06.10.2019, 12:06 Uhr | von | Wirtschaft

Die österreichische Automobilindustrie muss einiges einstecken. Die ersten negativen Folgen diverser Vorkommnisse, wie Brexit, Dieselkrise und Handelskonflikte, sorgen nun auch bei Opel in Wien und Magna in Graz für Bedenken. 

Starker Rückgang in der Fahrzeugindustrie in Österreich bemerkbar
Bild: pixabay.com / webandi

Immer mehr schlechte Nachrichten gibt es aus der Automobilindustrie. Sei es die Reduktion des Schichtbetriebs von vier auf drei Schichten in der Nahtlosrohr-Produktion in Kindberg oder Zwangsurlaub in der Produktion des Voestalpine-Werks in Krieglach. Auch in Österreich verzeichnet man im Bereich der Fahrzeugindustrie erste Folgen des stagnierenden PKW-Absatzes. Bisher waren negativen Folgen kaum zu bemerken.

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 lag die Produktionsleistung mit 8,25 Milliarden Euro rund ein Fünftel über demselben Zeitraum des Vorjahrs. Dennoch sorgt die Auftragslage für Bedenken. Denn zur gleichen Zeit sind die Eingänge neuer Aufträge um beinahe 10% auf 30 Milliarden Euro gefallen.

Diese Situation ist vor allem auf den Ausstand von Folgeaufträgen der bereits auslaufenden Modellreihen zurückzuführen. Das Opel Getriebe- und Motorenwerk in Wien hofft, ebenso wie Magna in Graz auf die Erteilung weiterer Produktionsaufträge. Konzerninterne Zuteilung und Verhandlungen sind diesbezüglich derzeit noch nicht abgeschlossen. 

Magna in Graz hatte in den Jahren 2017/2018 unter der Zuhilfenahme des sogenannten Beschäftigungsbonus, einer staatlichen Unterstützung, rund 2.000 Mitarbeiter aufgenommen. Gleichzeitig läuft etwa der Fertigungsvertrag für den 5-er BMW aus. Über Ersatz, der nach dem Ablauf des Vertrags kommt, soll laut Angaben des Unternehmens noch verhandelt werden. Viele Mitarbeiter sind jedoch positiv gestimmt und hoffen auf den für das Jahr 2020 prognostizierten Handelsvolumen-Anstieg. Voraussetzung hierfür ist, dass US-Präsident Trump den Handelskonflikt nicht weiter verschärft. Denn diverse Streitigkeiten rund um den Zoll haben ihre Spuren hinterlassen. 

Dieter Siegel, der stellvertretende Obmann des Fachverbands Fahrzeugindustrie, meint, dass in Österreich Kurzarbeit zur Seltenheit bzw. Ausnahme geworden ist. Dennoch beginne man in der Industrie langsam eine gewisse Anspannung zu verspüren. Vor allem nach dem Sommer wäre eine Einschätzung besonders schwierig, meint Siegel weiter. Er sieht jedoch auch den Konjunkturabschwung, Brexit und die Handelskonflikte als eine für die Automobilindustrie schwer verdauliche Mischung.

aktualisiert: 06.10.2019, 18:43 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

Schlagwörter:

MagnaOpelAutomobilindustrieKonflikteArbeitsplätze

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