Die Kreditwürdigkeit sagt aus, ob der Kreditnehmer für die angeforderte Höhe der Kreditsumme würdig ist. Sie ermöglicht der Bank bzw. dem Kreditgeber damit zu erkennen und abzuschätzen, ob der Kreditnehmer den Kredit zurückzahlen können wird. Sprich: das Risiko für die Bank wird durch die Abfrage der Kreditwürdigkeit reduziert.

Was versteht man unter Kreditwürdigkeit?

Es kann der Fall auftreten, dass man eine größere Anschaffung tätigen will oder muss. In vielen Fällen benötigt man eine kleine Finanzspritze in Form eines Kredites von der Bank, um diese Anschaffung auch tatsächlich machen zu können. In der heutigen Zeit – geprägt durch Finanzkrisen und Co – ist es immer schwieriger, einen Kredit von der Bank zu bekommen. Die Banken prüfen genauer denn je, wer sich einen Kredit leisten kann und wer nicht. Ein Faktor, der eine besonders große Rolle im Zuge der Kreditvergabe spielt, ist die Kreditwürdigkeit. Dieser Begriff ist nicht mit der Kritikfähigkeit zu verwechseln, wenngleich dieser eine zwingende Voraussetzung der erfolgreichen Aufnahme eines Kredites oder eines Darlehens ist.

Unter der Kreditfähigkeit versteht man die gesetzliche Erlaubnis, dass eine Person überhaupt einen Kredit oder ein Darlehen aufnehmen darf. Das ist in der Regel der Fall, wenn der Kreditnehmer oder die Person, die Kreditnehmer werden will, das 18. Lebensjahr erreicht hat und die Personen in ihrer Geschäftsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist.

Bei der Kreditwürdigkeit geht es darum, festzustellen, ob der potentielle Kreditnehmer überhaupt in der Lage sein wird, das aufgenommene Darlehen der Ordnung halber und den Bestimmungen nach bezahlen können wird. Man untersucht also, ob eine Person „würdig“ ist, einen Kredit aufzunehmen.

Empfehlung: Jetzt unverbindliches Kreditangebot der Bank Austria einholen!

Was sagt die Kreditwürdigkeit aus?

Die Kreditwürdigkeit wird generell auch als Bonität bezeichnet und ist bei den meisten Banken Österreich, aber auch in Deutschland, in zwei Säulen unterteilt. Unter der ersten Säule versteht man die Abfrage einer so genannten Auskunftei, in der viele Informationen über den eventuellen Kreditnehmer gespeichert sind. In Österreich bekommen die Banken diese Informationen beim Kreditschutzverband. Es wird versucht, die Bonität anhand der gespeicherten Einträge zu ermitteln beziehungsweise einzuschätzen. Hat der Kunde einer Bank beispielsweise auffällig viele negative Einträge, so kann dies ein Indiz dafür sein kann, dass die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers nicht ausreichend ist. In so einem Fall wird die Darlehensvergabe seitens der Bank aufgrund unzureichender Kreditwürdigkeit abgelehnt. Besteht ein Kunde jedoch die erste Säule der Kreditwürdigkeit, so wird die zweite Säule getestet.

Hier wird geprüft ob die Person, die um einen Kredit ansucht, ein regelmäßiges Einkommen hat. Die Anforderungen sind von Kreditinstitut zu Kreditinstitut unterschiedlich. So fordern manche Kreditinstitute neben einem regelmäßigen Einkommen auch, dass der Kunde sich nicht mehr in der Probezeit befindet oder schon seit mindestens so und so vielen Jahren bei einem Arbeitgeber beschäftigt ist. Demnach haben vor allem Selbstständige und Personen, die freiberuflich tätig sind, bei vielen Kreditinstituten weniger Chancen auf einen Kredit, da diese in der Regel kein fixes Einkommen vorzuweisen haben. Kommt die Bank jedoch auch bei diesem „Test“ auf ein positives Ergebnis, so steht der Kreditvergabe grundsätzlich nichts mehr im Wege.

Infos rund um die Kreditwürdigkeit

Banken sind vom Gesetz her nicht dazu verpflichtet, die Kreditwürdigkeit einer Person vor Kreditvergabe zu überprüfen. Andere Verpflichtungen der Bank gegenüber dem Kunden führen jedoch dazu, dass jede Bank eigentlich die Bonität eines jeden Kunden prüfen muss.

Es gibt auch noch viele andere Faktoren, die mitspielen, wenn es darum geht, ob man als Kunde vor der Bank als kreditwürdig erscheint oder nicht. Diese Faktoren, die hier mitspielen, werden im Folgenden näher erläutert.

  • Einnahmen und Ausgaben: Die Berufstätigkeit ist, wie bereits kurz angeschnitten, ein wichtiges Kriterium im Zuge der etwaigen Kreditvergabe. Von Vorteil ist es, wenn man eine feste Anstellung nachweisen kann mit einem geregelten Einkommen. Üblich ist es, drei Gehaltsnachweise zum Kreditgespräch mitzubringen. Auch ein lückenloser Lebenslauf kann seitens der Bank gut aufgenommen werden. Wenn das Girokonto weitgehend im Plus ist, ist das ein weiteres Indiz für die Bank, dass man seine Einnahmen und Ausgaben – kurz gesagt die Finanzen – im Griff hat. Hat man ein frei verfügbares Kapital pro Monat zur Verfügung, so stimmt das die Bank gut. Hat man bereits Kredite und Verbindlichkeiten bei derselben Bank oder bei einem anderen Kreditinstitut, so kann sich das wiederum negativ auswirken.
  • Genügend Informationen: Wenn man vorher alle nötigen Informationen und auch solche, die das Kreditinstitut nicht verlangt, jedoch dennoch interessieren könnten, zusammensucht und kann diese beim Kreditgespräch präsentieren, so macht es gleich zu Beginn einen guten Eindruck.
  • Richtige Vorbereitung: Die ausreichende Vorbereitung und die offene Bereitstellung der nötigen Informationen macht ferner ein gutes Bild. Man sollte alles Positive, was man vorzuweisen hat, auch zeigen. Dazu zählt nicht nur, dass man zeigt, dass man regelmäßig spart, sondern auch Sicherheiten, wie Immobilien, Lebensversicherungen oder andere Ersparnisse, die man zur Verfügung stellen kann.
  • Privatleben: Aber nicht nur das Einkommen, das Arbeitsverhältnis oder etwaige Sicherheiten interessieren die Bank vor Kreditvorgabe. Die Banken legen auch Wert auf das Privatleben des potentiellen Kreditnehmers. Informationen über die Lebensumstände, ob man verheiratet ist oder in einer Partnerschaft lebt oder nicht, ob man Kinder hat, ob man oft umzieht, usw. spielen auch eine Rolle bei der Kreditvergabe. Dies kann sich, wenn man den Kredit bewilligt bekommt, auch direkt auch die Konditionen auswirken.

Diese kurze Zusammenfassung zeigt, wie viele Faktoren bei der Kreditwürdigkeit und dessen Einschätzung mitwirken.