Soll der Traum vom Eigenheim in die Tat umgesetzt werden, sollte sich im Vorfeld ein Überblick darüber verschafft werden, welche Kosten bei einem Hausbau überhaupt anfallen.

Es ist schwierig, pauschale Aussagen darüber zu treffen, mit welchen Kosten Hausbau in Österreich gerechnet werden müssen. Im Durchschnitt betragen die Kosten für eine Wohnfläche über 150 Quadratmetern auf einem 850 Quadratmeter großen Grundstück rund 320.000 Euro. Es gibt allerdings starke Abweichungen von diesem Mittelwert, da die Kosten von vielen unterschiedlichen Kriterien abhängig sind.

Die Lage des Grundstücks

Erheblich beeinflusst werden die Kosten durch die Lage des Grundstücks. Die Bestimmung des Preises erfolgt durch das Verhältnis von Nachfrage und Angebot. Um einiges günstiger sind in der Regel Grundstücke auf dem Land als im städtischen Bereich.

Der Typ des Hauses

In seinem Bau ist ein Massivhaus wesentlich kostenintensiver als ein Fertighaus. Die Summe ist ebenfalls abhängig von der Form und der Zahl der Etagen. Der Bau wird umso komplizierter, desto verwinkelter die Form ist.

Der Keller

Es ist mit viel Aufwand verbunden, ein Kellergeschoss zu bauen. Diejenigen, die eine Kellerfläche nicht unbedingt benötigen, können hier einige Kosten einsparen, wenn sie darauf verzichten.

Die Grundfläche

Das Bauprojekt wird umso teurer, desto größer das zukünftige Haus werden soll. Die Arbeits- und Materialkosten fallen pro Quadratmeter an.

Die Baumaterialien

Geld einsparen ist in der Theorie vor allem bei den Materialien für den Bau möglich, denn hochwertige Qualität kostet Geld. Hier sollte aber nicht am falschen Ende gespart werden, da sonst das Risiko von Folgeschäden besteht, die dann hinterher noch höhere Kosten nach sich ziehen.

Die Haustechnik

Es ist eine individuelle Entscheidung, ob eine Erdwärmepumpe, Strom oder Gas genutzt wird. Hier spielt die Einstellung zur Umwelt eine Rolle, sowie das verfügbare Budget. Regenerative Heiztechnik ist wesentlich teurer als ein herkömmliches Heizsystem.

Die Fensteranzahl

Die Wohnatmosphäre wird durch den größeren Lichteinfall von mehreren Fenstern freundlich und hell. Allerdings zieht jede Tür und jedes Fenster zusätzliche Kosten nach sich. Wenige Fenster mit einer großen Fläche sind hier eine gute Möglichkeit, um Kosten einzusparen.

Die Innenausstattung

Die Gesamtkosten werden ebenfalls durch die Innenausstattung maßgeblich beeinflusst. Die Kosten für eine hochmoderne, luxuriöse Einrichtung sind relativ hoch. Einige Kosten können also gespart werden, wenn eine schöne Standardeinrichtung gewählt wird. Besonders spielen dabei die Küchenausstattung, die Beleuchtung, die Sanitäranlagen und die Bodenbeläge eine Rolle.

Der Garten

Ein Garten kann erhebliche Kosten verursachen. Hier sollte der Spaten wo es geht selbst in die Hand genommen werden und ein Kostenvergleich vorgenommen werden.

Die Baunebenkosten

Pauschal lässt sich sagen, dass die Baunebenkosten rund 15 Prozent der gesamten Kosten für den Hausbau ausmachen. Allerdings ist das individuelle Bauprojekt für den genauen Prozentsatz immer ausschlaggebend.

Zuerst wird durch das Magistrat oder die Gemeinde eine Baubewilligung benötigt. Die Kosten hierfür betragen für ein Einfamilienhaus zwischen 500 und 800 Euro.

Sinnvoll kann ebenfalls eine Vermessung des Grundstückes sein, besonders, wenn eine Grundstücksgrenze in der Nähe verläuft. In den Erschließungskosten sind die Preise von 2.000 bis 3.000 Euro in der Regel bereits enthalten. Die Erschließung eines Grundstückes inkludiert alle Maßnahmen, damit das Grundstück genutzt werden kann. Auch die rechtlichen Regelungen gehören hierzu. Die Kosten hängen von der Grundstücksgröße sowie dem bereits gegebenen Leitungsnetz ab. Hier können im Schnitt zwischen 10.000 und 15.000 Euro zusammenkommen.

Bei dem Hausbau ist das Engagement eines Architekten viel Wert. Dieser übernimmt die wirtschaftliche, gestalterische und technische Planung des neuen Hauses. Die Honorare unterscheiden sich zwischen einzelnen Architekten, betragen gewöhnlich aber zwischen zehn und 15 Prozent der gesamten Bausumme.

Prüfung und Gutachten

Die allgemeine Überprüfung der Baustelle wird durch einen Prüfstatiker durchgeführt. Dieser prüft ebenfalls die Übereinstimmungen von Lage und Höhe mit den Bauplänen. Abhängig ist sein Honorar von der Komplexität und der Größe des Bauvorhabens.

Bewilligung

Für die Baubewilligung der Behörde wird in den meisten Fällen ein Bodengutachten benötigt. Die Kosten dafür betragen zwischen 500 und 1.000 Euro.

Um die Baumaterialen zu transportieren und einen Weg für schwere Baumaschinen zu schaffen, ist eine Baustraße nötig. Für die Einrichtung werden Kosten zwischen 500 und 1.000 Euro fällig.

Es können schon in der Phase des Baus Rohbau-Schäden entstehen. Der Abschluss einer Bauversicherung für circa 300 Euro ist daher empfehlenswert.

So können beim Hausbau Kosten eingespart werden

Menschen, die den Traum vom eigenen Haus endlich verwirklichen wollen, sollten bezüglich der Kosten die folgende Faustregel im Kopf behalten: Nicht das günstigste Angebot sollte gewählt werden, sondern immer das zuverlässigste.

Bei dem Hausbau achten kluge Bauherren darauf, zuerst alle Kosten zu überschlagen und im Anschluss eine Budgetgrenze zu errechnen, die in keinem Fall überschritten werden soll. So ist es in der Bauphase wesentlich einfacher, den vielen Verlockungen zu widerstehen. Auch, wenn es sich nur um eine vermeidliche Kleinigkeit handelt, so kostet auch diese immer Geld. Und diese kleineren Beträge häufen sich schnell zu einer beachtlichen Summe an.

Die Disziplin bezüglich der Kosten sollte immer aufrechterhalten werden. Dennoch sollte für unvorhergesehene Ereignisse ebenfalls ein Teil des Budgets eingeplant werden. So ist gesichert, dass die finanzielle Planung für den Hausbau wirklich Bestand hat und verlässlich ist.



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Daniel Herndler
Autor:
Chef-Redaktion | Ressorts: Finanzen, Steuern und Wirtschaft
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
Email: dh@finanz.at | Twitter: @DanielHerndler
Stand: 15.05.2020, 15:05 Uhr