Mitarbeitergespräch: So führt man als Chef ein ideales Gespräch mit seinen Mitarbeitern! Tipps für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zum perfekten Mitarbeitergespräch!

Einmal pro Jahr muss der Vorgesetzte mit seinem Mitarbeiter ein so genanntes Mitarbeitergespräch führen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Veranstaltung, die beiden Parteien nur wenig Freude bereitet. Das muss jedoch nicht so sein. Ein Mitarbeitergespräch kann nicht nur sehr angenehm, sondern auch sehr effektiv gestaltet werden.

Besonders der Vorgesetzte sollte sich hierbei Mühe geben, da das Gespräch große Auswirkungen auf die Arbeitsmoral des Angestellten haben wird. Je größer diese ausfällt, desto besser ist dies für das Unternehmen. Wie das gelingt und auf welche Dinge der Vorgesetzte und der Mitarbeiter dabei achten müssen, soll im Folgenden gezeigt werden.

Besonders wichtig: Nur konstruktives Feedback geben

Feedback zu geben ist gar nicht so einfach. Denn hierbei fühlt sich der Feedback Nehmer sehr schnell persönlich angegriffen und gekränkt. Die Arbeitsleistung könnte in der darauffolgenden Zeit rapide abnehmen. Auch eine Kündigung könnte die Folge sein. Deshalb muss der Feedback Geber hierbei einige Dinge beachten, um diesen Schaden zu umgehen. Der Vorgesetzte sollte sich ausführlich vorbereiten, nur so wird sich der Mitarbeiter in seiner Arbeit wertgeschätzt fühlen.

Auch die Zielsetzung für die nächste Zeit muss angesprochen werden. Nur so entsteht bei dem Mitarbeiter der Eindruck, dass seine Arbeit auch wirklich entscheidend für den Erfolg des Unternehmens ist.

Das Feedback ist elementar bei einem Mitarbeitergespräch. Der Feedback Geber sollte sich immer bemühen, objektiv zu bleiben. Sich in einem solchen Gespräch dem Ärger über misslungene Geschäfte oder Abläufe einmal Luft zu machen, ist hingegen nicht konstruktiv. Außerdem muss dem Mitarbeiter die Chance gegeben werden, zu dem Feedback Stellung zu beziehen.

Die Verweigerung von einem Mitarbeitergespräch

Mitarbeiter können aus arbeitsrechtlicher Sicht das Mitarbeitergespräch nicht verweigern. Auch eine sachliche Auskunft über ihre Arbeitstätigkeit muss von ihnen auf Nachfrage gegeben werden. Die Verweigerung stellt einen arbeitsrechtlichen Pflichtverstoß dar.

Tipps für den Chef: für ein besseres Mitarbeitergespräch

Der Chef muss für ein besseres Mitarbeitergespräch gut vorbereitete sein. Natürlich hat er viel zu tun, doch diese Zeit muss er sich einfach nehmen. Außerdem muss er auf sachliche Äußerungen achten. Wenn dann noch die Gesprächsstruktur eindeutig ist, sollte die erfolgreichen Gespräch kaum noch etwas im Wege stehen.

Der Mitarbeiter soll durch das Gespräch eindeutige Informationen vermittelt bekommen. Dafür muss sich der Chef im Voraus überlegen, ob es sich gleich um ein Ermahnungs-, Anerkennungs- oder um ein Konfliktgespräch handeln wird.

Feedback geben

Es wurde bereits angesprochen, dass das Feedback ausgesprochen entscheidend ist. Deshalb sollte der Chef sich hier besonders viele Gedanken machen. Eine richtige Vorbereitung kann verhindern, dass der Chef den Mitarbeiter versehentlich vor den Kopf stößt.

Die richtige Atmosphäre: Die Atmosphäre sollte positiv und gelockert sein. Der Chef sollte ausstrahlen, dass auch er für Kritik offen ist.

