Drei Millionen Anträge: Lohnsteuerausgleich für 2016 nur noch bis Jahresende

Laut Angaben des BMF sind heuer bereits drei Millionen Lohnsteuerausgleiche beim Finanzamt durchgeführt worden. Wer die Arbeitnehmerveranlagung für 2016 noch nicht eingereicht hat, hat dafür noch bis Jahresende Zeit.

04.11.2021, 10:06 Uhr von
Arbeitnehmerveranlagung bei österreichischen Finanzamt durchführen
Bildquelle: Finanz.at (Montage) / Arbeitnehmerveranlagung bei österreichischen Finanzamt durchführen

Bereits drei Millionen Lohnsteuerausgleiche durchgeführt

Der Lohnsteuerausgleich, wie die Arbeitnehmerveranlagung (AVN) umgangssprachlich auch genannt wird, wird ab Juli - sofern nicht zuvor manuell eingereicht - automatisch für alle Bürger erstellt. Bis August 2021 wurden bereits mehr als 3 Millionen Anträge eingebracht. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr waren es rund 3,5 Millionen Anträge.

Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer habe sich trotz der vielen Veranlagungen durch die Reform der Finanzverwaltung um zwei Tage reduziert, so das BMF. Finanz.at hat berichtet.

Das sehen jedoch nicht alle Bürger so. Viele Arbeitnehmer klagen weiterhin über lange Bearbeitungszeiten für Lohnsteuerausgleiche oder andere Anträge.

Geld vom Finanzamt zurückholen

Noch bis Jahresende kann der Lohnsteuerausgleich beim Finanzamt rückwirkend bis zum Jahr 2016 durchgeführt werden. Ab 01. Januar 2022 läuft die Frist für das Jahr 2016 ab. Wer also seine Arbeitnehmerveranlagung für diesen Zeitraum noch nicht durchgeführt hat, kann das noch bis Jahresende erledigen.

Alle Infos zum Lohnsteuerausgleich findet man hier auf Finanz.at.

Steuerausgleich für 2016 nur noch bis Jahresende möglich

Da die antragslose Arbeitnehmerveranlagung - also der automatische Lohnsteuerausgleich ohne eigens ausgefüllten Antrag seitens des Antragstellers - erst mit 2017 in Kraft getreten ist, muss für das Jahr 2015 und 2016 noch ein ausgefüllten Formular direkt beim Finanzamt eingebracht werden. Die Arbeitnehmerveranlagung wird mittels Formular L1 und Beilagen durchgeführt. Diese Formulare können persönlich beim Finanzamt abgegeben oder via FinanzOnline elektronisch übermittelt werden.

Wer den Steuerausgleich für 2016 noch nicht durchgeführt hat, könnte sich einige Hundert Euro an Steuerrückzahlung entgehen lassen. Beim Finanzamt bleiben Schätzungen zufolge jedes Jahr mehrere Millionen Euro liegen, die sich aus nicht durchgeführten Arbeitnehmerveranlagungen zusammensetzen.

Durchschnittlich rund 560 Euro pro Arbeitnehmer

Wie viel Geld aufgrund nicht durchgeführter Arbeitnehmerveranlagungen dem Fiskus "geschenkt" wird, ist offiziell nicht bekannt. Experten zufolge dürfte es sich in den Zeiten vor der antragslosen Veranlagung um hohe Millionenbeträge handeln. Die durchschnittliche Höhe der Rückzahlungen durch das Finanzamt beträgt pro Arbeitnehmer etwa 560 Euro. Laut Experten könne man "diese Zahl jedoch nicht seriös berechnen, weil etwaige Abschreibposten nicht bekannt sind". Jedenfalls gehe es laut BMF doch um viele Millionen Euro.

Ab 2022 kann auch für das Jahr 2021 ein Steuerausgleich beim Finanzamt durchgeführt werden. Man sollte zuvor jedoch die Höhe der Aus- oder möglicherweise auch Rückzahlung an die Finanz im FinanzOnline-Konto unverbindlich berechnen. So kann man feststellen, ob sich der Lohnsteuerausgleich für das veranlagte Jahr tatsächlich lohnt.

Wer bis 01. Juli 2021 keinen Steuerausgleich selbst durchführt hat und nicht in die Pflichtveranlagung fällt, für den wird seitens des Finanzamts eine antragslose Arbeitnehmerveranlagung automatisch durchgeführt.

Mehr Informationen: Lohnsteuerausgleich

aktualisiert: 04.11.2021, 10:08 Uhr
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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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