30.01.2020, 10:35 Uhr | von | Steuern

Die Regierungsklausur der türkis-grünen Bundesregierung in Krems widmete sich der geplanten Steuerreform. Konkret wurden die ersten Maßnahmen für 2021 ausgearbeitet, die eine Steuerentlastung durch die Lohnsteuersenkung, aber auch Erhöhungen durch die Ökologisierung bringen.

Steuerreform: Diese Maßnahmen treten ab 2021 in Kraft
Bildquelle: BKA / Arno Melicharek | Regierungsklausur von ÖVP und Grüne in Krems

Am Mittwoch und Donnerstag wurde die Ökologisierung der Steuerreform und die Senkung der Lohnsteuer ab 2021 innerhalb der Bundesregierung aus ÖVP und Grünen beschlossen. Die ersten Schritte treten ab Januar 2021 in Kraft, müssen vorab aber noch final ausgearbeitet und dem Nationalrat zum Beschluss vorgelegt werden.

Erste Schritte der Steuerreform bringen Entlastung von bis zu 350 Euro

Konkret werden in der ersten Etappe folgende Maßnahmen umgesetzt:

Lohnsteuersenkung

Ab 01. Januar 2021 wird die erste Stufe der Lohnsteuertabelle von 25 Prozent auf 20 Prozent gesenkt. Das betrifft alle Einkommen zwischen 11.000 und 18.000 Euro pro Jahr. Profitieren werden davon alle 4,8 Millionen Steuerzahler in Österreich, aufgrund der progressiven Einkommensteuer. Innerhalb dieses Lohnsteuertarifs sind es immerhin 1,4 Millionen Kleinverdiener.

Ab 2022 werden auch die nächsten Stufen der Lohnsteuer von 35 Prozent für Einkommen von 18.000 Euro bis 31.000 Euro und von 42 Prozent auf 40 Prozent für Einkommen von 31.000 Euro bis 60.000 Euro gesenkt.

Wie viel pro Einkommen im Jahr nach Umsetzung der Lohnsteuersenkung auf alle Lohnsteuertarife Netto übrig bleibt, kann mit dem Online-Rechner zur Steuerreform auf Finanz.at errechnet werden. Ab 2021 sollen so bis zu 350 Euro mehr Netto vom Brutto durch die Lohnsteuersenkung bleiben.

Die neue Lohnsteuertablle soll wie folgt aussehen:

Einkommen (von) Einkommen (bis) Steuersatz (aktuell) Steuersatz (neu)
0 Euro 11.000 Euro 0 % 0 %
11.000 Euro 18.000 Euro 25 % 20 %
18.000 Euro 31.000 Euro 35 % 30 %
31.000 Euro 60.000 Euro 42 % 40 %
60.000 Euro 90.000 Euro 48 % 48 %
90.000 Euro 1.000.000 Euro 50 % 50 %
1.000.000 Euro 55 % 55 %

Erhöhung der NoVA

Die Normverbrauchsabgabe – kurz NoVA – wurde seit 01. Januar 2020 bereits neuberechnet und an die realen CO2-Werte nach WTLP-Messverfahren angepasst. Ab 2021 soll sie nochmals reformiert und für Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß ohne Deckelung durch eine neue CO2-Formel angepasst werden. Sie könnte für viele Fahrzeuge also teurer werden.

Pendlerpauschale

Ebenfalls von der Ökologisierung betroffen ist die Pendlerpauschales. Konkrete Maßnahmen sind noch nicht bekannt, sie soll jedoch Öffentliche Verkehrsmittel attraktiver machen. Auch hier ist bei hohem CO2-Ausstoß mit Teuerungen – also einer niedrigeren Pendlerpauschale als Absetzbetrag – zu rechnen.

Flugticketabgabe auf 12 Euro vereinheitlich

Die Flugticketabgabe wird auf 12 Euro pro Flugticket einheitlich umgesetzt, wodurch vor allem Kurzstrecken teurer werden. Dadurch erhofft man sich einen vermehrten Umstieg auf die Bahn und weniger Kurzstreckenflüge in Österreich.

Dieselpreis

Durch eine Anpassung des Dieselprivilegs soll der Dieselpreis erhöht und dadurch der österreichische Tanktourismus reduziert werden. Auch der LKW-Schwerverkehr ist davon betroffen. Derzeit ist die Mineralölsteuer auf Diesel um 8,5 Cent pro Liter niedriger als auf Benzin. Durch den Tanktourismus entstehen in Österreich laut Schätzungen rund eine Milliarde Euro an Einnahmen aus der Mineralölsteuer – die Gesamteinnahmen der MöSt. belaufen sich pro Jahr auf 4,5 Milliarden Euro. Diese könnten dadurch jedoch sinken könnten.

Lkw-Maut

Durch Prämien für CO2-arme oder -freie Dienstwagen sollen auch die LKW-Maut und das Dienstwagenprivileg ökologisiert werden.

Mehr Informationen: Steuerreform

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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