Die Themenauswahl eingrenzen: Der Chef sollte die wesentlichen Inhalte vorab festlegen. Dadurch wird ein einschläferndes Abschweifen vermieden.

Wahrnehmungen nutzen: Damit der Mitarbeiter sich von dem Feedback nicht angegriffen fühlt, ist es sinnvoll dieses mit der eigenen Wahrnehmung zu begründen. Die Formulierung „Ich empfinde, dass Sie in den letzten Monaten…“ klingt sehr viel angenehmer als „In den letzten Monaten haben Sie eindeutig…“

Probleme richtig ansprechen: Wenn Probleme angesprochen werden müssen, wird es besonders heikel. Der Chef darf auf keinen Fall mit den Problemen direkt in das Gespräch hineinplatzen. Fingerspitzengefühl und die Einbeziehung des Mitarbeiters sind effektiver.

Fairness bewahren: Neben den Schwächen müssen unbedingt auch die Stärken des Mitarbeiters angesprochen werden. Es empfiehlt sich, diese bereits vor den Schwächen zu nennen.

Das Feedback als Mitarbeiter annehmen

Das Feedback richtig zu geben ist also gar nicht so einfach. Aber auch das Feedback an zu nehmen gestaltet sich schwerer als gedacht.

Der Mitarbeiter sollte sich gedanklich bereits auf Kritik gefasst machen. Kaum ein Mitarbeitergespräch kommt ohne sie aus. Eine objektive Einstellung ist deshalb empfehlenswert. Der Mitarbeiter sollte vorab selbst bereits einmal kritisch überlegen, welche seiner Leistungen vielleicht weniger gelungen waren und gleich angesprochen werden könnten.

Interesse bekunden: Der Mitarbeiter sollte in einem solchen Gespräch unbedingt Interesse bekunden. Nichts ist hier schlimmer als eine „Ist-mir-egal-Einstellung“.

Verbesserungsvorschläge unterbreiten: Dieser Punkt sollte unbedingt beachtet werden, da er zeigt, dass sich der Mitarbeiter tatsächlich für das Unternehmen anstrengt und zur Verbesserung beitragen möchte.

Höflichkeit beibehalten: Mitarbeiter müssen sich natürlich nicht alles gefallen lassen. Handelt es sich jedoch um sachlich korrekte Kritik, dann muss sie auch höflich angenommen werden.

Besprochenes umsetzen

Das Feedback aus dem Mitarbeitergespräch hat jede Menge Potential und dieses sollte unbedingt genutzt werden. Denn wenn es richtig gegeben und richtig angenommen wurde, kann es zu einer erheblichen Verbesserung der Arbeit beitragen.

Der Mitarbeiter sollte sich Mühe geben, die besprochenen Ziele so gut wie möglich zu verfolgen und umzusetzen. Wenn der Vorgesetzte in dem Gespräch kaum Kritik vorgebracht hat, sollte sich der Mitarbeiter bemühen, damit er in dieser komfortablen Situation bleibt. So zeigt er, dass es berechtigt war, ihn nicht oder nur in Maßen zu kritisieren. Nur wenn sich der Mitarbeiter vorbildlich verhält, kann er außerdem die Forderungen an den Vorgesetzten einfordern. Wenn sich die Arbeitsbedingungen jedoch unvorhersehbar ändern, müssen die Auswirkungen auf die Vereinbarungen unbedingt mit dem Chef besprochen werden. Beispielsweise könnte ein Kollege kündigen oder eine neues Projekt wird vor ein bisheriges geschoben. Schließlich nützen die Vereinbarungen und Ziele nur wenig, wenn sich die Arbeitstätigkeit verändert hat.

Es ist außerdem sinnvoll, wenn sich frühzeitig auf das nächste Mitarbeitergespräch vorbereitet wird. Denn immerhin wird jedes Jahr ein neues Gespräch durchgeführt. Wer sich bereits im Jahr Gedanken oder sogar Notizen dazu macht, ist hervorragend vorbereitet.