04.10.2019, 22:23 Uhr | von | Wirtschaft

Die größte Übernahme der österreichischen Wirtschaftsgeschichte ist nicht geglückt. Der steirische Sensor- und Chiphersteller ams AG wird den deutschen Leuchten-Hersteller OSRAM nicht übernehmen.

OSRAM-Übernahme durch ams AG gescheitert
Bild: pixabay.com / rawpixel

Der steirische Sensor- und Chiphersteller ams AG plante das wirtschaftlich angeschlagene, deutsche Unternehmen OSRAM zu übernehmen. Nicht nur der Vorstand des Unternehmens, sondern auch die IG Metall haben bis zuletzt starken Gegenwind erzeugt. Schlussendlich führte dies dazu, dass die ams AG OSRAM nicht übernehmen konnte.

Alle Beteiligten waren bis zuletzt gespannt, wie die Situation enden würde. Die steirische Firma ams hatte verkündet, dass der Plan scheitern würde, wenn nicht mindestens 62,50 Prozent aller OSRAM-Aktionäre zustimmen würden, ihre Anteile abzutreten. Nur 51,60 Prozent folgten den Plänen der ams AG, sodass die Übernahme nicht erfolgte.

Wochenlange Diskussionen hatten zur Folge, dass viele Privatanleger verunsichert wurden. Ungefähr ein Viertel aller OSRAM Aktien werden von Privatmenschen gehalten. Es wurden nicht nur Plakate, sondern auch Radio-Spots eingesetzt, um sicherzustellen, dass Privatanleger ihren Anteil nicht an ams abtreten würden.

Die steirische ams kaufte einstweilen selbst kräftig ein. Bereits bevor die Angebotsfrist abgelaufen war, wurde die ams AG als Inhaber von rund 20 Prozent der Aktien zum größten Anteilseigner. Diese Aktien sollen geschätzt mindestens 674 Millionen Euro gekostet haben. Dennoch ist es damit für andere Interessenten nicht mehr möglich, an die Mehrheit der Aktien der Firma OSRAM zu kommen. Würden alle Aktien erfolgreich übernommen werden, würde dies eine Gesamtsumme von 4,5 Milliarden Euro ausmachen. Dies wäre nicht nur ein Erfolg für ams, sondern gleichzeitig auch ein Rekord der österreichischen Wirtschaftsgeschichte für die größte Übernahme eines heimischen Unternehmens gewesen.

Als „strategisch überzeugend“ wird der Zusammenschluss der beiden Firmen seitens ams gesehen. Dies ist nicht zuletzt deswegen der Fall, da eine Übernahme von OSRAM die Entstehung eines weltweit führenden Anbieters von Photonik- und Sensorik-Lösungen bedeuten könnte. Aus diesem Grund versucht die ams AG auch weiterhin nach Wegen zu suchen, wie die Übernahme doch noch über die Bühne gehen könnte.

Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

Schlagwörter:

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