Unter Frühpension versteht man in Österreich einen vorzeitigen Pensionsbezug meist aus Krankheitsgründen oder Invalidität. Der erste Schritt ist die Antragsstellung, diese sollte möglichst frühzeitig erfolgen.

Die Inanspruchnahme jeder Art Pension, ob Früh- oder normale Pension, Waisen- oder Witwenpension, muss entsprechend beantragt werden. Ein ärztliches Gutachten sollte allerdings vorliegen, aus dem hervorgeht, dass der Betroffene nicht mehr die benötigte Arbeitskraft aufbringt. Zwei Alternativen sind gesetzlich festgelegt, entweder eine befristete Frühpension von höchstens zwei Jahren oder eine unbefristete.

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Alle Informationen zum Anspruch, der Antragstellung und zur Höhe der vorzeitigen Pension finden Sie hier:

Richtlinien für die Gewährung der Frühpension

Das Alter des Antragstellers wird berücksichtigt, ob das Geburtsjahr vor 1955 lag oder später war. Die älteren Jahrgänge können in Frühpension gehen, wenn der Versicherungszeitraum erfüllt wurde. Eine Frühpension kann auch bei langer Versicherungsdauer berücksichtigt werden, wenn der Antragsteller 450 Beitragsmonate der Pflichtversicherung nachweisen kann oder 37 ½ Jahre gearbeitet hat. Zwei Jahre bei Erhalt von Kinderbetreuungsgeld werden pro Kind berücksichtigt. Ausbildungszeiten und Zivildienst sind selbstverständlich auch Kalkulationsgrundlagen.

Kalkulierte Abschläge bei der Frühpensionshöhe

Bei der vorzeitigen Inanspruchnahme der Pension muss mit 4,2 % Abschlag jährlich gerechnet werden. Ab dem Jahr 2017 wird der Abschlag mit 5,1 Prozent kalkuliert. Bei einem 62-Jährigen reduziert sich beispielsweise die Rente um ca. 15 %.

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Schwerstarbeitspension

Die Schwerstarbeitspension ist eine Variante der Frühpension und wird nach Erfüllung der Versicherungszeit gewährt. Allerdings muss an dieser Stelle belegt werden, dass 45 Jahre Versicherung bestehen, zusätzlich müssen davon mindestens zehn Jahre Schwerstarbeit innerhalb der letzten 20 Jahre nachweisbar sein. Die Frühpension an sich soll laut Veröffentlichungen langsam abgeschafft werden.

Welche Tätigkeit wird als Schwerstarbeit gewertet

Es handelt sich nicht nur um körperliche Tätigkeiten, auch psychisch stark beanspruchte Mitarbeiter werden berücksichtigt.

  • Schichtdienst, vor allem Nachtarbeit,
  • Arbeiten unter dem Einfluss von extremer Hitze oder Kälte,
  • schwere körperliche Arbeit,
  • Pflegepersonal (Hospiz, Altenheime, onkologische Stationen), Lehrer.

Für Frauen gilt diese Regelung nicht, da sie das Pensionsalter erreicht haben, bevor das Recht der Schwerstarbeit in Anspruch genommen werden kann. Diese Variante beinhaltet ebenfalls einen jährlichen prozentualen Abschlag. Wichtig ist bei vorzeitigen Pensionsanträgen, dass zum Stichtag keine Pflichtversicherung oder Pensionsversicherung besteht. Einkommen, die die Mindesterwerbsgrenze überschreiten, verhindern die Gewährung der Frühpension.

Rehabilitation

Der Grundsatz ist an dieser Stelle anwendbar: Rehabilitation vor Pension. Es wird mit allen Mitteln versucht, dass eine Verbesserung des Gesundheitsstandes durch eine Rehabilitierung erreicht werden kann. Sollte die derzeitige Beschäftigung körperlich schwer sein, wird nach der Rehabilitation eine leichtere Tätigkeit vermittelt. Unter Umständen muss sich der Antragsteller/in an Weiterbildungsmaßnahmen beteiligen, wenn Aussicht auf eine Beschäftigung gegeben ist.

