19.11.2019, 08:00 Uhr | von | Wirtschaft

Der Black Friday und der Cyber Monday gelten weltweit als umsatzstärkste Tage des Jahres im Online-Handel. Österreichische Unternehmen erwarten an diesen Tagen einen Umsatz von rund 400 Millionen Euro.

Black Friday - Milliardenumsatz zum Start des Weihnachtsgeschäfts erwartet
Bild: Finanz.at / pixabay.com (Montage)

Am 29. November 2019 findet mit dem Black Friday der umsatzstärkste Tag für den Einzel- und Online-Handel in Österreich statt. An diesem Tag werben Unternehmen weltweit mit speziellen Rabatten und läuten so den Start des Weihnachtsgeschäfts ein. Viele Unternehmen starten ihre Aktionen bereits am Tag zuvor, dem 28. November, um die Nachfrage nach Rabatten und Aktionen voll auszuschöpfen.

In Österreich springen immer mehr Einzelhändler auf den besonderen "Shopping-Tag" auf und locken mit speziellen Rabatten. Mittlerweile findet der Aktionstag nicht mehr nur im Online-Handel, sondern auch im stationären Handel statt.

Die Wirtschaftskammer Österreich rechnet mit bis zu 400 Millionen Euro Umsatz für heimische Unternehmen an Black Friday (29.11.2019) und Cyber Monday (02.12.2019), wie die Sprecherin der Handelssparte der WKO auf Nachfrage der Finanz.at-Redaktion mitteilte.

Beliebtheit vor allem bei unter 30-Jährigen hoch

Laut Erhebungen der Wirtschaftskammer Österreich sind der Black Friday und der Cyber Monday besonders bei jungen Österreichern sehr beliebt. Rund 90 Prozent der unter 30-Jährigen kennen wenigstens einen der beiden Einkaufstage. In der Altersgruppe ab 60 liegt der Bekanntheitsgrad nur noch bei knapp 50 Prozent.

Drei Viertel der unter 30-Jährigen nutzen Aktionstage

Bei den geplanten Einkäufen an diesen Tagen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab.

"Bei den unter 30-Jährigen werden 68 Prozent am Black Friday und/oder Cyber Monday einkaufen", teilt die WKO auf Anfrage von Finanz.at exklusiv mit. Mit steigendem Alter sinkt der Anteil der geplanten Käufe jedoch stark. Nur noch 16 Prozent der über 60-Jährigen planen einen Einkauf am Black Friday bzw. Cyber Monday.

Insgesamt werden rund 25 Prozent der Österreicher (1,9 Millionen) über 15 Jahre an einem der beiden Tage einkaufen. Das erklärte die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich auf Anfrage gegenüber Finanz.at. Im Jahr 2018 lag dieser Wert noch bei 20 Prozent. Durchschnittlich will jeder von ihnen an diesen Tagen 220 Euro ausgeben.

Amazon knüpft mit dem Cyber Monday als eigenem Shopping-Event direkt nach dem Wochenende an den Black Friday an. Im Vorjahr konnte Amazon an diesem Tag alleine in den USA einen Rekordumsatz von 7,9 Milliarden US-Dollar erwirtschaften.

Kritik an Black Friday: Rückgang des Gewinns möglich

Der Black Friday ist dennoch nicht ganz unumstritten. Viele Wirtschaftsexperten halten es nicht für sinnvoll mit derartigen Rabatten bereits zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts zu werben. Trotz der vielen wirtschaftlichen Vorteile für Unternehmen, seien die Rabatt-Tage ein zweischneidiges Schwert.

"Einer höheren Kundenfrequenz samt mehr Umsatz steht oft sogar ein Rückgang des Gewinns gegenüber. Die Herausforderung besteht darin, Schnäppchenjäger zu Stammkunden zu machen", teilte die Handelssparte der Wirtschaftskammer auf Anfrage von Finanz.at mit.

Handelsverband unterstützt heimische Unternehmen

Werbeaktionen zum "Black Friday" sind rechtlich oft heikel. Grund dafür ist das chinesische Unternehmen Super Union Holdings Ltd., das sich den Begriff schützen lies. Seither werden Unternehmen, die mit dem Begriff "Black Friday" für Rabattaktionen werben, regelmäßig abgemahnt.

Der Handelsverband hat daher eine Initiative zur Unterstützung österreichischer Handelsunternehmen ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Markenrechtsexperten werden auf handelsverband.at Logos und Werbematerial für die Sondereinkaufstage zur Verfügung gestellt.

Beginn des Weihnachtsgeschäfts

Der Black Friday stammt ursprünglich aus den USA und fällt immer auf den Freitag nach Thanksgiving. Er gilt als Start in ein traditionelles Familienwochenende und als Beginn der Weihnachtseinkaufsaison. Aus diesem Grund werben weltweit Unternehmen mit besonderen Deals und Rabattaktionen zum Start des Christmas Shoppings.

Feiertage bescheren Online-Händler Rekordumsätze

Erst vor wenigen Wochen, am 11. November 2019, wurde in China der jährliche Singles Day gefeiert, an dem - ähnlich dem Black Friday - der chinesische Amazon-Konkurrenz Alibaba Rekordumsätze generiert. Durch die speziellen Rabatte zum "Guanggun Jie", wie er auf chinesisch genannt wird, setzte der Online-Händler 34,5 Milliarden US-Dollar um. Alleine in der ersten Stunde wurde ein Rekordumsatz von 12 Milliarden US-Dollar erzielt. Bereits im Vorjahr konnte Alibaba am Singles Day den Umsatz des US-amerikanischen Black Friday verdoppeln.

Referenzen:

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

Schlagwörter:

Black FridayCyber MondayAmazonEinzelhandelWeihnachtsgeschäftRabatt

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