Outplacement steht im Allgemeinen dafür, dass eine berufliche Neuorientierung vorgenommen wird, wenn ein Arbeiter aus einer Firma ausscheiden sollte. Diese Dienstleistung gibt es schon länger, der Begriff ist jedoch dennoch relativ unbekannt. Der Begriff Outplacement kommt ursprünglich aus dem englischsprachigen Raum.

Seine Wurzeln hat das Outplacement bereits im zweiten Weltkrieg. Hier kehrten viele Soldaten aus Europa nach Ende des Krieges in die USA zurück und mussten in andere Beschäftigungen integriert werden.

Wie funktioniert Outplacement?

Heutzutage übernehmen Beratungsfirmen das Outplacement. Hier unterscheiden sich die Leistungen je nach Anbieter. Grundsätzlich werden jedoch fünf Phasen durchlaufen. Diese werden im Folgenden kurz angeschnitten.

Phase 1:

Hier nimmt man in der Regel eine anfängliche Analyse vor und versucht Fragen, wie etwa über die berufliche Situation, über das Privatleben oder über die Flexibilität des Kunden, zu beantworten. Der Berater muss in weiterer Folge herausfinden, welche Potenziale der Kunde an den Tag legt.

Phase 2:

Im weiteren Verlauf werden die oben genannten Punkte vertieft und der Berater erstellt ein Qualifikationsprofil. Die Fragen, ob es Bedarf zur Weiterbildung gibt oder ob die Chancen ohnehin gutstehen, werden hier geklärt.

Phase 3:

In dieser Phase geht es darum, eine Strategie zu entwickeln und auszuarbeiten. Hauptaugenmerk liegt hier auf der beruflichen Zielsetzung und was der Kunde eigentlich möchte.

Phase 4:

Diese Phase wird als wichtigste angesehen. Sie wird auch als Bewerbungsphase bezeichnet. Hier bereitet der Berater den Kunden auf Vorstellungsgespräche und Ähnliches vor.

Phase 5:

In der fünften und letzten Phase geht es vielmehr nur noch darum, dass der Berater den Kunden beim Aufsetzen beziehungsweise Unterfertigen des Arbeitsvertrages unterstützt.

Weitere Informationen zum Outplacement:

Im Folgenden werden einige wichtige Punkte im Zusammenhang mit dem Outplacement angeführt und zum besseren Verständnis näher definiert.

Ziergruppe des Outplacements:

Personen, aber auch Unternehmen, die mit einer Kündigung konfrontiert werden, stellen die Zielgruppe des Outplacements dar. Kündigungen sind oftmals für beide Parteien unangenehm, da es nicht allzu oft zu einer einvernehmlichen Trennung kommt. Outplacement kann in diesem Fall für beide Parteien Vorteile bringen. Der Arbeitnehmer kann durch die Beratung in der Regel eine neue Arbeitsstelle finden, das Erscheinungsbild des Unternehmens hingegen wird verbessert, da die Unternehmen oftmals den Großteil der Kosten für diese Beratung übernehmen. Dies ist nicht zuletzt deswegen der Fall, da Firmen oft sehr großen Wert auf das öffentliche Erscheinungsbild legen.

Unterscheidung zwischen Einzel- und Gruppenberatung:

Innerhalb der Einzelberatung unterscheidet man zwischen der befristeten und unbefristeten Beratung. Die unbefristete Einzelberatung zeichnet aus, dass sie erst dann endet, wenn der Kunde eine neue Arbeitsstelle gefunden hat. Eine befristete Beratung ist hingegen zeitlich begrenzt. Ferner gibt es noch die Möglichkeit einer Gruppenberatung. Diese ist vor allem für all jene gedacht, die nicht als Führungskräfte gearbeitet haben, aber dennoch professionelle Unterstützung benötigen. Ein gutes Beispiel für Gruppenoutplacement ist etwa, wenn im Zuge einer Firmenübernahme eine ganze Abteilung aufgelöst wird.

Image für Firmen:

Dass dem ehemaligen Arbeitnehmer eine Beratung von ehemaligen Arbeitgeber ermöglicht wird, ist auch aufgrund des Erscheinungsbilds gegenüber neuen Arbeitnehmern beziehungsweise Neukunden notwendig. Im heutigen Zeitalter kann man es sich als Unternehmen nicht mehr leisten, einen Mitarbeiter „einfach vor die Tür zu setzen“. Daher wird der Mitarbeiter im Falle einer Kündigung an eine Outplacement-Firma vermittelt. Der Arbeitgeber vermittelt so den Eindruck, dass er sich selbst um ehemalige Arbeitskräfte sorgt und der gekündigte Mitarbeiter erhält die Chance, möglichst schnell eine neue Arbeitsstelle zu finden.

Wie lange dauert es, bis man eine neue Stelle gefunden hat?

Hier kann keine allgemein geltende Antwort gegeben werden. Die Dauer, bis man eine neue Stelle gefunden hat, hängt einerseits von der beauftragten Firma, aber auch den Qualifikationen, der Branche und der Position, die man anstrebt, ab. Grundsätzlich kann man von einer Dauer von zwei bis drei Monaten ausgehen, in Ausnahmefällen ist auch eine Wartezeit von bis zu einem Jahr möglich.

Was sind die Kosten für eine solche Beratung?

Gibt es die Möglichkeit einer Förderung? Die Kosten richten sich nach der Art der Beratung, den Qualifikationen, aber auch der Dauer der Beratung. So gibt es Gruppenberatungen, die schon bei einem Preis von rund 3.000 Euro beginnen, für eine unbefristete Einzelberatung im Führungsbereich kann man auch mit einer Summe von über 20.000 Euro rechnen. In der Regel wird die Hälfte der Kosten durch den Arbeitgeber gedeckt. Des Weiteren bieten verschiedene Institutionen Förderungen an, um die Kosten zu senken. Etwa das Arbeitsmarktservice (AMS) eignet sich als erster Ansprechpartner sehr gut, wobei die jährlichen Mittel nur begrenzt zur Verfügung stehen, sodass die Möglichkeit besteht, dass das Budget bei Anfrage bereits aufgebraucht ist.

Welche Qualifikationen hat ein Berater im Bereich Outplacement?

Es gibt keinen eigenen Studiengang, welchen man im Zuge der Ausbildung zum Outplacement-Berater absolvieren kann. Daher handelt es sich bei den Beratern oft um Personen die aus den Bereichen Training, Pädagogik, Psychologie kommen, aber auch oftmals um Personen, die früher als Manager oder Fachkräfte im Bereich Personal tätig waren.