Budgetüberschuss: Staatsschulden sinken, Einnahmen und Abgabenquote steigen

01.10.2019, 10:30 Uhr | von | Steuern

Österreichs Staatsschulden sind 2018 um 1,6 Prozent gesunken. Die Mehreinnahmen für den Staatshaushalt kommen vor allem durch höhere Abgabenquoten für Arbeitnehmer und Unternehmen zustande.

Budgetüberschuss: Staatsschulden sinken, Einnahmen und Abgabenquote steigen
Bild: pixabay.com / Letti-S

Die österreichischen Staatsschulden sind im Jahr 2018 um 1,6 Prozent von 289,8 Milliarden Euro auf 285,3 Milliarden Euro gesunken (-4,5 Mrd. Euro). Das ergibt eine Pro-Kopf-Verschuldung von 32.531 Euro. Im Verhältnis zum BIP (Bruttoinlandsprodukt) sank die Verschuldung der Republik von 78,3 Prozent auf nur noch 74 Prozent.

Grund dafür dürfte jedoch nicht nur der Budgetüberschuss und damit auch die Mehreinnahmen im Staatshaushalt sein, sondern vor allem die Reduktion der Bankenhilfe. Der Schuldenstand für die Banken Kommunalkredit, Hypo Alpe Adria und ÖVAG betrug im Vorjahr insgesamt 8,2 Milliarden Euro, 2015 waren es noch 28,1 Milliarden Euro.

Der Schuldenstand pro Österreicher unterscheidet sich stark nach Bundesländern. In Kärnten liegt die Pro-Kopf-Verschuldung mit 6.647 Euro sehr hoch, hingegen in Tirol (1.358 Euro) oder Vorarlberg (2.222 Euro) vergleichsweise niedrig.

Mehr Steuereinnahmen für den Staat

Wie am Montag bekannt wurde, erzielte der Gesamtstaat bestehend aus Bund, Bundesländern und Sozialversicherungsträgern einen Budgetüberschuss von 0,2 Prozent (Finanz.at hat berichtet). Dieser Überschuss kommt auch durch die gestiegenen Mehreinnahmen im Staatshaushalt zustande. Die Einnahmen sind vor allem durch Einkommens- und Vermögenssteuern gewachsen.

Dieser Anstieg ist durch eine höhere Abgabenlast zu erklären. Unter der ÖVP-FPÖ-Regierung sind die Staatseinnahmen um 5,2 Prozent gestiegen. Verantwortlich dafür sind die gestiegenen Abgaben von Arbeitnehmern und Unternehmen an den Bund. So legten etwa die Einnahmen aus der Lohnsteuer um 7,1 Prozent zu. Auch die Abgaben über die Körperschaftssteuer sind um 15 Prozent angestiegen, was auch durch die höheren Gewinne der Unternehmen zu erklären ist.

Abgabenquote gestiegen

Die Abgabenquote ist im Jahr 2018 durch die gestiegenen Steuereinnahmen von 42,4 auf mindestens 42,8 Prozent gestiegen. Unter zusätzlicher Berücksichtigung von Dividenden beispielsweise könnte sich diese Quote sogar auf 48,8 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung erhöhen. Eine wichtige Rolle dabei spielt natürlich auch die kalte Progression. Trotz scheinbarer Übereinstimmung aller Parteien über die Abschaffung der kalten Progression während des Wahlkampfes konnte sich bisher im Nationalrat keine Mehrheit dazu finden.

Die Abgabenquote ist für den Staatshaushalt zwar sehr erfreulich, tragen jedoch vor allem die heimischen Arbeitnehmer und Unternehmen. Auch die steuerlichen Entlastungen der ehemaligen Bundesregierung aus ÖVP und FPÖ konnten diese Einnahmen nicht ausgleichen.

Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Salzburg
Bio: Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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BudgetüberschussStaatsschuldenStaatshaushaltAbgabenquote

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