12.11.2020, 13:00 Uhr | von | Arbeitnehmer
Neuer Leitfaden für Home Office sorgt für Gelächter
Bildquelle: Finanz.at | Home Office

Das Bundesminiterium für Arbeit, Familie und Jugend, geführt von Ministerium Christine Aschbacher (ÖVP) sorgt derzeit für große Verwunderung. Rechtliche Rahmenbedingungen sollen bis März 2021 ausgearbeitet werden.

Im Leitfaden für das Arbeiten von Zuhause heißt es etwa unter dem Kapitel "Checkliste: Ergonomische Gestaltung von Telearbeitsplätzen", der Arbeitsplatz solle ausreichend groß sein, der Raum über eine Größe 8,0 m² verfügen und die Raumhöhe mindestens 2,5m aufweisen. Ebenfalls vorgeschlagen wird eine ausreichende "Bewegungsfläche an der Sesselseite von etwa 1,5m mal 1,0 m".

Arbeitsplatz soll nicht "über Leiter" erreichbar sein

Die Checkliste umfasst weiter die empfohlene Anordnung der Möbel, der Arbeitsgeräte (PC, Bildschirm) und den Lichteinfall durch das Fenster. Der Zugang zum Arbeitsplatz soll "sicher und bequem" erfolgen können und der Raum nur über "normale Gänge und Treppen (keine Leitern) erreichbar sein". Weitere Empfehlungen betreffen unter anderem auch die Vorhänge oder die Tiefe der Tastatur am Schreibtisch.

Im Netz sorgen diese Empfehlungen für große Verwunderung und Gelächter. Einige Twitter-Nutzer sprechen von Satire. Der Leitfaden ist jedoch offiziell auf der Webseite des Arbeitsministerium unter www.bmafj.gv.at abrufbar.

Leitfaden Home Office - bmafj.gv.at
Leitfaden Home Office (bmafj.gv.at)

Ist das Satire?

Auf Twitter machen sich viele Nutzer über die Empfehlungen im Leitfaden lustig:

"Der Geräuschpegel im Raum und Geräusche, die von außen in den Raum dringen, sollten so leise sein, dass die Konzentration nicht gestört wird. Alle Eltern: HAHA", schreibt eine Nutzerin.

"Aschbach-Vorschlag für Homeoffice. Und nein, keine Satire.", schrieb diese Nutzerin und teilte Leitfaden via Twitter.

"Der Raum sollte NICHT über Leiter erreichbar sein... Aschbach direkt aus dem Dschungelcamp...", so ein weiterer Twitter-Nutzer.

Die Vorschläge in diesem Dokument sind keine gesetzlichen Parameter oder Richtlinien, sollen aber als Empfehlungen von allen Arbeitnehmern im Home Office beherzigt werden. Es soll "eine effiziente, sichere und gesunde Arbeit möglich sein, bei der sich Beschäftigte bei der Arbeit wohlfühlen.", heißt es in diesem Papier.

Gesetzlicher Rahmen erst im März 2021

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Arbeiten im Home Office sollen bis März 2021 von einer eigens dafür eingerichteten Task Force erarbeitet werden. Auch an diesem Zeitplan gab es bereits heftige Kritik. Man habe den Sommer über genügend Zeit gehabt, um die rechtlichen Voraussetzung dafür zu klären, kritisierte etwa die Opposition.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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