Das Grundbuch ist ein vom Amtsgericht geführtes Register, in dem die Rechts- sowie Wirtschaftsverhältnisse in Bezug auf Grundstücke aufgezeigt werden. Wenn ein berechtigtes Interesse besteht, kann eine Einsicht ins Grundbuch gewährt werden.

Das Grundbuch setzt sich aus dem Bestandsverzeichnis und den Abteilungen I, II und III zusammen. Im Bestandsverzeichnis sind die genauen Grundstücksangaben vermerkt. Hier sollten die Angaben mit den Daten im Liegenschaftskataster übereinstimmen. In der Abteilung I sind die Eigentumsverhältnisse aufgeführt, in der Abteilung II die Beschränkungen und Lasten sowie in der Abteilung II die tatsächlichen Belastungen vermerkt.

Das Grundbuch in Österreich

Beim Grundbuch handelt sich nicht um ein öffentliches Register. Deshalb können auch nur Personen, welche ein berechtigtes Interesse nachweisen können, Einsicht in das Grundbuch erhalten. Für jedes einzelne Grundstück gibt es ein gesondertes Grundbuchblatt, das mit einer fortlaufenden Nummer versehen ist. Dieses Grundbuchblatt ist das eigentliche Dokument im Grundbuch zu dem jeweiligen Grundstück.

Auch das Internet hat beim Grundbuchamt Fuß gefasst. Die Grundlage hierfür hat das Registerverfahrensbeschleunigungsgesetz vom 20.12.1993 geschaffen. Dort sind die Vorschriften für die maschinelle Grundbuchführung geregelt. Dabei wurde auch das sogenannte automatisierte Abrufverfahren eingeführt, mit dessen Hilfe man eine schnelle Online-Einsicht in das Grundbuch erhalten kann.

Der Grundbuchauszug

Bei einem Grundbuchauszug handelt es sich um eine komplette Abschrift oder Kopie über alle zu einem bestimmten Grundstück vorhandenen Grundbucheintragungen. In einem Grundbuchauszug sind auch ältere sowie bereits gelöschte Eintragungen vermerkt und ersichtlich.

Wer ist berechtigt, einen Grundbuchauszug zu erhalten bzw. diesen einzusehen?

Bei dem Grundbuch handelt es sich um keinen für die Allgemeinheit zugänglichen Datenbestand. Deshalb unterliegt die Einsichtnahme strengen Datenschutzregelungen. Dabei dürfen neben Gerichten, Notaren, öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren die Eigentümer oder Miteigentümer selbst oder dinglich Berechtigte Einsicht erhalten. Dritte Personen erhalten dann nur eine Einsicht, wenn Ihnen dafür vom Eigentümer oder dem dinglich Berechtigten eine Vollmacht dafür vorliegt.

Wer ist ein dinglich Berechtigter, der einen Grundbuchauszug einsehen darf?

Als dringliches Recht bezeichnet man das Recht einer dritten Person außerhalb des Eigentümers an einem Grundstück. Hierbei handelt es sich um einen Nichteigentümer, für den dieses Recht für das Grundstück im Grundbuch eingetragen ist. Dieser Vermerk befindet sich im Grundbuch entweder in der Abteilung II „Lasten und Beschränkungen“ oder in der Abteilung III „Hypotheken, Renten- und Grundschulden“. Dazu zählen u.a. Vor- und Wiederverkaufsrechte, Nießbrauchrechte, Reallasten sowie Grunddienstbarkeiten.

Grundbuchauszug im Internet

In allen Bundesländern kann man eine Online-Einsicht in das Grundbuch erhalten. Somit können Grundbuchauszüge online bestellt werden. Auch hier müssen die oben erwähnten Vorgehensweisen eingehalten werden. Sämtliche Liegenschaftsdaten sind beim elektronischen Grundbuch in dem zentral verwalteten Rechenzentrum abgespeichert. Somit ist es möglich, dass Behörden, öffentlich bestellte Vermessungsingenieure sowie Notare jederzeit schnell auf die Grundbucheintragungen zurückgreifen können.

Welche Angaben werden benötigt, damit ein Grundbuchauszug abgerufen werden kann?

Wenn ein Grundbuchauszug online in Auftrag gegeben wird, werden zur Freigabe einige Informationen benötigt. Dazu gehören die Vor- und Nachnahme sowie das Geburtsdatum des Eigentümers und die Gemarkungs-Nummer. Auch die Vollmacht des dinglich Berechtigten oder des Eigentümers ist erforderlich. Weite Angaben, damit ein Grundbuchauszug schnell erstellt werden kann, sind die Flur und Flurstücknummer, der Grundbuchbezirk sowie die Nummer des Grundbuchblattes.

Was sollte eine Vollmacht enthalten?

Eine solche Vollmacht sollte zum Abruf eines Auszuges aus dem Grundbuch verschiedene Bestandteile enthalten. Dazu gehört Name und Anschrift des Vollmachtgebers dabei handelt es sich entweder um den Grundstückseigentümer oder um den dinglich Berechtigten). Ebenso wichtig sind die Angaben zum Grundstück (angefangen von der Gemarkung über die Flurstück-Nummer bis hin zur Nummer des Grundbuchblattes). Ebenso muss der Name sowie die Anschrift der Person in der Vollmacht aufgeführt werden, wie dann berechtigt ist, einen Grundbuchauszug zu erhalten.

Es besteht auch die Möglichkeit, eine Untervollmacht zu erteilen. Dies erfolgt dadurch, dass der Vollmachtgeber (Eigentümer oder dinglich Berechtigter) dem Berechtigten für die Einsichtnahme in einen Grundbuchauszug eine Untervollmacht erteilt, damit wiederum der Berechtigte eine Vollmacht (die Untervollmacht) an eine Person erstellt, die dann den Grundbuchauszug einsehen kann.

Die Kosten eines Grundbuchauszuges

Ein einfacher Grundbuchauszug kostet 10 Euro. Eine beglaubigte Abschrift liegt dagegen bei ungefähr 20 Euro. Für die reine Einsicht in das Grundbuch gibt es keine Gebührenerhebung. Die Gebühren beim automatisierten Abrufverfahren sind höher und belaufen sich auf ungefähr 50 Euro für die entsprechende Einrichtung und auf 8 Euro je Grundbuchblatt-Auszug. Bei einem uneingeschränkten automatisierten Abrufverfahren wird keine Einrichtungsgebühr erhoben.

Wie erfolgt eine Änderung im Grundbuch bei einer Erbfolge?

Wenn eine Änderung aufgrund einer Erbfolge im Grundbuch vorgenommen werden muss, ist dafür ein schriftlicher und formloser Antrag der Erben oder des Erben mit dem entsprechenden Nachweis, dass es auch tatsächlich die Erben sind, erforderlich. Dieser Nachweis kann eine Abschrift des Erbscheins oder auch eine beglaubigte Kopie des Testaments mit einem Eröffnungsprotokoll des Nachlassgerichtes sein.

Muss man für die Änderung im Grundbuch einen Notar aufsuchen?

Eine Grundbuchänderung wird in der Grundbuchordnung (GBO) geregelt und es handelt es sich hierbei um einen Vorgang mit umfangreichen Formvorschriften. Dabei sind auch beglaubigte Urkunden erforderlich und deshalb ist in den meisten Bundesländern hier die Zuhilfenahme eines Notars notwendig.