Wer ein Unternehmen gründen möchte, muss eine ausgefeilte Planung erarbeiten. Diese sollte unbedingt einen Businessplan, einen Finanzplan und einen Kapitalbedarfsplan enthalten.

Kapitalbedarfsplan

Der Kapitalbedarfsplan ist ein wesentlicher Teil des Finanzplans. Er hat die Aufgabe, eine Prognose über die zukünftigen Kosten zu geben.

Auch die Zusammensetzung der Kosten wird in dem Kapitalbedarfsplan aufgeführt. Beispielsweise fallen Kosten für die Betriebs-und Geschäftsausstattung, sowie für die Waren, Fahrzeuge und das Personal an. Jedoch muss sich ein Unternehmen nicht nur mit den betrieblichen, sondern auch mit den privaten Ausgaben befassen. Denn diese spielen eine sehr entscheidende Rolle. Der Einbezug wird in dem Kapitalbedarfsplan leider häufig vernachlässigt. Eine solche Fehlplanung kann verheerende Folgen haben.

Der Kapitalbedarfsplan führt somit den Gesamtbedarf auf, der sich aus den betrieblichen und den privaten Kosten zusammensetzt.

Die betrieblichen Anlaufkosten

Wenn das Unternehmen neu gegründet wird, fallen hohe Kosten an. Diese werden als Einmalkosten bezeichnet, da sie direkt mit der Gründung verbunden sind und sich daher durch ihre Einmaligkeit von den laufenden Kosten abheben. Jedoch dürfen sie auf keinen Fall vergessen werden, da sie häufig höher ausfallen als zunächst angenommen.

Bei der Gründung muss der Unternehmer mit hohen Kosten rechnen. Beispielsweise muss ein Grundstück gemietet oder gekauft werden. Die Gebäude müssen errichtet oder renoviert werden. Die Büroräumlichkeiten sind auf den neusten Stand der Technik zu bringen. Auch die Einrichtung der Räume ist eine kostspielige Angelegenheit. Des Weiteren müssen Maschinen und Fahrzeuge gekauft werden.

Der Einkauf von Materialien belastet die Finanzkraft des Unternehmers darüber hinaus.

Wer ein Unternehmen gründen möchte, der sollte diese Kosten in seinem Kapitalbedarfsplan zunächst kalkulieren. Wichtig ist, dass eine solche Kalkulation realistisch durchgeführt wird. Werden die Kosten hingegen zu niedrig angesetzt, wird dies zu zukünftigen finanziellen Problemen führen.

Sonderregelungen in Österreich erleichtern die Unternehmensgründung

Österreichische Unternehmer können sich über eine staatliche Förderung und Subventionen freuen. Die schwierige Phase der Gründung wird dadurch erheblich vereinfacht. Denn durch die Unterstützung müssen die Unternehmer die Kosten, die sich aus dem Kapitalbedarfsplan ergeben nicht gänzlich alleine stemmen.

Finanzielles Einsparungspotenzial

Der Kapitalbedarfsplan eröffnet auch die Möglichkeit, Einsparungspotenziale zu entdecken. Denn viele Unternehmer wundern sich über die hohen finanziellen Kosten, die sich durch weniger wichtig erscheinende Punkte ergeben. Beispielsweise benötigt ein Büro nicht nur eine Einrichtung, sondern auch Büroartikel. Dabei handelt es sich um Papier, Notizblöcke, Kugelschreiber oder Buntstifte. Dieser Posten fällt häufig teurer aus als gedacht. Der Kapitalbedarfsplan zeigt dies auf, bevor es zu finanziellen Problemen kommt. Als Alternative könnte sich der Unternehmer nach Angeboten in diesem Bereich umsehen. Die Qualität der Artikel sollte jedoch niemals in den Hintergrund rücken.

Ein weiteres Sparpotenzial, welches durch den Kapitalbedarfsplan häufig ersichtlich wird, sind die Fahrzeuge und Maschinen. Denn diese müssen nicht zwingend gekauft werden. Das Leasing kann häufig kostengünstiger sein und wird daher empfohlen.

