Geringfügige Beschäftigung in Österreich: Höhe und Regelungen zur Geringfügigkeit. Alle Informationen finden Sie hier!

Alle Informationen und Regelungen zur Geringfügigkeit in Österreich: Wie hoch ist die Geringfügigkeitsgrenze? Welche Ansprüche gelten für Arbeitnehmer? Wie viel darf man bei geringfügiger Beschäftigung verdienen? Das alles und noch mehr erfahren Sie hier.

Eine sogenannte geringfügige Beschäftigung gilt, wenn die das monatliche Einkommen die Geringfügigkeitsgrenze von 438,05 Euro (Stand 2018) nicht überschreitet.

Geringfügigkeitsgrenze 2018

Geringfügigkeit berechnen
Einkommen pro Monat:

Alle Angaben sind ohne Gewähr auf ihre Richtigkeit!

Die Geringfügigkeitsgrenze ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen:

Jahr Einkommen pro Arbeitstag Einkommen pro Monat
2018 - 438,05 Euro
2017 425,70 Euro
2016 31,92 Euro 415,72 Euro
2015 31,17 Euro 405,98 Euro
2014 30,35 Euro 395,31 Euro
2013 29,70 Euro 386,80 Euro
2012 28,89 Euro 376,26 Euro
2011 28,72 Euro 374,02 Euro
2010 28,13 Euro 366,33 Euro
2009 27,47 Euro 357,74 Euro

Seit Anfang 2018 gibt es keine tägliche Geringfügigkeitsgrenze mehr. Zudem ist die monatliche Einkommensgrenze auf 438,05 Euro gestiegen.

Geringfügige Beschäftigung in Österreich:

Euroscheine - Geringfügige Beschäftigung und Geringfügigkeitsgrenze in Österreich Quelle: bigstock.at, ID: 18484502

Bei einer geringfügigen Arbeit ist das Bruttogehalt gleich dem Nettogehalt. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer keine Lohnsteuer und keine Sozialversicherung entrichten muss.

Mit Ausnahme der Kündigungsregelung gelten für geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer dieselben Bestimmungen und Regelungen, wie für alle anderen Arbeitnehmer. So haben geringfügige Arbeitnehmer ebenso Ansprüche auf Pflegefreistellungen, Urlaub und Abfertigungen. Ebenso gelten, je Kollektivvertrag, auch dieselben Regelungen für Sonderzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld). Diese Sonderzahlungen werden nicht für die Berechnung der Geringfügigkeitsgrenze verwendet.

Die Arbeitnehmer haben demnach ebenso einen Urlaubsanspruch auf fünf bzw. sechs Wochen pro Jahr, wie jeder andere Dienstnehmer. Eine Ausnahme bilden freie Dienstnehmer, da hierfür andere Regelungen gelten.

Arbeitszeiten

Bezüglich der Arbeitszeiten sollten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer klare Regelungen in schriftlicher Form getroffen werden, um Beweisprobleme in Zukunft vermeiden zu können. Seit Januar 2008 dürfen die Arbeitszeiten nur in schriftlicher Form von beiden Seiten verändert werden. Eine einseitige Änderung der Arbeitszeit ist nicht erlaubt.

Sozialversicherung bei Geringfügigkeit

Das müssen Sie über die Sozialversicherung bzw. andere Versicherungen im Rahmen der Geringfügigkeit wissen!

Unfallversicherung bei geringfügiger Beschäftigung

Obwohl bei geringfügiger Beschäftigung keine Abgabe der Sozialversicherung zu leisten ist, sind die Arbeitnehmer dennoch unfallversichert. Die Beschäftigung muss dafür lediglich der zuständigen Krankenversicherung gemeldet werden. Die Unfallversicherung gilt ab diesem Zeitpunkt trotz der Geringfügigkeitsgrenze und dem Wegfallen der Sozialversicherung.

Pensions- und Krankenversicherung

Die Pensions- und Krankenversicherung für geringfügig Beschäftigte wird nicht automatisch bezahlt. Daher wird empfohlen, dass die Arbeitnehmer eine Selbstversicherung vornehmen. Dazu sollten sie einen Antrag beim Krankenversicherungsträger stellen. Der Beitrag wird monatlich eingezahlt.

Sind mehrere geringfügige Arbeitsverhältnisse aufrecht, die in Summe aller Entgelte die Geringfügigkeitsgrenze von 438,05 Euro (Stand 2018) überschreiten, ist man auch in der Krankenversicherung und Pensionsversicherung pflichtversichert. Das bedeutet, dass vom gesamten Einkommen der Beschäftigungen die Beiträge zu entrichten sind.

Beitragspflichtig ist ebenso jener Arbeitnehmer, der neben der geringfügigen Anstellung auch ein vollversichertes Arbeitsverhältnis aufrecht hält.

Änderungen seit Januar 2017

Seit Januar 2017 gelten zur Bemessung der Geringfügigkeit neue Regelungen. Die tägliche Grenze von zuvor 31,92 Euro wurde aufgehoben. Es gelten seither keine Grenzen mehr für den Verdient pro Arbeitstag. Die monatliche Einkommensgrenze wurde von 415,72 Euro auf 425,70 Euro erhöht.

Die Rechte und Regelungen bezüglich der Sozialversicherung, Unfallversicherung und Kranken- bzw. Pensionsversicherung blieben von der Änderung unberührt.

Weitere Informationen zur Geringfügigkeitsgrenze und der geringfügigen Beschäftigung finden Sie online unter: