04.12.2019, 17:30 Uhr | von | Steuern

Noch bis 31. Dezember können Arbeitnehmer in Österreich ihre Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2014 durchführen. Ab 2020 ist der Lohnsteuerausgleich auch für das Jahr 2019 möglich.

Lohnsteuerausgleich für das Jahr 2014 nur noch bis 31. Dezember möglich
Bild: Finanz.at (Montage) | Arbeitnehmerveranlagung bei österreichischen Finanzamt durchführen

Der Lohnsteuerausgleich ist in Österreich immer fünf Jahre rückwirkend möglich. Das bedeutet, dass ein Steuerausgleich für 2014 nur noch bis 31. Dezember 2019 möglich ist.

Die Arbeitnehmerveranlagung kann entweder direkt über das elektronische Finanzportal FinanzOnline oder persönlich beziehungsweise per Post beim Finanzamt eingebracht werden.

Antragslose Arbeitnehmerveranlagung erst ab Juli

Seit 2017 kann die Arbeitnehmerveranlagung auch antragslos durchgeführt werden. Das bedeutet, dass für Arbeitnehmer, die bis zur Jahreshälfte keinen manuellen Antrag selbst beim Finanzamt einbringen, dieser automatisch durchgeführt wird.

Das bedeutet, dass ab Juli 2020 die antragslose Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2019 durchgeführt wird. Dabei werden die Werbungskosten und Sonderausgaben der letzten Jahre berücksichtigt. Sollten sich hierbei 2019 Änderungen ergeben haben, kann man diese durch eine manuelle Veranlagung bekanntgeben.

Von der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung ausgenommen sind Arbeitnehmer, die in die Pflichtveranlagung fallen. Sie müssen in jedem Fall einen manuellen Antrag einbringen.

Durch die automatisch durchgeführte antragslose Arbeitnehmerveranlagung konnte die Durchführungsdauer der Anträge bereits deutlich reduziert werden.

Umfrage

Eine Umfrage von Finanz.at ergab, dass 63,4 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer, die Anspruch auf den Steuerausgleich für das Jahr 2014 haben, ihre Erklärung beim Finanzamt bereits durchgeführt haben.

Das bedeutet umgekehrt auch, dass in den letzten Wochen vor dem 31. Dezember 2019 mit 36,6 Prozent noch eine Vielzahl an Anträgen beim Finanzamt eingebracht werden können.

Nicht durchgeführte Veranlagungen

Wie viel Geld aufgrund nicht durchgeführter Arbeitnehmerveranlagungen dem Fiskus "geschenkt" wird, ist offiziell nicht bekannt. Experten zufolge dürfte es sich in den Zeiten vor der antragslosen Veranlagung um hohe Millionenbeträge handeln. Andere Schätzungen gehen sogar in die Milliarden. Von Seiten des Bundesfinanzministeriums wollte man auf Anfrage von Finanz.at bislang keine Zahlen dazu nennen.

Die durchschnittliche Höhe der Rückzahlungen durch das Finanzamt beträgt pro Arbeitnehmer etwa 560 Euro. Bereits 2016 bestätigte man seitens BMF auf Anfrage der SN "man könne diese Zahl nicht seriös berechnen, weil etwaige Abschreibposten nicht bekannt sind". Jedenfalls gehe es laut BMF jedoch um viele Millionen Euro.

Familienbonus erst ab 2020 erstmals möglich

Mit der Arbeitnehmerveranlagung 2020 kann erstmals auch der Familienbonus beantragt werden. Die im Januar 2019 eingeführte Steuererleichterung für Familien kann - wenn nicht bereits über den Arbeitgeber direkt geltend gemacht - im Zuge des Steuerausgleichs für das heurige Jahr durchgeführt werden.

Bisher konnte das Bundesfinanzministerium keine konkrete Zahlen zur Beantragung des Familienbonus Plus erheben. 

"Da es keine unterjährige Übermittlungspflicht der Lohnzetteldaten durch Unternehmen an die Finanzverwaltung gibt, sondern diese erst immer im Nachhinein - also nach Ablauf des Kalenderjahres - übermittelt werden, kann frühestens nach Ablauf des ersten Quartals 2020 rückwirkend festgestellt werden, wie viele Personen den Familienbonus Plus im Rahmen der Lohnverrechnung direkt über ihren Arbeitgeber in Anspruch genommen haben", erklärt Mag. Johannes Pasquali, Sprecher Bundesministeriums für Finanzen, auf exklusive Anfrage von Finanz.at.

Auch zu den Anspruchberechtigten fehlen dem BMF noch konkreten Daten, wie Pasquali weiter erläutert:

"Auch hinsichtlich der Anzahl der anspruchsberechtigten Personen kann erst bei Vorliegen der Lohnzetteldaten beziehungsweise der Daten aus der Steuererklärung eine genaue Aussage getroffen werden."

Für einen Antrag wird dem Formular L1 das zusätzliche Formular L1k beigefügt. Voraussetzung dafür ist der Bezug der Familienbeihilfe für mindestens ein Kind. Diese muss für wenigstens sechs Monate im Jahr 2019 aktiv bezogen worden sein.

Mehr Informationen: Lohnsteuerausgleich

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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