Das Annuitätendarlehen ist ein Darlehen mit gleichbleibender Rückzahlung bzw. gleichem Kapitalfluss pro Jahr. Diese Darlehensform ist deshalb für private Darlehensnehmer besonders vorteilhaft und beliebt.

Was ist ein Annuitätendarlehen?

Der Begriff Annuitätendarlehen setzt sich aus den Worten Annuität und Darlehen zusammen. Unter der Annuität versteht man in der Finanzwelt allgemein eine regelmäßig und immer gleichbleibende Zahlung. Der Kapitalfluss ist immer gleich, anders als bei den üblichen Kreditarten, wie etwa dem Ratenkredit. Jedes Jahr wird das Darlehen mit der gleichen Summe berechnet, was einen großen Vorteil hinsichtlich der Planung seitens des Darlehensnehmers bietet. Man kann sich als Darlehensnehmer bereits im Vorhinein berechnen, ob man sich das Darlehen über die Jahre hinweg leisten können wird oder nicht.

Für viele ein Vorteil, kann diese gleichbleibende Rückzahlungssumme für andere auch einen Nachteil darstellen. Etwa für Unternehmen ist das so. Oftmals werden große Anschaffungen getätigt, die Rückzahlung muss nach zehn bis fünfzehn Jahren immer noch in derselben Höhe gezahlt werden. Bei anderen Finanzierungs- oder Darlehensarten nimmt der Kapitalfluss in der Regel mit steigender Laufzeit ab. Als Unternehmen, sowie als Privatperson sollte man sich auf alle Fälle im Vorfeld im Klaren sein, welche Rate man sich die nächsten fünf bis zehn oder mehr Jahre leisten können wird. Kann man sich die Rate nämlich auf Dauer nicht leisten, muss man eine – oftmals teure – Umschuldung vornehmen. Dies gilt es grundsätzlich zu vermeiden.

Was zeichnet das Annuitätendarlehen aus?

Ein grundsätzlicher Unterschied des Annuitätendarlehens gegenüber herkömmlichen Arten von Darlehen, ist der variable Anteil innerhalb der Annuität selbst. Die Annuität besteht aus einem Anteil Zinsentilgung und einem Anteil Tilgung der (Rest-)Schuld. Je mehr man sich mit der Zahlung der Annuität dem Ende der Laufzeit bewegt, desto mehr Tilgungsanteil befindet sich innerhalb der Annuität. Bei dem Zinsanteil ist genau das Gegenteil der Fall: mit steigender Fortbewegung innerhalb der Laufzeit fällt der Zinsanteil immer weiter.

Aber auch hier kann ein scheinbarer Vorteil für manche schnell zu einem Nachteil werden. Hat man ein herkömmliches Darlehen aufgenommen, so muss man in der Regel hohe Zinsen dafür bezahlen. Wenn man sich die Raten nicht leisten kann und auf ein Annuitätendarlehen umschichten möchte, muss man einiges bedenken: Zu Beginn bezahlt man anteilsgemessen sehr viele Zinsen, tilgt aber wenig von der eigentlichen Darlehenssumme. Daher kann es sein, dass man mitunter eine Umschuldung von enormer Höhe vornehmen muss. Daher sollte man unbedingt vor einer etwaigen Umschuldung die verschiedenen Anbieter und deren Angebote vergleichen.

Wenn man sich manche Angebote ansieht bzw. theoretisch durchdenkt, würde man oftmals zu dem Schluss kommen, dass man ausgehend von einer ein- bis dreiprozentigen Tilgungsquote ein Darlehen oftmals innerhalb von 100 Jahren zurückzahlt. Dies sieht jedoch in der Praxis ganz anders aus. In der Realität werden in etwa drei bis fünf Prozent der Darlehenssumme jährlich zurückbezahlt, eine Laufzeit von 20-30 Jahren ist normal. Ein weiterer Faktor, warum das theoretische Modell der 100-jährigen Rückzahlung nicht funktioniert, ist, dass beim Annuitätendarlehen nicht die Darlehenssumme an sich, sondern die Restschuld verzinst wird.

Berechnung anhand eines Beispiels

Zur Veranschaulichung folgt ein kleines Beispiel: Will man sich etwa eine Immobilie zulegen, so hat man in der Regel nicht alle finanziellen Mittel zur Hand und man muss sich ein Darlehen aufnehmen. Man nimmt in unserem Beispiel 160.000 Euro auf, der Zinssatz beträgt 1,5% p.a., der anfängliche Tilgungssatz ist 3%, die Zinsen sind für zehn Jahre festgeschrieben. Daraus ergibt sich eine jährliche Annuität von 7.200 Euro. Im ersten Jahr etwa beträgt der Anteil der Zinsen 2.366,87 Euro von den oben genannten 7.200 Euro. Der Rest – 4.822,13 Euro – stellt den Tilgungsanteil dar. Die Restschuld nach einem Jahr beträgt dann noch 155.166,87 Euro. Wenn man diese Rechnung fortführen würde, würde man erkennen, dass der Anteil der Zinsen im Verlauf Jahr für Jahr abnehmen, die Tilgung hingegen zunimmt.

Was gibt es bei einem Annuitätendarlehen zu beachten?

Zu beachten ist im Vorfeld, ob man sich die Annuitäten leisten kann. Kann man dies voraussichtlich, so bietet ein Annuitätendarlehen ein sehr gutes Sparpotential. Vergleiche vor einem Abschluss können viel Geld sparen Bei einer langen Laufzeit und einer Kreditsumme von beispielsweise 250.000 Euro führen bereits minimale Zinsunterschiede zu einem Gesamtunterschied von mehreren Tausend Euro. Dieses gesparte Geld kann man sicherlich anderswo investieren oder verwenden. Vorteile des klassischen Annuitätendarlehens sind etwa, dass man durch geringe Tilgungssätze auch geringe Raten erzielen und dass man die Zinsbindung in der Regel frei wählen kann. Ferner sind sie sehr überschaubar und eignen sich vor allem für die Finanzierung von größeren Anschaffungen, wie Immobilien oder anderen Projekten.

Nachteile hingegen können sein, dass man als Kreditnehmer das volle Zinsänderungsrisiko trägt. Nach Ablauf der ersten Runde der Finanzierung muss man sich in der Regel erneut um die Konditionen umschauen und vergleichen, um die noch bestehende Restschuld erneut mittels eines Annuitätendarlehens weiter abbezahlen zu können. Oft sind für die komplette Tilgung einer Schuld mehrere Annuitätendarlehen hintereinander nötig – dies muss man im Vorfeld kalkulieren und sich auf Dauer auch leisten können. Daher empfiehlt es sich, eine höhere Tilgungsrate zu wählen, wenn man sich diese leisten kann, da so eine Schuld schneller und kostengünstiger abbezahlt werden kann.

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