Durch die Altersteilzeit haben vor allem ältere Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich langsam, aber sicher aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Mit der Altersteilzeit kann also mit anderen Worten ein langsamer, gleitender Übergang zum Pensionsantritt geschaffen werden. Dies ist einerseits der Fall, weil nicht jeder bis zum Antritt der Pension Vollzeit arbeiten möchte, andererseits dient diese Möglichkeit dazu, dass sich auch der Arbeitnehmer darauf einstellen und daran gewöhnen kann, nicht mehr Vollzeit zu arbeiten.

Die Altersteilzeit gibt es schon seit dem Jahre 1999 – im Jahre 2013 wurde die bisher letzte Änderung der Regelungen dieser vorgenommen. Ein weiteres Merkmal der Altersteilzeit ist es, dass die Arbeitnehmer ihren Anspruch auf Sozialleistungen nicht verlieren – die Reduktion der Arbeitszeit beträgt bis zu 60%, der Anspruch auf Arbeitslosengeld, die Pension oder aber auch Ansprüche gegenüber den Sozialversicherungen werden nicht eingeschränkt und man bekommt weiterhin einen Lohn von bis zu 80% ausbezahlt.

Wie funktioniert die Altersteilzeit?

Wie bereits hervorgegangen ist, handelt es sich bei der Altersteilzeit um die Reduktion der Arbeitszeit von älteren Arbeitnehmern. Diese Reduktion kann entweder kontinuierlich oder aber auch auf Basis eines sogenannten Blockmodells geschehen. Der die Altersteilzeit in Anspruch nehmende Arbeitnehmer bekommt zum einen ein Entgelt für die Arbeit, die er leistet, andererseits auch einen Lohnausgleich. Dieser beträgt wiederum 50% der Differenz zwischen dem bisherigen und dem nun verringerten Arbeitsentgelt. Der Arbeitgeber muss weiterhin Sozialabgaben in voller Höhe leisten, wodurch für den Arbeitnehmer keinerlei Nachteile entstehen.

Beispiel

Wenn man bisher 2.000 Euro verdient hat und man im Zuge der Arbeitsteilzeit seine Arbeitsstunden um 50% reduziert, würde man für die geleistete Arbeit vereinfacht gesagt auch nur noch die Hälfte, also 1.000 Euro bekommen. Durch den Lohnausgleich (welcher 50% der Differenz des „alten“ und des „neuen“ Gehalts beträgt, also (2.000 – 1.000 Euro) * 0,5) würde man außerdem 500 Euro als Lohnausgleich – 1.500 Euro gesamt – erhalten.

Weitere Informationen und Fragen zur Altersteilzeit

Im Folgenden werden die wichtigsten Fragen rund um die Altersteilzeit geklärt und weiterführende Informationen angeführt.

Gibt es durch die Altersteilzeit Auswirkungen auf die Sozialversicherungsbeiträge?

Nein, wie bereits erwähnt ist der Arbeitgeber weiterhin dazu angehalten, Sozialversicherungsbeiträge in voller Höhe zu bezahlen, sodass für den Arbeitnehmer selbst keinerlei Nachteile durch die Inanspruchnahme einer Altersteilzeit entstehen.

"Blockmodell / Blockvariante" vs. "kontinuierlich reduzieren"

Bei der kontinuierlichen Reduzierung der Arbeitsstunden wird eben wie vorhin beschrieben, die Arbeitszeit schrittweise verringert, bis man nur noch 40-60% der eigentlichen Arbeitszeit leistet. Bei dem Blockmodell hingegen arbeitet man weiterhin Vollzeit weiter und muss in der sogenannten Freizeitphase gar nicht mehr arbeiten. Bei dem Blockmodell muss man sich als Arbeitnehmer vertraglich dazu verpflichten, Mehrarbeit zu leisten, um einen Ausgleich für die Freizeitphase zu gewährleisten.

Voraussetzungen für die Altersteilzeit

  • Wie bereits erwähnt, muss eine beidseitige Einigung bzw. Vereinbarung vorliegen.
  • Außerdem muss im weiteren Verlauf zwischen Arbeitgeber und -nehmer vereinbart werden, dass die Sozialabgaben weiterhin so viel betragen, wie bisher, auch wenn weniger gearbeitet wird.
  • Ferner muss eine Einigung bezogen auf den Lohnausgleich in Höhe von 50% der Differenz des bisherigen und verringerten Entgelts erfolgen.
  • Der Arbeitnehmer muss zum Zeitpunkt der Vereinbarung innerhalb der letzten 25 Jahre mindestens 15 Jahre arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein.

Ausschlüsse

  • Wenn man Bezüge aus der Pensionsversicherung bezieht (ausgenommen Witwenrenten), ist man von der Möglichkeit der Altersteilzeit ausgenommen.
  • Außerdem besteht ein Ausschluss, wenn Ruhegenuss, Sonderruhegeld (nach dem Schwerarbeitergesetz) bezogen wird oder das Regelpensionsalter bereits erreicht wurde.

Sonstiges

Altersteilzeit kann man frühestens sieben Jahre vor dem Regelpensionsantritt an Anspruch nehmen. Ein Rechtsanspruch besteht wiederum nicht, da es sich bei Altersteilzeit vielmehr um eine Art Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und -nehmer handelt. So kann es auch sein, dass der Arbeitgeber einer solchen Vereinbarung nicht zustimmt. Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen eine Altersteilzeit verpflichtend werden kann, auch wenn der Arbeitnehmer diese gar nicht in Anspruch nehmen möchte. Es kann oftmals der Fall sein, dass gegen Ende der Altersteilzeit die Pension folgt, dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Während der Altersteilzeit ist eine Kündigung grundsätzlich möglich. Diese darf jedoch nicht mit der Herabsetzung der Arbeitszeit begründet werden. Wenn man sich auf das Blockmodell geeinigt hatte, so muss man im Falle einer Kündigung die bereits erarbeiteten Freizeitanteile vergütet bekommen.