15.10.2019, 16:05 Uhr | von | Wirtschaft

Das WIFO sieht kein Risiko für eine Ausweitung der Rezession in Österreich. Deutschland erleidet zwar eine technische Rezession, Österreich wird davor nur punktuell beeinflusst.

Deutschland leidet unter Rezession - Auswirkungen auf Österreich begrenzt
Bild: Finanz.at / pixabay.com (Montage)

Ähnlich, wie die OeNB, erwartet auch das Wirtschaftsforschungsinstitut keine Rezession in Österreich. Die Abschwächung der Konjunktur komme im Moment über den Außenhandel nach Österreich. "Dieser Effekt dürfte sich nächstes Jahr wieder stabilisieren, weil nicht zu erwarten ist, dass die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise rutscht. Die Inlandsnachfrage ist in Österreich immer noch sehr robust und stützt die Konjunktur", so Dr. Stefan Ederer vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO).

Technische Rezession in Deutschland

Deutschland befindet sich, laut Analyse des Makroökonoms, bereits technisch gesehen in einer Rezession, da das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal leicht geschrumpft ist und auch im dritten Quartal zurückgehen dürfte. "Von einer tiefen Krise ist jedoch noch keine Rede. Die Auswirkungen auf Österreich sind daher momentan noch beschränkt", erklärt Ederer.

Das Wachstum der österreichischen Exporte nach Deutschland hat sich zwar merklich verlangsamt, wodurch die österreichische Konjunktur geschwächt wird, solange die Weltwirtschaft jedoch nicht in eine Krise verfällt, wird die Konjunktur in Österreich weiterhin stabil bleiben.

Gegenmaßnahmen

Eine Rezession kann kurzfristig gemildert werden, wenn der Staat Ausgaben tätigt, die sofort nachfragewirksam werden. Dazu zählen etwa bereits geplante und beschlossene Investitionsvorhaben umzusetzen. Besonders hilfreich sind auch Programme zur Abfederung des Beschäftigungsrückgang. Bereits während der weltweiten Bankenkrise 2008 wurde etwa durch Kurzarbeit oder die Beschäftigung Langzeitarbeitsloser erfolgreich gegengesteuert. Auch alle Maßnahmen zur Entlastung von Einkommen sind in einer Phase der schwächeren Konjunktur durchaus wirksam.

"Im (hypothetischen) Fall einer tiefen Rezession würden sie aufgrund der hohen Unsicherheit und einer steigenden Arbeitslosigkeit wohl nur mehr wenig helfen", teilt Dr. Ederer (WIFO) auf Anfrage von Finanz.at mit. "Eine Rezession ist per Definition ein Schrumpfen der gesamtwirtschaftlichen Produktion. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, das Beschäftigungswachstum geht zurück und die Arbeitslosigkeit steigt. Zudem sinken die Staatseinnahmen und die Inflation sinkt tendenziell. Je nachdem, wie lange eine Rezession ausfällt, können sich selbst verstärkende Effekte über eine steigende Unsicherheit und fallende Einkommen stärker ausfallen, und die Rezession dadurch noch verlängern."

Mario Schantl
Email: ms@finanz.at
Redakteur, Ressort-Leiter Immobilien
Experte für Immobilien und Finanzierung
Redaktion | Kontakt | Steiermark
Mario Schantl ist Experte für Finanzierungen und Immobilien und berichtet als Redakteur auf Finanz.at über Nachrichten und Sachverhalte.

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