22.11.2019, 07:08 Uhr | von | Wirtschaft

Erhebungen der Handelssparte der österreichischen Wirtschaftskammer erwarten für das heurige Weihnachtsgeschäft schwächere Umsätze im Einzelhandel. Das Ziel sei es, den Vorjahresumsatz zu halten.

Vorsichtige Prognosen: Handel erwartet schwächeres Weihnachtsgeschäft in Österreich
Bild: Finanz.at / pixabay.com (Montage)

Mit dem Black Friday am 29. November 2019 wird in den USA traditionell das Weihnachtsgeschäft eingeleitet. Dieser Trend setzte sich in den letzten Jahren auch in Europa durch. Damit gilt unter anderem auch für den österreichischen Einzelhandel das letzte Novemberwochenende als Start der Weihnachtssaison.

In den letzten Jahren ging der Umsatz im Weihnachtsgeschäft leicht zurück. Handelsobmann Peter Buchmüller teilte im letzten Jahr bei der Präsentation seiner Zwischenbilanz mit, dass in Österreich rund 112 Millionen Euro umgesetzt wurden. Damit lag man hinter den Erwartungen und dem Ergebnis des Vorjahres 2017. Lediglich der Online-Anteil sei mit fünf Prozent deutlich gestiegen.

Vorsichtige Erwartungen des Einzelhandels

Für die Weihnachtssaison 2019 gibt die Handelssparte der WKÖ verhaltene Erwartungen aus.

"Wir starten mit vorsichtigeren Erwartungen ins heurige Weihnachtsgeschäft, als dies in den vergangenen Jahren der Fall war", das teilte die Wirtschaftskammersparte Handel auf Anfrage von Finanz.at mit.

Das Ziel sei es, den Vorjahresumsatz aus 2018 zu halten. Man würde sich zwar freuen, wenn am Ende doch mehr Umsatz erwirtschaftet werden würde, die von der WKÖ erhobenen Umfrageergebnisse deuten jedoch nicht darauf hin. Laut der Umfrage der Wirtschaftskammer planen die KonsumentInnen in Österreich in diesem Jahr um rund zehn Euro weniger für Geschenke auszugeben, als noch im Vorjahr.

90 Prozent wollen zu Weihnachten Geschenke kaufen

Immerhin wollen 90 Prozent der über 15-Jährigen heuer auch Weihnachtsgeschenke kaufen. Dafür planen sie im Durchschnitt Ausgaben von 360 Euro und eine Anzahl von sieben Geschenken pro Konsument. Die beliebtesten Geschenke sind laut Umfrage weiterhin Bücher (41%).

Die Zahl der "Late-Shopper" - also jenen Konsumenten und Konsumentinnen, die erst kurz vor dem 24. Dezember Geschenke besorgen werden - ist leicht gesunken, wie die Wirtschaftskammer der Redaktion auf Anfrage mitteilte.

Bücher weiterhin beliebteste Geschenke

Die weiterhin beliebtesten Weihnachtsgeschenke sind auch in Österreich Bücher. 41 Prozent der Konsumenten, die zu Weihnachten Geschenke kaufen werden, wollen an Heiligabend Bücher schenken. Dahinter reihen sich Gutscheinen (38 Prozent) und Bekleidung beziehungsweise Textilien auf Platz 2 und 3 ein. Spielwaren werden laut Handelssparte in diesem Jahr Kosmetika im Ranking der beliebtesten Geschenke überholen. Bargeld liegt 2019 erst auf Platz 8. Nur 19 Prozent der Österreicher schenken dieses Jahr Geld.

Gutscheine und Bargeld werden in der Regel erst im neuen Jahr eingelöst. Nur 13 Prozent der Beschenkten geben gegenüber der WKÖ-Umfrage an, noch im Jahr 2019 die Wertgeschenke ausgeben zu wollen.

Online-Käufe dominieren auch das Weihnachtsgeschäft

Immer mehr Leute kaufen im Internet ein, wenngleich der stationäre Handel immer noch "den emotionalen Vorteil des Angreifens, Schmeckens, Fühlens und Riechens, also die haptische Komponente bietet", so die Handelsvertretung der Wirtschaftskammer im Interview mit Finanz.at.

Mehr als die Hälfte der Kaufkraft durch den Online-Handel fließt jedoch ins Ausland. "Damit gehen Steuern und Abgaben, Arbeitsplätze und die Stabilität des Ertrags für manche Händler verloren."

Erst Anfang November hatte die JKU Center of Retail and Consumer Research (CRCR) der Uni Linz eine Studie veröffentlicht, wonach ÖsterreicherInnen im Jahr 2019 rund zwei Milliarden Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben werden. Finanz.at hat berichtet.

Referenzen:

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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