Bis zu einem Jahr wird die Therapie mit entsprechendem Fachpersonal durchgeführt, um dann, wenn keine Besserung eingetreten ist, eine andere Lösung zu finden. Die Hilfsangebote reichen nicht aus. Die Willenskraft wieder beruflich tätig zu werden, fehlt bei manchen Kranken. Verständlich, wenn die psychischen Probleme durch den Beruf entstanden sind. Die Ausübung der Alltagspflichten verursacht nur noch Alpträume, statt einen Lebensinhalt zu vermitteln. In manchen Fällen haben Umschulungen und neue Berufsperspektiven Hilfe gebracht. Die Betreuung von Therapeuten ist von äußerster Wichtigkeit.

Richtlinien zur Erlangung der Frühpension

Wenn der Antragsteller/in vor dem 01.01.1964 geboren wurde, wird eine Frühpension unter dem Begriff Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension gewährt. Bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit ist die Zeitdauer der Versicherung irrelevant, wichtig ist, dass überhaupt eine Versicherung besteht.

Ältere Versicherte sind nach Vollendung des 59. Lebensjahres als berufsunfähig einzustufen, wenn die Arbeitsleistung durch gesundheitliche Schäden nicht mehr vollständig gegeben werden kann. Die Integration in ein Teilzeit-Arbeitsverhältnis ist eventuell bei manchen Kranken möglich. Wenn ein Invalide im Rollstuhl sitzt, jedoch selbst unbedingt beschäftigt sein möchte, würde er eine Tätigkeit, die er mit den Händen ausüben kann, durchaus annehmen.

Erlangung der Frühpension erschwert

Die Meinungen der User im Internet und der Verbraucher sind dahingehend, dass die Frühpension nicht mehr so einfach durchzusetzen ist. Es gibt beispielsweise sehr viele Burn-out Fälle, in Österreich und auch in Deutschland, die aber gar nicht den Bezug einer Frühpension garantieren. Statt Frühpension wird eine umfassende Therapie verordnet. Die Wiedereingliederung in den eigentlichen Beruf oder eine andere Tätigkeit wird angestrebt, um die Zahl der Frühpensionen zu reduzieren. Immer mehr Anträge werden abgelehnt.

Manche Menschen behaupten, dass die Krankengeschichte nicht komplett berücksichtigt wurde. Bei Frauen sind die Burn-out-Erkrankungen häufiger als bei Männern. Für den einzelnen Menschen ist das schwer nachzuvollziehen, aber der Staat kann die Ausgaben durch die Vielzahl der Frühpensionäre nicht mehr stemmen. Wenn diese Menschen ins Arbeitsleben zurückkehren, werden sie trotz Rehabilitierung, viele Krankentage beanspruchen müssen.

Lösung der anstehenden Probleme

Statt Frühpension gibt es für die psychisch Kranken, die jünger als 50 Jahre sind, Rehabgeld (Rehabilitationsgeld). Eine Hoffnung auf Wiedereingliederung ins Berufsleben ist dann eher gegeben als durch den Bezug der Frühpension. Durch medizinische Betreuung und gegebenenfalls einer Umschulung wird mit allen Mitteln versucht, den Kranken eine Tätigkeit in Aussicht zu stellen. Um die endgültige Berufsunfähigkeit schneller zu diagnostizieren, werden Kranke, die länger als 28 Arbeitstage arbeitsunfähig sind, von den Krankenkassen beraten.

Eine Rückkehr aus der festgestellten Invalidität geschieht fast nie. Eine körperliche Abnutzung kann selbstverständlich nicht so einfach behoben werden. Eine psychische Erkrankung bietet schon mehr Möglichkeiten zur Besserung durch Therapie, stressfreie Tätigkeiten usw.

Nebenberufliche Tätigkeit

Wenn der Verbraucher eine Pension wegen Invalidität oder Berufsunfähigkeit bezieht, jedoch noch einem Nebenerwerb nachgeht, der über die Geringfügigkeit hinausgeht, wird der Verdienst berücksichtigt. Das sieht dann so aus, dass nur eine Teilpension in Anspruch genommen werden kann, und das zweite Einkommen entsprechend kalkuliert werden muss. Man sollte sich also vor Beginn der Nebenerwerbstätigkeit eingehend bei den Ämtern erkundigen, ob sich dieser Aufwand überhaupt für den Betreffenden lohnt. Die Grenzen der Hinzuverdienstmöglichkeiten müssen genauestens geprüft werden.

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