Immobilienpreise pro Quadratmeter: Wo wohnt man derzeit am teuersten in Österreich?

Eine aktuelle Analyse der Immobilienpreise, erhoben unter anderem von Statista, hat ergeben, dass es auch bei Immobilienpreisen "im Westen nichts Neues gibt". Nach wie vor liegt das Epizentrum der Immobilienpreise in den westlichen Bundesländern Österreich. Vor allem Tirol und Vorarlberg liegen hier im Spitzenfeld. Die Preis-Krone hinsichtlich der Quadratmeterpreise darf nach wie vor Kitzbühel in Anspruch nehmen. Dort beläuft sich der Preis pro m² im Durchschnitt auf stattliche 5.780 Euro.

Immobilienpreise pro Quadratmeter: Wo wohnt man derzeit am teuersten in Österreich?
Bild: pixabay.com / skeeze
08.06.2019, 10:00 Uhr | Immobilien

Kitzbühel gilt mit einem Qudratmeterpreis von 5.780 Euro als das teuerste Pflaster Österreichs. Auf Platz zwei findet sich Innsbruck, wo sich der momentane Durchschnittspreis pro Quadratmeter auf 5.050 Euro eingependelt hat. Salzburg, ehemals auf den ersten beiden und damit teuersten Plätzen zu finden, rangiert auf dem verdienten 3. Platz. Wobei hier der Quadratmeterpreis sich mit 4.740 geradezu günstig ausnimmt. Weiter auf dem Vormarsch befindet sich das Ländle, Vorarlberg. Hier hat sich der Preis innerhalb eines Jahres um gute 5 bis 9 % nach oben bewegt.

Gemischte Gefühle in Wien

In Wien befindet sich der Immobilienmarkt derzeit in einer Art Umbruch. Hatten sich Bezirke, wie zum Beispiel Margareten, Floridsdorf und Liesing zumindest ansatzweise daran gemacht zu den höherpreisigen aufzuschließen, haben sich die Preise in diesen Bezirken wieder auf einem normalen Level eingefunden. Begründet wird dies durch den wieder stärker einsetzenden Zuzug von ausländischen Mitbewohnern, vor allem aus den unteren bis mittleren Einkommensklassen. Hingegen haben die traditionell hochpreisigen Bezirke wie die Innere Stadt, Penzing und neuerdings die Leopoldstadt das Preisniveau wieder ansteigen lassen.

Besonders überraschend war die Weiterentwicklung im 2. Wiener Gemeindebezirk, der Leopoldstadt. Hier vor allem in der Region rund um das ehemalige Stuwerviertel. Dieses, vor noch nicht langer Zeit als Rotlichtviertel verschrien, weswegen die Immobilienpreise eher im unteren Segment angesiedelt waren, hat sich dieses aufgrund der demografischen Wandlung deutlich verändert. Dies wurde nicht zuletzt aufgrund der Etablierung der Wirtschaftsuniversität auf großen Teilen des ehemaligen Messegeländes und der Ansiedlung von Fachhochschulen bewerkstelligt. Aufgrund dessen stieg der Wohnbedarf für akademisches Personal aber auch für ganze Studentenschaften aus dem In- und Ausland.

Verglichen zu den Preisen, welche hier noch vor knapp 10 Jahren herrschten, gestaltet sich das neue universitäre Viertel immer mehr zu einem dem mittelpreisigen Sektor. So liegen die Preise für Eigentumswohnungen, vor allem jene in unmittelbarer Lage der Hauptallee bei knappen 250–300.000. Tendenz steigend.

Wo man noch günstig wohnen kann

In niederösterreichischen Gemeinden hingegen gestalten sich die Immobilienpreise geradezu moderat. Abgesehen von den eher hochpreisigen Dauerbrennern wie Mödling oder Baden. In Städten wie Gmünd, beläuft sich der durchschnittliche Preis für Eigentumsimmobilien auf rund 830 bis 850 Euro pro Quadratmeter. Gefolgt von Städten wie Horn, Oberwart und Hollabrunn, deren Durchschnittswert zwischen 700 und 550 Euro liegt. Wesentlich günstiger hingegen fallen die Preise in jenen Gemeinden aus, welche direkt an der tschechischen Grenze liegen. So zum Beispiel im Weinviertel.

In Regionen des Bezirkes Mistelbach aber auch Rust können die Preise als geradezu günstig im Vergleich zu anderen angesehen werden. So sind Eigentumswohnungen in Städten wie Retz und Mistelbach bereits ab 175.000 zu haben. In den Außenbezirken deutlich darunter. Preislich gestalten sich hier aber vor allem Häuser besonders interessant. So stehen in diesen Regionen Einfamilienhäuser bereits ab einem Preis von 180.000 zur Verfügung. Ohne das weitläufige Renovierungen vorgenommen werden müssen. Von besonderem Interesse könnten die Grundstückspreise für all jene sein, die sich den Traum vom eigenen Haus verwirklichen möchten. Diese sind bereits ab einem Grundstückspreis von gerade einmal 10 Euro den Quadratmetern erhältlich!

Davon hängen die Preise in Österreich ab

Bedingt durch die in den vergangenen Jahren verstärkte Zuwanderung hat sich in den letzten Jahren der Preis für Immobilien recht unterschiedlich entwickelt. Bezirke in Wien die sich gerade auf dem Sprung vom typischen Arbeiterviertel zum angesagten Bezirk befunden haben, erfuhren eine Abwertung. Andere wieder hingegen, wie das bereits erwähnte Stuwerviertel oder die Region rund um den Nestroy Platz wurden zum Hotspot. Welches die Preise deutlich ansteigen ließ. Traditionell hochpreisige Gegenden, wie die Innere Stadt oder Neubau, bedingt durch die hohe Dichte an Geschäftslokalen, sind im Preis nochmals gestiegen.

Der goldene Westen

Dieser mit den Zentren Kitzbühel und Co, welche seit langem als qualitativ hochwertige Touristen- und Promi Regionen gelten, sorgen mit entsprechender Regionalpolitik dafür, dass sich am Status Quo nichts ändert. Das Gleiche gilt für Vorarlberg. Hier ist man allerdings mehr darauf bedacht dem Bedarf nach natürlich mehrwertigem Wohnen nachzukommen. Diese mit einem gewissen finanziellen Aufwand verbunden, erklärt die relativ hohen Preise.

Mehr Informationen: Immobilien

Mario Schantl
Mail: ms@finanz.at
Redakteur, Ressort-Leiter Immobilien
Immobilien und Finanzierung
Mehr Schlagzeilen