16.03.2020, 10:30 Uhr | von | Steuern

Das Finanzministerium bieten Unternehmen mit einem Corona-Hilfsfonds im Rahmen von vier Milliarden Euro Unterstützung an. Einpersonenunternehmen erhalten Barzahlungen als direkte Coronahilfe.

Finanzministerium bietet Antrag zu Sonderregelungen betreffend Coronavirus
Bildquelle: Bundesministerium für Finanzen (BMF) | Finanzminister Gernot Blümel in Brüssel

Bereits am Wochenende wurden seitens der Bundesregierung Hilfsmaßnahmen in Form eines Corona-Hilfsfonds für die Wirtschaft von vier Milliarden Euro bekanntgegeben und im Nationalrat beschlossen.

Das österreichische Finanzministerium bietet damit eine „rasche und unbürokratisch Hilfe“ für Unternehmen betreffend dem Coronavirus. Das Formular für die Coronahilfe kann online auf bmf.gv.at heruntergeladen werden. Das kombinierte Formular für von Covid-19 betroffene Unternehmen in Österreich kann via FinanzOnline oder per Email an corona@bmf.gv.at an das Finanzamt übermittelt werden.

Für Einzelunternehmen bzw. Einpersonenunternehmen versprach Vizekanzler Kogler im Ö1-Journal eine Soforthilfe in Form von Barzahlungen „Cash on the hand“. Sportvereine sollen durch gesonderte Förderungen unterstützt werden.

Steuerliche Hilfe und Entlastung beantragen

Unternehmen können mittels Formular beim Finanzministerium folgende steuerliche Entlastungen beantragen:

Herabsetzung der Einkommensteuervorauszahlungen

Durch das Herabsetzen der steuerlichen Vorauszahlungen soll die Liquidität der Unternehmen gewährleistet werden. So können Einkommensteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen bis auf null herabgesetzt werden.

Entfall von Anspruchszinsen

Die für Nachforderungen seitens der Finanz möglichen Anspruchszinsen können für Unternehmen entfallen.

Steuerstundungen

Als Zahlungserleichterung kann das Datum für die Zahlung einer Abgabe nach hinten geschoben werden. Auch Ratenzahlungen sind möglich. Die Stundungen könnten auch auf Sozialversicherungsbeiträge für Unternehmen ausgeweitet werden.

Säumniszuschläge

Die Säumniszuschläge für nicht fristgerecht getätigte Abgaben an das Finanzamt – etwa bei nicht einhalten des Fälligkeitstages – können herabgesetzt werden oder gänzlich entfallen.

Nulldefizit undenkbar

Unterdessen gaben Finanzminister Blümel und Bundeskanzler Sebastian Kurz bekannt, dass das Nulldefizit keinesfalls gehalten werden könne und in dieser Ausnahmesituation auch keine Einsparungen stattfinden werden. Laut Kanzler Kurz werden die Kosten, die dem Bund durch die Coronahilfe und weitere Maßnahmen entstehen, von einem geplanten Budgetüberschuss in ein „massives Defizit“ kippen. Das sei jedoch notwendig, um den Unternehmen, Arbeitnehmer und der Wirtschaft generell in diesen Zeiten zu helfen.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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