Es kann der Fall sein, dass man aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung zu einem Pflegefall wird. Dabei kommt es in der Regel zu einem Verlust des bisherigen Einkommens, da man seine Arbeit nicht mehr ausführen kann, andererseits muss man einiges an Kosten, wie zum Beispiel für die ausreichende Pflege und Betreuung aufwenden.

Neben der Tatsache, dass man zu einem Pflegefall wurde, kommt noch zusätzlich Druck in finanzieller Hinsicht. Hierbei kann eine passende private Pflegeversicherung Abhilfe schaffen. Neben dieser bietet aber auch die gesetzliche Pflegeversicherung Schutz und Hilfe in finanzieller Hinsicht.

Was ist bei einer Pflegeversicherung gedeckt?

Im Folgenden werden die Eigenschaften der gesetzlichen, aber auch der privaten Pflegeversicherung angeführt, sodass die Unterschiede klar werden.

Gesetzliche Pflegeversicherung

Um Pflegegeld zu bekommen, müssen zwei wichtige Voraussetzungen erfüllt sein. Einerseits muss ein Pflegebedarf, der länger als sechs Monate dauert, vorliegen, andererseits muss dieser einen Zeitaufwand pro Monat von mindestens 65 Stunden beanspruchen. Beantragt man Pflegegeld, so kommt in der Regel ein Amtsarzt bei der betroffenen Person vorbei und im Zuge eines Gespräches bzw. Untersuchung wird ermittelt, welche Stunden Bedarf an Pflege für die jeweilige Person von Nöten ist.

Im Zuge dieser Ermittlung wird erfragt, wer etwa die Wohnung reinigt, wer das tägliche Essen zubereitet, wer Kleidung wäscht und welche sonstigen Hilfestellungen benötigt werden. Je nachdem, welche Antworten gegeben werden, nimmt man bestimmte Pauschalwerte an. Der notwendige Aufwand am Pflege wird in Pflegestufen eingeteilt. Grundsätzlich ist es der Fall, dass der monatliche Bezug umso größer ist, je höher die Pflegestufe ist. Die staatliche Unterstützung ist bestimmt hilfreich, in der Praxis reicht das Pflegegeld aber in der Regel nicht aus, um anfallende Kosten zu decken. Hierbei kommt die private Pflegeversicherung ins Spiel. Nur in Kombination mit einer privaten Pflegeversicherung kann die staatliche Hilfe zum umfassenden Schutz der betroffenen Person führen.

Private Pflegeversicherung

Bei dieser Art der Vorsorge ist es zunächst wichtig, vor Abschluss die diversen Anbieter und deren Angebote eingehend zu vergleichen, um eine sinnvolle und kluge Wahl bezogen auf das Versicherungsunternehmen und das Versicherungsprodukt treffen zu können. Grundsätzlich empfiehlt es sich im Zuge des Versicherungsvergleiches folgende Kriterien zu beachten:

Wann wird gezahlt?

Ein Faktor, der bei der Wahl der Versicherung auch entscheidend sein kann, ist, wann die Versicherungsleistung geltend gemacht werden kann. Wenn man noch im Krankenhaus ist bezahlen zum Beispiel viele Versicherungsunternehmen noch kein Geld. In manchen Fällen dauert der Krankenhausaufenthalt jedoch eine lange Zeit, sodass dies auf alle Fälle vor Abschluss eines Vertrages beachten werden sollte.

Wie viel wird bezahlt?

Das, was man im Falle einer Pflegebedürftigkeit im Monat von der Versicherung bekommt, ist wohl einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahl der Versicherung. Im Schnitt betragen die monatlichen Leistungen zwischen 400 und 1.000 Euro – wobei die hierfür zu bezahlenden Prämien zwischen wenigen bis in etwa 50 Euro pro Monat liegen. Man bekommt die Leistung zusätzlich zur staatlichen Hilfe, wodurch die Prämienhöhe für die versprochene Leistung durchaus sinnvoll sein kann. So stellt die private Pflegeversicherung, ebenso wie die private Krankenversicherung, eine nützliche Zusatzversicherung dar.

Gibt es Altersgrenzen?

Auch Altersgrenzen sind zu beachten. Manche Versicherungsgeber zahlen nur bis zu einem gewissen Alter, bei dem ohnehin Pflegebedürftigkeit angenommen werden kann. Andere hingegen versichern nur Personen ab einem bestimmten Alter. Man sollte sich daher vorab über die Motive des Abschlusses einer privaten Pflegeversicherung im Klaren sein. Man kann sich gegen die Kosten einer Pflegebedürftigkeit in Folge einer Krankheit oder eines Unfalls schützen wollen oder aber auch die in Folge des fortgeschrittenen Alters eintretende Bedürftigkeit. Österreich bietet eine große Versicherungslandschaft mit vielen Anbietern, die jeweils viele Produkte und Produktvarianten anbieten. Man kann also durch ausreichende Recherche, die zu einem am besten passende Versicherung finden.

Wie hoch ist die Prämie?

Aber auch die Prämienhöhe ist ein ausschlaggebender Punkt bei der Wahl des Versicherungsgebers. Diese setzt sich aus den anderen hier angeführten Punkten unter anderen zusammen. Man sollte auf alle Fälle darauf achten, dass diese im Vergleich zu anderen Mitbewerbern nicht allzu teuer ist, hat man für sich die anderen Kriterien festgelegt.

Ab welcher Pflegestufe wird bezahlt?

Auch der Versicherungsschutz der privaten Pflegeversicherung hängt von der gesetzlichen Einstufung der Bedürftigkeit ab. Wie schon erwähnt, stuft ein Amtsarzt die Pflegebedürftigkeit ein. Viele Verträge sehen nur dann eine Leistung vor, wenn eine bestimmte, meist höhere Pflegestufe erreicht wird. Wenn man sich sicher sein will, dass man selbst bei einer niedrigeren Pflegeeinstufung Geld von der Versicherung bekommt, so muss man oftmals unverhältnismäßig hohe Prämien bezahlen. Man sollte sich in jedem Falle vorab überlegen, ob man bei einer niedrigeren Einstufung – bei der auch meist nur geringe Mehraufwendungen notwendig sind – auch Geld beziehen möchte oder nicht.

Zusammenfassend kann man sehen, dass man bei der Wahl der Versicherung einige Punkte beachten und ausreichend viele Angebote und Anbieter untereinander vergleichen sollte, um mitunter bessere Leistungen zu einer geringeren Prämienzahlung zu bekommen. Damit kann in der Regel eine Menge Geld gespart werden.

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