Unter einem Fremdwährungskredit versteht man im Allgemeinen einen Kredit, der in einer fremden Währung – also nicht der Währung, die es in dem Land gibt, in dem man selbst wohnt – aufgenommen wird. Zurückgezahlt wird dieser ebenso in der aufgenommenen Währung. Diese Art der Finanzierung kann sehr lukrativ sein, ist jedoch mit einer Vielzahl an Risiken verbunden und kann eine Anhäufung von mehr Schulden zur Folge haben.

Natürlich bietet die Fremdkreditfinanzierung eine Menge Chancen, Geld zu verdienen, es herrschen aber auch viele Risiken, die es im Vorfeld zu beachten gilt. Einer der bekanntesten Fremdwährungskredite in Österreich ist der Schweizer Kredit (Frankenkredit).

Was zeichnet einen Fremdwährungskredit aus?

Die Kreditaufnahme in Fremdwährung waren lange Zeit beliebt. Im Laufe der Zeit wurden diese jedoch – vor allem durch die Finanzkrise – immer weniger beliebt. Grund hierfür sind die Risiken, die mit dieser Finanzierungsform einhergehen. Heutzutage ist bekannt, dass Fremdwährungskredite sehr riskante Geschäfte sind, die sich eher nicht für Privatpersonen eignen.

Die Risiken, die mit den Fremdwährungskrediten einhergehen, kann man wie folgt kategorisieren:

  • Währungsrisiko: Wie schon erwähnt, wird der Kreditbetrag in einer fremden Währung aufgenommen und auch zurückbezahlt. Wird die Fremdwährung aufgewertet, erhöht sich folglich auch der Betrag, den man zurückbezahlen muss. Natürlich kann die Währung auch abgewertet werden, dann wird der Kredit „billiger“. Die meisten Fremdwährungskredite sind jedoch so gestaltet, dass man während der Laufzeit nur die Zinsen bezahlen muss, am Ende der Laufzeit den Kreditbetrag. Wenn sich nach Ende der Laufzeit der Wert der Währung erhöht hat, muss man noch tiefer in die Geldtasche greifen.
  • Zinsrisiko: Das Zinsrisiko besteht aus dem Grund, weil sich die Zinsen für eine Fremdwährung anders entwickeln können, als diese in Österreich und es auch hier zu einer Mehrbelastung kommen kann.
  • Tilgungsträgerrisiko: Ein weiteres Risiko, welches besteht, ist das Tilgungsträgerrisiko. Investiert man Geld in Aktien oder eine fondsgebundene Lebensversicherung, um nach Ende der Laufzeit den Kredit zurückzahlen kann und sich der Wert nicht wie erwartet entwickelt, kann es auch sein, dass man weniger Geld zur Verfügung hat, als man dachte. Dies kann mitunter auch ein Problem darstellen.
  • Falsche Beratung: Ein Risiko besteht jedoch auch in der falschen Beratung, die vorkommen kann. Erleidet man einen Schaden, muss man sich fragen, welcher Schaden entstanden ist und warum. Der VKI prüft für Betroffene die Rechtslage und beratet einen über weitere Schritte, die man einleiten kann.

All diese Risiken können im schlimmsten Fall alle gleichzeitig eintreten. Dann steht man einer enormen Summe Geld, die man zurückzahlen muss. Was man in so einem Fall tun sollte, muss man mit sich selbst und seiner Bank klären. Entweder nimmt man einen erneuten, „normalen“ Kredit auf, um die Verbindlichkeiten zurückzahlen zu können oder man finanziert sich die Verbindlichkeiten auf andere Weise. Zusammenfassend kann man nur sagen, dass es sich bei Fremdwährungskrediten um sehr riskante Finanzierungsmöglichkeiten hält, die heutzutage wenig beliebt und nicht mehr weit verbreitet sind.

Gibt es Besonderheiten?

Worauf man bei einem Fremdwährungskredit achten sollte?

Hauptgrund für den Abschluss eines Fremdwährungskredits ist vor allem zu heutiger Zeit die Zinsspekulation. Es wird „darauf gewettet“, dass sich das Zinsniveau zwischen der Inlandswährung und der ausländischen Währung des Kredits ändert. Wenn der Kreditzins der Inlandswährung höher als im Land der Fremdwährung ist, lohnt sich die Aufnahme des Kredits. Das Risiko der Währungsänderung besteht jedoch.

Die Österreichische Nationalbank und die Finanzaufsichtsbehörde FMA haben schon bei Einführung vor den Risiken des Fremdwährungskredits gewarnt. Die Finanzkrise machte die Auswirkungen der Risiken dann deutlich sicht- und spürbar. Um diese Risiken zu minimieren, hat die FMA im Laufe der Zeit ihre Vorschriften für diese Art der Finanzierung sehr verschärft.

Diese Vorschriften umfassen zusammengefasst:

  • Fremdwährungskredite dürfen den Bestimmungen der FMA zufolge nicht mehr als Massenprodukt angeboten werden.
  • Ferner darf man diese Art der Finanzierung nicht mehr als Finanzierungsmöglichkeit für Wohnraumbeschaffung für private Haushalte verwenden.
  • Außerdem wurde die Vergabe eines Kredits in fremder Währung in Form eines endfälligen Kredits und in Kombination mit einem kapitalaufbauenden Kapitalträger untersagt.
  • Es wurden des Weiteren Maßnahmen gesetzt, um das Risiko bestehender Fremdwährungskredite zu verkleinern. Hierfür haben sich die Banken gegenüber der FMA verpflichtet, Strategien zu entwickeln, die aushaftende Volumina nachhaltig und im Laufe der Zeit abbauen. Im Zuge dessen muss die Entwicklung des Risikos jedes Fremdwährungskredits und die Entwicklung des Tilgungsträgers laufend beobachtet werden. Verschlechtert sich die Risikoposition muss der Kunde umgehend von der Bank informiert werden. Ab einer Restlaufzeit von sieben Jahren muss ein Informationsschreiben verpflichtend ausgesandt werden. Außerdem muss das Gespräch mit dem Kunden gesucht werden. Gemeinsam mit dem Kunden soll eine individuelle Lösung gesucht werden, die zur Risikobegrenzung dient. Diese wird gemeinsam erarbeitet. Außerdem muss man dem Kunden eine Alternativfinanzierung anbieten, die einen Umstieg auf den Euro bedeutet.

Auch wenn der Fremdwährungskredit eigentlich nicht mehr an private Personen ausgegeben wird, kann er dennoch noch an Nicht-Privatpersonen ausgegeben werden. Ob man sich einem Mehrrisiko aussetzen will und ob man spekulieren will, ist Jedem selbst überlassen.

Und es gibt immer noch Menschen, die einen Fremdwährungskredit laufen haben. Diese sollten sich vielleicht gemeinsam mit der Bank eine Umschuldung überlegen, da man im Normalfall nicht freiwillig mehr Risiko auf sich nimmt, als es nötig ist.