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Man hat in der Regel also genug Zeit ihn zurückzuzahlen. Man muss allerdings wissen, dass nicht jeder ein Bauspardarlehen beantragen kann. Die Grundvoraussetzungen sind zum einen ein ordentlicher Wohnsitz in Österreich. Zum anderen muss man schon einmal in einen Bausparvertrag eingezahlt haben, um auf ein solches Darlehn zugreifen zu können. Das ist in Österreich nur selten ein Problem, da der Bausparvertrag eine der beliebtesten Sparformen ist.

Bauspardarlehen in Österreich

In Österreich gibt es vier große Bausparbanken. Diese sind die Raiffeisen Bausparkasse, die Wüstenrot Bausparkasse, die Bausparkasse der österreichischen Sparkassen (s Bausparkasse) und die allgemeine Bausparkasse (ABV). Bei diesen kann man Bausparverträge eröffnen und später auch Bauspar Darlehen aufnehmen. Vergeben werden diese Kredite nur für bestimmte Zwecke. Wie der Name schon vermuten lässt zählt das Wohnbauen dazu, was sowohl die Sanierung, den Neubau und den Ausbau umfasst. Man kann mit diesen Darlehen allerdings auch eine Fortbildung oder die Pflege von Angehörigen finanzieren.

Voraussetzungen

Für die unterschiedlichen Finanzierungsziele fordern die Banken auch unterschiedliche Unterlagen, die man vorbereiten muss. Bonitätsnachweise werden immer verlangt und für eine Finanzierung von Baumaßnahmen werden häufig sowohl Pläne, als auch Kaufverträge und dergleichen verlangt. Zudem wird der Kredit meist hypothekarisch gesichert. Das bedeutet, sollte man mit dem Geld beabsichtigen ein Haus zu bauen, wird dieses als Sicherheit für die Bank eingesetzt. Im Anschluss daran entscheidet die Bausparkasse über die Zuteilung des Bauspardarlehens.

Genau wie bei den meisten anderen Kreditarten gibt es auch bei Bauspardarlehen eine Altersobergrenze. Diese gibt an, bis zu welchem Alter das Darlehen getilgt werden muss. Beim Bauspardarlehen beträgt es 95 Jahre. Das ist vergleichsweise hoch angesetzt. Zum Vergleich, bei einem Hypothekarkredit beträgt das Höchstalter für die Tilgung 80 Jahre. Durch die maximale Laufzeit von 25 Jahren beim Bauspardarlehen muss man sich bis zu seinem 70. Lebensjahr keine Gedanken über die Altersgrenze machen. Das ist vor allem vorteilhaft, wenn man in der Pension für die Pflege seines Partners einen Kredit braucht.

Wie hoch sind die Zinsen?

Bis vor einigen Jahren betrug die Zinsuntergrenze 3 % und die Obergrenze 6 %. In diesem Bereich pendelten die Zinsen je nach Konjunktur und Höhe des Zinsindikators. Der Zinsindikator ist der Zinssatz, der als Grundlage für die Berechnung des Kreditzinses dient. Dieser ist bei den Bauspardarlehen meist der 12-Monats-Euribor. Nur die s Bausparkasse bildet eine Ausnahme und bezieht ihren Zinssatz auf den 3-Jahres-Zins-Swap. Allerdings wurden durch den niedrigen Leitzins die Zinsen für manche anderen Privatkredite günstiger als 3 %. Dadurch sank die Nachfrage bei den Bauspardarlehen. Die Banken reagierten darauf mit einer Senkung der Zinsuntergrenze.

Zum Beispiel beträgt diese bei der vorhin erwähnten s Bausparkasse derzeit 1,5 %. Die genaue Berechnung der Zinsen ist vertraglich geregelt. Es gibt immer einen Stichtag, bei dem der Zinsindikator hergenommen wird und zu dem in der Regel 2 % bis 3 % hinzugerechnet werden. Um einen günstigen Kredit zu bekommen, sollte man unbedingt von allen vier Anbietern ein Angebot einholen, da sie sich vor allem bei den Aufschlägen stark unterscheiden. Einige Banken kommen einem bei einer guten Bonität auch etwas entgegen und verringern die Höhe der Aufschläge.

Wie viel Geld kann man maximal aufnehmen?

Die Höhe der österreichischen Bauspardarlehen ist auf € 180.000,-- pro Person begrenzt. Üblicherweise nutzen Bauspardarlehen hauptsächlich Pärchen für den Hausbau. Wenn beide bereits in einen Bausparvertrag einbezahlt haben, können sie also maximal € 360.000,-- aufnehmen. Die Ausnutzung dieser maximalen Kreditsumme ist vor allem im aktuellen Niedrigzinsumfeld sehr verlockend. Man darf allerdings nicht vergessen, dass die Zinsen auch wieder steigen können und man die Raten dann auch noch bewältigen muss.

Durch die Zinsobergrenze von 6 % lässt sich sehr gut planen, ob man auch nach einer Erhöhung der Zinsen in der Lage ist, die Raten zu tilgen. Falls es sich allerdings dennoch einmal nicht ausgehen sollte, bieten flexible Rückzahlungsmöglichkeiten einen Ausweg. So kann man mit der Bank vereinbaren, dass man in finanziell turbulenten Zeiten nur die Zinsen zurückzahlen muss. Das kann einen vor der Privatinsolvenz retten.

Fazit

Die großen Vorteile eines Bauspardarlehens liegen in der Transparenz und der einfachen Planung. Durch den Maximalzins von 6 % ist man immer auf der sicheren Seite. Attraktiv machen ihn in der Niedrigzinsphase die neuen Zinsuntergrenzen von bis zu 1,5 %. Die hohe maximale Kreditsumme macht ihn für Hausbauer interessant. Im Alter bietet er durch die hohe Altersgrenze eine gute Möglichkeit zur Finanzierung der Pflege. Wichtig ist, dass man die Verträge der verschiedenen Banken miteinander vergleicht, um das beste Angebot zu bekommen. Hier gilt es auf den Zinsindikator und die Aufschläge zu achten, da diese die Höhe der Zinsen am stärksten beeinflussen.

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
Stand: 23.01.2023, 10:56 Uhr