03.12.2019, 20:25 Uhr | von | Finanzen

Österreicher wollen 2019 durchschnittlich zehn Euro weniger für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Die Erwartungen des Einzelhandels für das Weihnachtsgeschäft sind daher eher zurückhalten.

Österreicher geben 2019 weniger Geld für Weihnachtsgeschenke aus
Bild: Finanz.at (Montage) | Österreicher geben weniger Geld für Weihnachtsgeschenke aus

Wie Finanz.at berichtet hat, sind die Prognosen der Wirtschaftskammer Österreich für das diesjährige Weihnachtsgeschäft eher zurückhaltend. 

"Wir starten mit vorsichtigeren Erwartungen ins heurige Weihnachtsgeschäft", teilte man uns die Geschäftsführerin der Bundessparte Handel, Mag. Iris Thalbauer, auf Anfrage mit. Das Ziel sie es, "den Vorjahresumsatz aus 2018 zu halten".

Grund dafür sind Erhebungen der Wirtschaftskammersparte Handel, wonach Österreicher dieses Jahr rund zehn Euro weniger für Geschenke ausgeben wollen, als es in den letzten Jahren der Fall war. Durchschnittlich werden pro Kopf sieben Weihnachtsgeschenke gekauft. Dafür werden pro Person insgesamt rund 360 Euro ausgegeben.

"Damit liegt das Weihnachtsbudget 2019 um 10 Euro unter den beiden Vorjahren", heißt es seitens Mag. Thalbauer im Gespräch mit der Redaktion. Rein rechnerisch liegen damit die durchschnittlichen Ausgaben pro Geschenk bei ca. 50 Euro.

Auch im Jahr 2019 sind Bücher die beliebtesten Geschenke, gefolgt von Gutscheinen und Bekleidung. Immerhin rund 19 Prozent der Befragten wollen zu Weihnachten auch Bargeld schenken.

Online-Käufe immer beliebter

Immer mehr Österreich erledigen ihre Weihnachtseinkäufe im Internet - so auch die Geschenke. Dabei fließt mehr als die Hälfte der Kaufkraft ins Ausland. Vor allem die Angebote der großen Online-Konzerne, wie etwa Amazon, werden von vielen Österreichern gegenüber dem inländischen Einzelhandel bevorzugt.

Dabei spielt neben den verlockenden Angeboten auch die Bequemlichkeit eine große Rolle. Die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich sieht diese Entwicklung jedoch kritisch.

"Damit gehen Steuern und Abgaben, Arbeitsplätze und die Stabilität des Ertrags für manche Händler verloren", erklärt Thalbauer.

Ein Grund für den Rückgang der Ausgaben im Weihnachtsgeschäft könnten die Umsatzgewinne der Black-Friday-Rabatt-Tage sein. Immer mehr Österreicher nutzen die Aktionen der Händler und kaufen ihre Geschenke bereits Ende November.

Black Friday als Start der Weihnachtssaison

Traditionell gilt der Rabatt-Tag Black Friday als weltweiter Start der Weihnachtssaison. Dieser US-amerikanische Trend hat sich schon länger auch hierzulange durchgesetzt. In Österreich rechnet der Handel mit Umsätzen an Black Friday und Cyber Monday von bis zu 400 Millionen Euro. Finanz.at hat exklusiv berichtet.

Dennoch sind diese Rabatt-Tage nicht ganz unproblematisch für den Einzelhandel. Zwar gaben rund 25 Prozent der über 15-jährigen Österreicher an, an einem der beiden Tage etwas gekauft zu haben, dennoch fließt auch hier die meiste Kaufkraft ins Ausland.

Laut Analyse des US-Beratungsunternehmen Adobe Analytics sollen dieses Jahr etwa am Cyber Monday alleine in den USA rund 9,4 Milliarden Dollar umgesetzt worden sein. Das ist ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mehr als 100 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland erwartet

In Deutschland erwartet man im Einzelhandel dieses Jahr einen neuen Rekordumsatz im Weihnachtsgeschäft. Wie die Plattform Statista analysiert, sollen 2019 deutschlandweit rund 102,4 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Das ist ein Anstieg von 30,1 Prozent in den letzten zehn Jahren. Zum Vergleich: 2009 lag der Umsatz noch bei 87,7 Milliarden Euro.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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WeihnachtsgeschenkeHandelWeihnachtenEinzelhandelUmsatz

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