27.01.2020, 10:45 Uhr | von | Steuern

Die geplante Steuerreform von ÖVP und Grünen soll im ersten Schritt eine Senkung der Lohnsteuer und eine Ökologisieurng der LKW-Maut und Pendlerpauschale beinhalten. Diese Maßnahmen sollen laut Schätzungen rund 1,6 Milliarden Euro kosten.

Steuerreform: Ökologisierung und Lohnsteuersenkung kosten 5,7 Milliarden Euro
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Senkung der Lohn- und Einkommensteuer bringt mehr Netto vom Brutto

Im Rahmen der Regierungsklausur von 29. bis 30. Januar 2020 in Krems soll die erste Etappe der Steuerreform besprochen werden. Weitere Details dazu sind noch nicht bekannt, jedoch sollen im Zuge der Ökologisierung und Entlastung als erste Maßnahmen die Lohnsteuersenkung und Neuregelung der Pendlerpauschale umgesetzt werden.

5,7 Milliarden Euro Gesamtkosten

Für die Steuerreform hat die Regierung noch keine konkreten Berechnungen vorgelegt. Viele Maßnahmen sollen konkret erst von einer installierten Taskforce ausgearbeitet werden. Experten kommen jedoch anhand der Zahlen der alten Regierung aus ÖVP und FPÖ auf ein Gesamtvolumen der Kosten von 5,7 Milliarden Euro. Die Lohnsteuersenkung war unter anderem bereits im alten Regierungsprogramm enthalten und soll besonders Arbeitnehmer und Familien mit kleinem und mittlerem Einkommen entlasten.

Wie das Institut für Wirtschaftsforschung EcoAustria errechnet, wird die Senkung der niedrigsten Lohnsteuerstufe von 25 auf 20 Prozent rund 1,6 Milliarden Euro kosten. Diese Maßnahme soll laut Bundesregierung als erste der neuen Steuerreform umgesetzt werden.

Im zweiten Schritt soll die Lohnsteuer weiter abgesenkt werden. Die Stufen zwei und drei sollen von 35 auf 30 Prozent und von 42 auf 40 Prozent reduziert werden, was wiederum 2,3 Milliarden Euro kosten wird. Die Senkung der Körperschaftsteuer von 25 Prozent derzeit auf zukünftig 21 Prozent wird dem Staat weitere 1,8 Milliarden Euro kosten.

Was die Lohnsteuersenkung im Zuge der der Steuerreform 2022 für Arbeitnehmer in Österreich bedeuten wird, hat Finanz.at bereits errechnet.

Die Kosten für eine Flugticketabgabe oder andere Maßnahmen zur Ökologisierung können noch nicht errechnet oder abgeschätzt werden.

Gegenfinanzierung noch unklar

Über die Gegenfinanzierung der geplanten Steuerreform ist noch nichts Konkretes bekannt. Laut Experten könnte ein stärkeres Wirtschaftswachstum, das auch durch die steuerlichen Entlastungen angekurbelt werden würden, einen großen Teil dazu beitragen.

Inwieweit neue Abgaben und Steuern, wie etwa eine höhere Pendlerpauschale, eine Flugticketabgabe oder andere, noch nicht konkret formulierte Maßnahmen die Kosten gegenfinanzieren könnten, bleibt weiter offen. Nach der Regierungsklausur könnte das seitens der türkis-grünen Bundesregierung deutlicher werden.

Mehr Informationen: Steuerreform

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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