14.12.2019, 12:10 Uhr | von | Wirtschaft

Die Österreichische Nationalbank (OeNB) senkt die Prognosen des Wirtschaftswachstums für das Jahr 2020 auf 1,1 Prozent. Erholung wird für 2021 erwartet.

Wirtschaftswachstum 2020: Nationalbank senkt Prognosen für Österreich
Bildquelle: Finanz.at / bigstockphoto.com, Kyrien (Montage) | OeNB senkt Prognosen für Wirtschaftswachstum

Der internationale Konjunkturrückgang trübt auch die Dynamik der Wirtschaft in Österreich. Wie die Nationalbank am Freitag erklärte, erwarte man für das kommende Jahr daher nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent. Im Juni 2019 hatte die OeNB noch deutlich positivere Prognosen von 1,6 Prozent ausgegeben.

Damals erklärte der ehemalige Gouvernour der OeNB, Ewald Nowotny, Österreichs Wirtschaft halte sich wacker und "Österreich sei in einer vergleichsweise guten Situation."

Besonders die Exportwirtschaft sei von der Abschwächung der Konjunktur betroffen. Das liegt auch an den schwächeren Wirtschaftsprognosen und -Entwicklungen der Nachbarländer.

Für 2019 erwarten die Ökonomen der Nationalbank dennoch ein Wachstum von immerhin 1,6 Prozent. Diese Erwartungen sind im Vergleich zur ersten Jahreshälfte sogar um 0,1 Prozent gestiegen.

Keine Rezession erwartet

Eine anhaltende Rezession - wie etwa in Deutschland - sei dennoch hierzulande nicht zu erwarten.

"Eine Rezession ist per Definition ein Schrumpfen der gesamtwirtschaftlichen Produktion. Das hätte unmittelbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, das Beschäftigungswachstum ginge zurück und die Arbeitslosigkeit würde steigen", so der Ökonom Dr. Stefan Ederer vom WIFO auf Anfrage von Finanz.at.

Aufgrund der weiterhin sinkenden Arbeitslosigkeit in Österreich blicken die Ökonomen daher positiv in die Zukunft.

Arbeitslosigkeit um 2,8 Prozent gesunken

Trotz der abgeschwächten Konjunktur sinkt die Arbeitslosigkeit in Österreich. Die aktuellen Zahlen für November 2019 zeigen, dass die Zahl der Arbeitslosen in Österreich um 2,8 Prozent gesunken ist.

Erst Anfang November gab das AMS bekannt, dass die Arbeitslosigkeit im Oktober 2019 gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent gesunken sind. Die Entwicklung seit 2017 zeigt gar einen Rückgang von 4,6 Prozent.

Auch Deutschland korrigiert Prognosen nach unten

Neben der OeNB korrigiert auch die Deutsche Bundesbank die Erwartungen der Konjunktur für das kommende Jahr nach unten. Die Prognosen haben sich seit Juni 2019 sogar halbiert von 1,2 auf nur noch 0,6 Prozent. Grund dafür dürfte vor allem die Rezession in Deutschland sein. Eine Erholung sei erst für das Jahr 2021 zu erwarten.

Auch in Österreich sehe man trotz allem noch keine anhaltende Krise auf die Wirtschaft zukommen, "weil nicht zu erwarten ist, dass die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise rutscht. Die Inlandsnachfrage ist in Österreich immer noch sehr robust und stützt die Konjunktur", teilt Dr. Stefan Ederer vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) auf Anfrage von Finanz.at mit.

Für die 2021 und 2022 erwarten auch Österreichs Ökonomen wieder deutlich positivere Entwicklungen. 2021 wird ein Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,5 und 2022 ein Plus von 1,6 Prozent avisiert.

Mario Schantl
Email: ms@finanz.at
Redakteur, Ressort-Leiter Immobilien
Experte für Immobilien und Finanzierung
Redaktion | Kontakt | Steiermark
Mario Schantl ist Experte für Finanzierungen und Immobilien und berichtet als Redakteur auf Finanz.at über Nachrichten und Sachverhalte.

Schlagwörter:

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