04.06.2019, 09:00 Uhr | von | Finanzen

Das US-Justizministerium, die Federal Trade Commission (FTC) und die Wettbewerbsbehörden der Vereinigsten Staaten untersuchen derzeit die Tech-Giganten. Konkret geht es um deren Angebote, Geschäftspraktiken und besonders um die Marktmacht von Google, Facebook, Amazon und Apple. Das hat der US-Kongress angekündigt. Die Aktienkurse reagierten sofort und fielen deutlich.

US-Regierung untersucht Google, Facebook, Amazon und Apple: Aktienkurse fallen
Bild: bigstockphoto.com / bennymarty

Marktmacht im Visier der Behörden

Die Marktmacht der Tech-Giganten aus den USA werden von der Regierung und den Behörden der Vereinigsten Staaten untersucht. Das will die Nachrichtenagentur Reuters erfahren haben. So sollen der Google-Mutterkonzern Alphabet und Apple von den Justizbehörden und Facebook und Amazon von der FTC - der Federal Trade Comission, also der Branchenaufsicht - aufgrund ihrer Marktmacht geprüft werden. Konkret soll es um die Praktiken und Angebote der Technologieunternehmen gehen.

Anleger reagieren - Aktienkurse fallen

Die Anleger an der Börse reagieren auf diese Nachricht. Die Aktienkurse der Unternehmen fielen deutlich seit der Veröffentlichung der Untersuchung. Google und Facebook verloren rund sieben Prozentpunkte, Amazon fünf und Apple zwei. Experten vermuten, dass das noch nicht das Ende der Kursschwankungen sein könnten. Je nach Ergebnis der Untersuchungen durch die Kartellbehörden könnten sich die Kurse in den nächsten Tagen und Wochen weiter verändern.

Erst gestern hatte Apple auf der WWDC 2019 seine neuen Produkte vorgestellt. Das könnte dem Unternehmen in der zweite Jahreshälfte wieder stärkere Umsätze bescheren. Das könnte der Grund dafür sein, weshalb der Aktienkurs der Apple Inc. deutlich weniger verloren hat, als etwa jener von Google oder Facebook.

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Geschäftspraktiken unter der Lupe

Schon vor sechs Jahren wurden die Praktiken von Google dahingehend geprüft, ob die Suchmaschine in den Suchergebnissen eigene Produkte und Angebote bevorzugen würden. Damit würde der Suchmaschinenriese seine Marktmacht ausnutzen. Nun ermitteln die Kartellbehörden der USA erneut in weiteren Fällen. An diesen Praktiken stören sich Verbraucherschützer und Behörden schon länger. Vor wenigen Monaten erst wurde gegen Alphabet Inc. aufgrund des Missbrauchs in Googles Online-Werbung von der EU-Kommission Bußgeld von 1,5 Milliarden Euro verhängt. Weitere Strafzahlungen könnten demnach bald folgen.

Eine Zerschlagung der Konzerne durch das Kartellamt oder die US-Regierung scheint jedoch eher unrealistisch. Die Unternehmen werden vermutlich auch zukünftig lediglich Strafzahlungen leisten müssen. Fraglich ist, ob die Höhe der Zahlungen den Konzernen tatsächlich schmerzt. Immerhin zählen diese Techfirmen zu den teuersten und umsatzstärksten Marken weltweit.

Mehr Informationen: Börse

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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