Das Outsourcing ist mittlerweile auch zu einem großen Thema der österreichischen Wirtschaft geworden. Ganz allgemein geht es beim Outsourcing um Arbeitsteilung. Konkreter gesagt, geht es um das Auslagern bestimmter, manchmal auch aller, Arbeitsschritte im Zuge der Produktherstellung oder einer Dienstleistung. Die Aufgaben und Prozesse werden an Drittunternehmen weitergeleitet, die das Produkt oder die Leistung in weiterer Folge an das eigentliche Auftragsunternehmen liefern.

Vorteile von Outsourcing

Einerseits kann sich das Unternehmen durch das Auslagern verschiedener Arbeitsprozesse auf die wichtigen Aufgaben des Unternehmens konzentrieren. Dies kann dazu führen, dass sich die Qualität der Produkte beziehungsweise Dienstleistung verbessert aber auch zur termingerechten Fertigstellung. Das wiederum stellt die Kunden zufrieden. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass es zu wiederholten Aufträgen kommt. Ein weiterer Punkt, der für das Outsourcing spricht, ist die Kostenersparnis.

Das Unternehmen, welches Teile der Aufgaben auslagert, erspart sich nicht nur Kosten im Bereich der Betriebsmittel, sondern auch etwaige Kosten für Weiterbildungen der Mitarbeiter. Eine weitere Ersparnis kann durch steuerliche Vorteile, die durch die Auslagerung entstehen, erzielt werden. Man kann damit rechnen, dass etwa 20% der Kosten durch das Outsourcing gespart werden können. Die Auslagerung von Arbeitsprozessen kann sich aber auch für Bereiche, in denen man als Unternehmen selbst nicht zu 100% eingearbeitet oder sicher ist, anbieten. Im Zuge der Auslagerung kann man sich nach einem kompetenten und qualifizierten Partner umsehen, sodass die Produkte und Dienstleistungen mitunter an Qualität gewinnen können.

Nachteile

Wo es Vorteile gibt, sind auch Nachteile zu finden. Ein Nachteil des Outsourcings kann etwa sein, dass man sich von einem der Dienstleister regelrecht abhängig macht. Dies kann der Fall sein, wenn nur der Partner das entsprechende Know-how oder die Technologien besitzt. Daher kann es zu hohen Folgekosten kommen, wenn es mit dem Dienstleister zu Schwierigkeiten kommen sollte (der Dienstleister geht in Konkurs, die Qualität der Produkte oder Dienstleistungen lässt nach, etc.).

Des Weiteren sollte man auch nicht den Wissensverlust im eigenen Unternehmen unterschätzen, da man dadurch die Abhängigkeit von anderen Dienstleistern noch zusätzlich bestärkt. Außerdem sollte man Probleme, die das Klima im eigenen Unternehmen betreffen, auch nicht unberücksichtigt lassen. Daher sollte man immer im Auge behalten, dass der Dienstleister die eigenen Mitarbeiter nicht als Konkurrent oder als Bedrohung der Arbeitsplätze angesehen wird.

Arten von Outsourcing:

Es gibt verschiedene Arten des Outsourcings, welche man unterscheidet:

ASP = Application Service Providing:

Darunter versteht man grundsätzlich Anwendungsdienstleister, die Softwaredienste an ein Unternehmen bereitstellen. So ist es dem Auftragsunternehmen möglich, eine bestimmte Software zu benutzen, ohne diese auf den Rechnern installieren zu müssen. Überdies wird in der Regel auch die Wartung, die Datensicherung und die Verarbeitung extern geregelt.

BPO = Business Process Outsourcing:

Im Zuge dessen lagert ein Unternehmen bestimmte Geschäftsprozesse, wie beispielsweise Logistik oder Finanz- und Rechnungswesen, aus.

Complete Outsourcing:

Hier ist die Auslagerung ganzer Unternehmensbereiche gemeint (zum Beispiel Auslagerung des gesamten EDV-Bereichs an ein IT-Unternehmen).