Des Weiteren gibt der Kapitalbedarfsplan Aufschluss darüber, wie viel Energiekosten das Unternehmen stemmen muss. Diese lassen sich zum Zeitpunkt der Gründung häufig nur schwer abschätzen. Umso wichtiger ist es, dies im Kapitalbedarfsplan zumindest zu versuchen. Dadurch kann der Unternehmer dann auch abschätzen, welche Investitionen in energiesparende Alternativen, sich tatsächlich lohnen werden und welche nicht.

Sparpotenzial auf einen Blick

Für einen besseren Überblick soll noch einmal gezeigt werden, welche Sparpotenziale durch den Kapitalbedarfsplan entdeckt werden können.

Geräte, Maschinen und Anlagen: können ebenso wie Fahrzeuge durch Leasing erworben werden. Auch der Kauf von gebrauchten Geräten, Maschinen und Anlagen kann sinnvoll sein, sofern die Leistungsfähigkeit nicht negativ beeinflusst wird.

Büroeinrichtung: Hier kann ebenfalls ein Leasingvertrag genutzt werden. Dadurch stellt der Unternehmer sicher, dass seine Büromöbel funktional und in einem tadellosen Zustand sind. Auch ein regelmäßiger Austausch ist dann häufig Teil des Vertrags. Die Einrichtung wird dann in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

Büromaterialien: Büromaterialien können in großen Mengen gekauft werden. Als Unternehmer können auch Geschäfte für den gewerblichen Betrieb genutzt werden. Diese bieten häufig bessere Konditionen, als herkömmliche Bürofachgeschäfte. Auch der Onlinekauf kann bares Geld sparen.

Energie: Die Strompreise zu vergleichen lohnt sich besonders. Außerdem sollten die Mitarbeiter zu einem sparsamen Umgang mit Wasser und Strom angehalten werden. Gleiches gilt auch für die Heizkosten.

Externe Dienstleister nutzen: Der Kapitalbedarfsplan deckt auch häufig die Kosten für Dienstleistungen auf. Denn Dienstleistungsunternehmen fordern sehr unterschiedliche Preise für das Car- oder Gerätesharing, ebenso wie für den Empfangsservice oder den Telefonservice. Die Unternehmer sollten unbedingt Preise vergleichen und dadurch das beste Angebot heraussuchen.

Der Kapitalbedarf für den eigenen Lebensunterhalt

Der Kapitalbedarfsplan gibt auch Aufschluss darüber, wie viel finanzielle Mittel für die Sicherung des Lebensunterhalts aufgewendet werden müssen. Schließlich wird ein neu gegründetes Unternehmen nicht von Beginn an ausreichend Gewinn erwirtschaften können. Der private Lebensunterhalt fällt ebenfalls meist teurer aus als zunächst gedacht.

Der Unternehmer sollte unbedingt unvorhersehbare Ergebnisse berücksichtigen. Dazu gehören krankheitsbedingte Arbeitsausfälle, ebenso wie Unfälle. Auch hohe Kosten durch Kredite oder Autoreparaturen müssen von dem Gründer bedacht werden. Besonders wenn das Unternehmen nicht nur den Gründer, sondern auch dessen Familie finanziell versorgen muss, sollten die Kosten für den Lebensunterhalt eher großzügig berechnet werden.

Den Kapitalbedarf finanzieren

Der Kapitalbedarf muss natürlich auch finanziert werden. Den Kapitalbedarfsplan aufzustellen ist deshalb nur der erste Schritt. Im Folgenden muss sich der Gründer Gedanken über die Finanzierung machen. Neben dem Eigenkapital kann der Unternehmer auch unterschiedliche Fördermöglichkeiten nutzen. Ein Bankkredit könnte den fehlenden Kapitalbedarf endgültig ausgleichen, wird jedoch nicht ohne Hürden vergeben. Mit einem ausgearbeiteten und durchdachten Kapitalbedarfsplan ist jedoch der erste Schritt bereits getan.