Die Abfertigung ist im Prinzip ein anderer Begriff für die Mitarbeitervorsorge. Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, 1,53% vom Bruttogehalt an eine zuvor vereinbarte Vorsorgekasse einzubezahlen. In der Regel befindet sich im Dienstvertrag ein Absatz zu diesem Thema, der sich insbesondere der Frage danach widmet, welche Kasse gewählt wird.

Seit dem Jahr 2008 wurden auch freie Dienstnehmer sowie Selbständige in das Abfertigungssystem in Österreich eingegliedert. Diese bezahlen denselben Prozentsatz mittels der Zahlung für die Sozialversicherung ein.

Alle Informationen zur Abfertigung Alt finden Sie hier!

Warum ist die Abfertigung wichtig?

Der Grundgedanke hinter diesem System ist jener, dass dieser Teil dem später einem jeden Bürger zustehenden Pensionsanteil aufzubessern. Je nach Wunsch hat man hier die Möglichkeit, sich das bestehende Guthaben in einer monatlichen Rate oder auch auf einen Schlag ausbezahlen zu lassen. Die Ratenzahlung wird natürlich nur so lange vorgenommen, bis das Guthaben erschöpft ist. Bei der Auszahlung wird die Lohnsteuer abgerechnet, der Rest gelangt dann auf ein Konto nach Wunsch, welches zuvor bei der Mitarbeitervorsorgekasse angegeben werden muss.

Auszahlung

Obwohl dies der Grundgedanke ist, haben österreichische Arbeitnehmer allerdings auch die Möglichkeit, sich die Abfertigung nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ausbezahlen zu lassen. Hierfür gibt es ein paar Bedingungen, die erfüllt werden müssen Einerseits muss das Dienstverhältnis mindestens drei Jahre überdauert haben. Und andererseits muss zusätzlich dazu zumindest einer der nachfolgenden Punkte zutreffen:

  • Das Dienstverhältnis wurde einvernehmlich aufgelöst
  • Kündigung durch den Arbeitgeber
  • Fristlose Entlassung, sofern diese ungerechtfertigt und unverschuldet geschehen ist
  • Berechtigter vorzeitiger Austritt aus dem Dienstverhältnis, wie zum Beispiel durch Mutterschafts- oder Vaterschaftsaustritt
  • Tod des Arbeitnehmers (hier wird die Abfertigung zur Todfallsabfertigung, welche an den Ehepartner und die Kinder ausbezahlt wird, falls für diese Familienbeihilfe bezogen wird)
  • Beendigung des Dienstverhältnisses durch einen Zeitablauf

Wer die Abfertigung nicht ausbezahlt haben möchte, kann diese weiter veranlagen und sie dann zum späteren Zeitpunkt, wie etwa beim Pensionsantritt, nutzen. Es ist nicht möglich, während eines Arbeitsverhältnisses darauf zuzugreifen. Bei der Auszahlung ist allerdings die Option gegeben, nur einen Teil weiter zu veranlagen und sich den Rest auszahlen zu lassen.

Abfertigungsanspruch bei Selbständigkeit

Entschließt man sich dazu, in die Selbständigkeit einzutreten und findet daher eine Kündigung aus eigenen Schritten statt, so besteht nicht sofort ein Anspruch auf Abfertigung. In diesem Fall muss man eine Wartezeit von fünf Jahren einhalten, in der die Selbständigkeit nicht für ein Angestelltenverhältnis unterbrochen wird, um sich dann die Abfertigung auszahlen lassen zu können.

Unterschied: Abfertigung Alt und Abfertigung Neu

Die Abfertigung funktioniert mittlerweile nach einem Rucksackprinzip. Wird ein Arbeitsverhältnis beendet, so kann das bis dahin eingezahlte Guthaben zum nächsten Dienstverhältnis weitergenommen werden. Es geht also nicht verloren. Dies ist allerdings eine Änderung, die erst mit der Abfertigung Neu in Kraft getreten ist. Bei der Abfertigung Alt kann es dazu kommen, dass der Anspruch erlischt, wenn nicht die zuvor genannten Kriterien eintreten, um sich den Betrag auszahlen lassen zu können.

Woran erkenne ich, welche Abfertigung auf mich zutrifft?

Dienstverhältnisse, die ab dem Jahr 2004 geschlossen wurden, fallen bereits unter die Abfertigung Neu. Alle, die zuvor eingegangen worden sind, unter Umständen nicht. Es ist ratsam, hier beim Betriebsrat, dem nächsten Vorgesetzten, in der Lohnverrechnung oder bei der Vorsorgekasse direkt nachzufragen.

Viele Firmen haben mittlerweile selbst auf die Abfertigung Neu umgestellt. Sollte dies nicht der Fall sein, so besteht die Möglichkeit, eine gemeinsame Einigung zu finden und auf das neue System überzutreten. Die schriftliche Einwilligung des Arbeitgebers muss dafür aber vorliegen.

Wichtige Fragen und Antworten zur Abfertigung

Weitere wichtige Fragen und Antworten zur Abfertigung alt und Abfertigung neu finden Sie hier:

Kann man die Kasse jederzeit wechseln?

Ist einmal eine Entscheidung getroffen, welche Vorsorgekasse gewählt wird, so gibt es keine Möglichkeit, dies einfach zu ändern. Folgt keine Auswahl durch den Arbeitgeber, so erfolgt die Zuweisung durch den Hauptverband.

Was passiert, wenn der Arbeitgeber in Konkurs geht?

Weder der Arbeitgeber, noch dessen Gläubiger haben Zugriff auf bereits getätigte Abfertigungszahlungen. Es besteht keine Gefahr, dass dieses Geld dazu genutzt wird, um das Unternehmen des insolvenzgefährdeten Arbeitgebers davor zu bewahren.

Was passiert, wenn die Vorsorgekasse in Konkurs geht?

Auch in so einem Fall ist der Anspruch nicht verloren. Ansprüche auf Abfertigungen sind individuell auf bis zu 20.000 Euro insolvenzversichert, was bedeutet, dass für jede einzelne Veranlagung eine solche Absicherung getroffen worden ist.

Höhe der Abfertigung

Zumindest alle drei Jahre erhält man eine Information über die Anspruchhöhe. Allerdings versenden Vorsorgekassen in der Regel einmal zum Jahresende oder alternativ zum Jahresbeginn eine Information mit dem aktuellen Kontostand. Bei Interesse ist es natürlich möglich, jederzeit bei der jeweiligen Vorsorgekasse anzurufen oder per Mail danach zu fragen, um eine solche Information postalisch zugesendet zu bekommen. Diese beinhält dann den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Stand. Es steht aber auch immer ein Zeitraum dabei, daher ist der Kontostand sehr übersichtlich und überschaubar.

Was passiert mit der Abfertigung, solange sie nicht ausbezahlt wird?

Das bestehende Guthaben wird von der Vorsorgekasse angelegt und veranlagt. Es besteht eine Sicherheit aufgrund staatlicher Gesetze, dass zu jeder Zeit zumindest das, was vom Arbeitgeber einbezahlt worden ist, vorhanden bleibt. Aus diesem Grund ist die Höhe der endgültigen Abfertigung immer davon abhängig, welche Ergebnisse die Vorsorgekasse erzielen konnte. Die Summe kann nach oben hin stets variieren.