BTO = Business Transformation Outsourcing:

Diese Art des Outsourcings kommt zu Anwendung, wenn ein neues Geschäftsmodel eingeführt wird. Hierbei kommt es zu einer Kombination von Outsourcing und Unternehmensberatung.

Offshore-Outsourcing:

Bei dieser Variante wird ein bestimmter Prozess eines Unternehmens ins Ausland verlagert. Gründe die hierfür sprechen, sind etwa günstigere Produktionskosten, aber auch niedrigere Löhne für dennoch hochqualifizierte Mitarbeiter.

Outtasking:

Einzelne beziehungsweise klar definierte Aufgaben werden bei dieser Outsourcing-Art an ein externes Unternehmen ausgelagert.

Out-Servicing:

Der Kundendienstbereich wird von einem Unternehmen an einen externen Dienstleister übergeben. Typisches und bestimmt vielerorts bekanntes Beispiel sind etwa Call- beziehungsweise Wartungscenter.

Transitional Outsourcing:

Stellt ein Unternehmen einen Bereich auf eine neue Technologie um, so kann es sein, dass dieser Bereich für die Zeit der Umstellung stillstehen muss. Da sich aber kein Unternehmen einen solchen Stillstand leisten kann, lagert man für die Zeit der Umstellung diesen Bereich aus. So kann man die Verluste in Grenzen halten.

Es kommt immer wieder vor, dass Unternehmen Fehler im Zusammenhang mit Outsourcing machen. Die gängigsten Fehler, die gemacht werden, die jedoch tunlichst zu vermeiden sind, werden im Folgenden in aller Kürze angeführt.

Häufige Fehler

  • Der häufigste Fehler der zu beobachten ist, dass Unternehmer eine falsche Vorstellung vom Outsourcing haben. Viele sind der Meinung, dass Outsourcing nur Vorteile mit sich bringt. Es gibt jedoch auch einige Nachteile, die man abwägen sollte, bevor man sich für die Auslagerung von Aufgaben entscheidet.
  • Ein weiterer Fehler geschieht oftmals in der Kommunikation sowohl intern, als auch extern. Daher kommt es oftmals zu unklaren Absprachen, was wiederum Missverständnisse in den Bereichen, was und in welchem Umfang eine bestimmte Leistung ausgelagert werden soll.
  • Man sollte auch tunlichst vermeiden, einfach willkürlich einige Bereiche des eigenen Unternehmens auszulagern, ohne dies davor durchdacht oder geplant zu haben. Es soll nur zum Outsourcing kommen, wenn dies auch wirklich Sinn macht. Eine Analyse ist daher vorab unabdinglich.
  • Auch in Bezug auf die Auswahl des Auslagerungspartners können einige Fehler gemacht werden. In manchen Bereichen gibt es unzählige Anbieter. Von großen Agenturen bis hin zum kleinen selbstständigen Unternehmen findet man alles auf dem Markt. Daher sollte man vorab die Angebote von einigen Anbietern durchleuchten und ebenso den Partner selbst.
  • Schlechte Verträge zwischen Partner sind auch eine oftmals auftretende Fehlerquelle. Man sollte im Zuge einer Vertragsunterzeichnung alle offenen Punkte ansprechen und klären, damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Im Vertrag sollte zumindest genau aufgelistet werden, welche Aufgaben vom Outsourcing-Partner übernommen werden sollen und welche Verpflichtungen dieser eingeht.

Beispiele

Bekannte Beispiele, in denen Outsourcing verwendet wird, sind etwa das Callcenter-Outsourcing. Man kennt dies vielleicht auch aus der Praxis, wenn man bei einem Unternehmen anruft, welches seinen Sitz in Österreich hat und am Telefon heben jedes Mal Deutsche ab. Dann kann man davon ausgehen, dass es sich um eine Auslagerung handelt. Aber auch im Online-Marketing, der Fertigung von Kleidung von Modeunternehmen oder im IT-Bereich findet man oft die Auslagerung von Aufgaben.