Informationen zur Wertschöpfungsabgabe bzw. Maschinensteuer

Die Wertschöpfung eines Unternehmens bezeichnet den erzielten Zuwachs an Werten des Endproduktes über denen des Ausgangsproduktes. Ferner enthält die Wertschöpfung nicht nur die Lohnsumme, sondern auch Gewinne, Abschreibungen, Fremdkapitalzinsen, pachten und Mieten. Die Bemessungsgrundlage für Ausgaben, mit denen Sozialleistungen finanziert werden, kann somit ausgeweitet werden. So stellt diese Abgabe einen Finanzierungsbeitrag des Sozialsystems dar – in Österreich wird derzeit keine solche Wertschöpfungsabgabe eingehoben.

Finanzierung des Sozialsystems

Dennoch wird diese Möglichkeit von der Regierung gerne zur Finanzierung des Sozialsystems in Betracht gezogen. Der EU-Definition nach, machen Ausgaben, die den sozialen Schutz betreffen, in Österreich nur 30% des Bruttoinlandsproduktes aus. Rund 66% dieser Ausgaben werden durch Sozialversicherungsbeiträge finanziert, die restlichen 33% aus anderen Steuermitteln. Die Finanzierungsanteile des Sozialsystems haben sich in Österreich in den letzten 20 Jahren kaum geändert. Dennoch hat sich etwas verändert, nämlich die Zusammensetzung der Steuereinnahmen des Staates Österreich. Ein Teil, der im Hinblick auf die Steuereinnahmen immer größer wird, entfällt auf die Lohnsteuer.

Unternehmenssteuern

Die Unternehmenssteuern bleiben jedoch in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück und nehmen kaum zu. Kapitalgesellschaften und Selbstständige tragen anders gesagt wenig dazu bei, den Staat zu finanzieren, während Arbeitnehmer immer mehr belastet werden. Dieser Entwicklung, dass die Arbeitnehmer immer mehr belastet werden, könnte mit der Einführung der Wertschöpfungsabgabe in Österreich entgegengewirkt werden.

Die Maschinensteuer (Robotersteuer)

Ein weiterer Grund, welcher für die Einführung einer Wertschöpfungsabgabe spricht, ist, dass die hohe Versteuerung von Arbeit dazu führen kann, dass es zu einer schrittweisen Ersetzung von Arbeitskräften durch Maschinen kommen kann bzw. wird. Das würde sich – gerade bei einer geringen Gesamtnachfrage am Arbeitsmarkt – besonders schlecht auf die Beschäftigung auswirken. Daher sollte der Meinung vieler nach, Kapital mehr besteuert werden. Eine Rückverschiebung der Steuerlast soll, helfen – gegensteuern.

Dennoch sollte die beschäftigungsfördernde Wirkung einer Einführung der Wertschöpfungsabgabe in diesem Zusammenhang nicht zu sehr überschätzt werden. Produktionssteigerungen und Rationalisierungen werden nämlich primär durch technischen Fortschritt vorangetrieben. Dies führt dazu, dass der Arbeitsaufwand pro Gütererzeugung immer weiter und weiter sinkt. Das Verhältnis zwischen den relativen Preisen von Arbeit und Kapital durch eine Wertschöpfungsabgabe würde sich nicht wirklich ändern.

Es ist entscheidender, gerade im Hinblick auf die Gesamtbeschäftigung, dass der Verlust an Arbeitsplätzen durch neue Beschäftigungsmöglichkeiten und durch die Rationalisierung, kompensiert wird. Ebenso setzt der internationale Wettbewerb Grenzen im Zusammenhang der verstärkten Besteuerung von Kapital bzw. des Einsatzes von Energie und Rohstoffen. Um wirklich größere Fortschritte hinsichtlich einer Lösung oder Verbesserung dieses Problems erzielen zu können, benötigt man eine einheitliche Vorgehensweise auf europäischer- oder EU-Ebene.

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
Stand: 26.08.2021, 00:39 Uhr