26.06.2020, 09:30 Uhr | von | Steuern

Noch 2020 soll als vorgezogener Teil der Steuerreform die Lohnsteuer von 25 auf 20 Prozent gesenkt werden. Damit ist die unterste Lohnsteuerklasse betroffen. Das bringe laut Regierung bis zu 350 Euro mehr. Geringverdiener erhalten einmalig 100 Euro.

Steuersenkung auf 20 Prozent kommt - 350 Euro mehr bei Vollzeit
Bildquelle: Finanz.at | Finanzielle Hilfe für Unternehmen

Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bereits in der Vorwoche angekündigt, dass ein erster Teil der Steuerreform 2021 vorgezogen und noch im heurigen Jahr umgesetzt werden soll. Die betroffene Maßnahme sieht eine Reduktion der untersten Lohnsteuerklasse von 25 auf 20 Prozent vor. Das soll Vollzeitbeschäftigten immerhin bis zu 350 Euro mehr pro Jahr bringen, so die Berechnungen der Regierung.

Geringverdiener, die keine oder zu wenig Lohnsteuer bezahlen, um von dieser Senkung der Lohnsteuer profitieren zu können, erhalten eine Sozialversicherungsgutschrift von 100 Euro. Dem Bund kostet diese Maßnahme immerhin 1,6 Milliarden Euro an Steuergeld.

Damit wird ein Teil der von ÖVP und Grünen im Regierungsprogramm beschlossenen Steuerreform bereits 2020 umgesetzt. Weitere Teile werden 2021 folgen. Darin wird letztlich auch die Senkung der Lohnsteuertarife von 35 auf 30 Prozent, sowie von 42 auf 40 Prozent enthalten sein.

Lohnsteuertabelle neu ab 2021

Die Lohnsteuertablle wird sich bis 2021 wie folgt ändern:

Einkommen (von) Einkommen (bis) Steuersatz (aktuell) Steuersatz (neu)
0 Euro 11.000 Euro 0 % 0 %
11.000 Euro 18.000 Euro 25 % 20 %
18.000 Euro 31.000 Euro 35 % 30 %
31.000 Euro 60.000 Euro 42 % 40 %
60.000 Euro 90.000 Euro 48 % 48 %
90.000 Euro 1.000.000 Euro 50 % 50 %
1.000.000 Euro 55 % 55 %

Von dieser Steuerreduktion profitieren alle Arbeitnehmer in Österreich, die Lohnsteuer entrichten müssen.

An der geplanten Reform ab 2021 und 2022 zur Ökologisierung des Steuersystems hält die türkis-grüne Bundesregierung jedenfalls zeitlich und inhaltlich fest.

Erhöhung des Familienbonus Plus auf 1.750 Euro pro Jahr

Auch der Familienbonus soll von derzeit 1.500 Euro maximal pro Kind und Jahr auf 1.750 Euro angehoben werden. Erst diese Woche wurde bekannt, dass zusätzlich zum Kinderzuschuss aus dem Familienkrisenfonds auch die Novellierung des Familienbonus Plus angedacht sei.

Diese Novellierung betrifft das Zurücksetzen des bereits gestellten Antrags auf den Familienbonus, da aufgrund des niedrigeren Einkommens aufgrund von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit durch die Coronakrise die Höhe des Familienbonus sinken könnte. Durch die Möglichkeit den Antrag für 2020 erneut zu stellen, kann der besser verdienende Partner den Bonus beantragen und somit eine höhere Rückerstattung pro Kind erhalten.

Kinderzuschuss bringt 100 Euro pro Kind

Wie am Donnerstag berichtet, bringt der Kinderzuschuss 100 Euro pro Kind für jene Eltern, die derzeit Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder Sozialhilfe beziehen. Die Auszahlung erfolgt dabei automatisch ab 13. Juli 2020.

Für Bezieher von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe erfolgt die Auszahlung über den Bund, für Sozialhilfeempfänger über das jeweilige Land.

Mehr Informationen: Steuerreform

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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