19.12.2019, 12:00 Uhr | von | Finanzen

Der Bitcoin hat 2019 wieder einige Turbulenzen durchlebt. Die Kursschwankungen ließen die Kryptowährungen auf 11.200 Euro ansteigen und letztlich wieder um 50 Prozent fallen. Prognosen für 2020 sind schwer zu erstellen, Experten sehen Kryptowährungen jedenfalls weiterhin kritisch.

Prognose: Wie sich der Kurs von Bitcoins 2020 entwickeln wird
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Kursentwicklung und -Prognose für Bitcoins

Das Jahr 2019 war für Kryptowährungen - allen voran Bitcoins - ein turbulentes Jahr. Nach dem rasanten Anstieg im Dezember 2017 auf den bisherigen Höchststand von 12.255,37 Euro folgte im Jahr 2018 der anhaltende Abfall auf letztlich 3.247,15 Euro im Dezember 2018.

Mit einem Kurs von nur noch 3.267,10 Euro startete der Bitcoin schließlich am 01. Januar in das Jahr 2019. In der ersten Jahreshälfte 2019 verdreifachte sich dieser Wert abermals, bis er letztlich am 09. Juli 2019 seinen Jahreshöchstwert von 11.220,50 Euro erzielt hat. Was folgte, war ein Kurssturz um mehr als 50 Prozent bis Jahresende.

Bitcoin-Kurs 2019

Bitcoin-Kurs 2019

Was Anleger 2020 erwartet

Eine seriöse Prognose für das kommende Jahr 2020 kann für Bitcoins im Grunde nicht abgegeben werden.

"Das Problem ist, dass wir nicht wissen, was in der Vergangenheit für die Kursanstiege und -Abfälle verantwortlich war", erklärt Krypto- und Anlage-Experte Nikolaus Jilch im exklusiven Interview mit Finanz.at. "Faktum ist, dass der Bitcoin derzeit ein reines Spekulationsobjekt ist."

Der Kurs wird 2020 von zwei wesentlichen Faktoren abhängen: der erwarteten Halbierung im Mai und der Umsetzung der fünften EU-Geldwäscherichtlinie 2020.

Bitcoin-Halving im Mai 2020

Derzeit sind rund 18 Millionen von maximal 21 Millionen Bitcoins in Umlauf. Damit können nur noch 16 Prozent maximal möglichen Bitcoins "geschürft" werden. Diese Verknappung könnte in den kommenden Jahren jedenfalls Kursanstiege mit sich bringen.

Voraussichtlich im Mai 2020 wird das dritte Bitcoin-Halving (Halbierung) seit Einführung 2009 stattfinden. Das bedeutet, dass die Belohnung pro geschürften Block um die Hälfte reduziert wird. Alle 210.000 Blöcke - also Verifizierungen der Transaktionen in der Blockchain - findet diese Halbierung statt. Das geschieht in der Regel alle vier Jahre.

Im Mai kommenden Jahres soll die Anzahl von 630.000 geschürften Blöcken erreicht werden. Im Zuge der Halbierung wird die Belohnung für einen Block von 12,5 auf 6,25 Bitcoins gesenkt.

Regulierungen durch EU-Geldwäscherichtlinie

Die Einführung der 5. EU-Geldwäscherichtlinie hat zum Ziel, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung noch besser vorzubeugen. Zudem soll die Messbarkeit der Effektivität der Maßnahmen verbessert werden.

Darin enthalten ist auch eine Verschärfung der Richtlinien, um die Terrorismusfinanzierung mittels virtueller Währungen zu erschweren. Dafür sollen unter anderem zentrale Daten Banken in den EU-Mitgliedsstaaten eingerichtet werden, um die Identitäten und Wallet-Adressen von Nutzern und Besitzern von Kryptowährungen zu sammeln.

Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung durch Bitcoins seien laut Experten zwar nicht bewiesen, kriminelle Vorfälle und Betrügereien mit Kryptowährungen gab es in den letzten Jahren jedoch genügend.

Deutschland überlegt Banken den Verkauf von Bitcoins zu erlauben

Der Deutsche Bundestag debattierte darüber, Banken den Handel mit Kryptowährungen zu erlauben. Banken sollen Kryptowährungen verwahren und in ihr Anlageportfolio aufnehmen dürfen.

Damit könnte auch die breite Masse der Bevölkerung mehr Vertrauen in die von Betrugsskandalen und massiver Volatilität gebeutelten Bitcoin bekommen. Auch die neuen Regulierungen seitens der Europäischen Union könnten die Seriosität der Kryptowährungen steigern. Dennoch haben Kryptos laut Experten weiterhin ein großes Problem, das sie für sich selbst lösen müssen.

"Kryptowährungen müssen sich entscheiden, was sie sind: Währung oder Spekulationsobjekt", so Jilch im Gespräch mit Finanz.at. Solange dieser Konflikt nicht geklärt sei, wird sich an der Volatilität und dem Ansehen von Kryptowährungen bei der breiten Masse an Anlegern nicht verbessern, so der Krypto-Experte.

Eines ist jedenfalls sicher: Die Geldanlage in Kryptowährungen ist für Anleger hochriskant und sollte gut überlegt sein.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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BitcoinsKryptowährungPrognoseBlockchain

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