfertigung besteht schneller und man muss nicht fürchten, den Anspruch zu verlieren, nur weil man selbst das Arbeitsverhältnis beendet.