04.11.2019, 11:02 Uhr | von | Arbeitnehmer
Strengere Regelungen für Überstundenbezahlung von ÖGB und AK gefordert
Bildquelle: AK-Präsidentin Renate Anderl (Bildquelle: Sebastian Philipp, BAK)

Laut der AK-Chefin Renate Anderl ist es eine große Ungerechtigkeit, dass Überstunden oftmals unbezahlt bleiben. Dies ist grundsätzlich deshalb möglich, da Verfallsfristen in Arbeitsverträgen zulässig sind.

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in gesetzliches Verbot von Verfallsfristen für Überstunden-Zuschläge in Arbeitsverträgen wird von der Arbeiterkammer gefordert. Außerdem will diese auch Strafzuschläge für den Fall, falls die Bezahlung von Überstunden nicht korrekt erfolgt. 43 Millionen Überstunden werden derzeit jährlich in Österreich nicht bezahlt. Auf diese Zahlen der Statistik Austria verweist die Arbeiterkammer.

In einer Mitteilung äußerte vergangenen Donnerstag Renate Anderl, AK-Präsidentin, dass dies dem Fall entsprechen würde, dass alle ArbeitnehmerInnen zwei Monate des Jahres keinerlei Geld und Zeitausgleich bekommen würden. In einer anderen Rechnung leistet jede/r der 3,7 Millionen unselbstständig-tätigen ArbeitnehmerInnen im Durchschnitt pro Monat eine unbezahlte Überstunde.

Grund hierfür sieht Frau Anderl vor allem in den in Arbeitsverträgen zulässige Verfallsfrist für Überstunden. Die Arbeiterkammer fordert nun daher ein Verbot dieser Verfallsfristen. Außerdem sprach sich der ÖGB-Präsident für große Strafzuschläge aus. Der ÖGB könne sich demnach eine Überstundenverdoppelung vorstellen, was bedeuten würde, dass die Überstundenbezahlung sich dann verdoppelt, wenn die Bezahlung vorenthalten wird. Der Betrag, der den ArbeitnehmerInnen jährlich entfällt, wird vom AK-Direktor Christoph Klein auf beinahe 1 Milliarde € geschätzt.

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aktualisiert: 04.11.2019, 11:02 Uhr