22.07.2020, 16:00 Uhr | von | Arbeitnehmer
Neues Modell für Kurzarbeit kommt
Bildquelle: pixabay.com / MichaelGaida

Die Sozialpartner verhandeln derzeit ein neues Modell für die Kurzarbeit. Das bisherige Modell wird im September auslaufen. Eine Einigung könnte diese Woche erfolgen.

Aktuell beraten die Sozialpartner über das neue Kurzarbeitsmodell, das letztlich dem Ministerrat vorgelegt werden wird. Grund dafür ist, dass das bisherige Corona-Kurzarbeitsmodell mit September auslaufen wird. Bis Ende Juli soll eine Einigung zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreten erfolgen.

Mögliche Änderungen am Kurzarbeitsmodell

Diese Änderungen und Vorschläge liegen auf dem Tisch:

Arbeitnehmervertreter fordern weiterhin einen Verdienst von mindestens 80 Prozent des ursprünglichen Gehalts, unabhängig davon, wie hoch die Kurzarbeit ausfällt. Eine Änderung könnte es auch bei der Mindeststundenzahl für Arbeitnehmer in Kurzarbeit geben. Sie soll von derzeit mindestens zehn auf zukünftig 20 Prozent erhöht werden. Auch eine Abänderung auf mindestens 40 Prozent soll zur Diskussion stehen.

Arbeitgebervertreter fordern eine Fortbildungspflicht für Arbeitnehmer während der freien Zeit. Die Lohnnebenkosten der Dienstgeber könnten dabei zukünftig vom Wifi, AMS oder BFI übernommen werden und nicht mehr gänzlich vom Staat. Die Fortbildungspflicht soll ab einer Kurzarbeit von weniger als 70 Prozent der ursprünglichen Arbeitszeit schlagend werden.

Man rechnet jedenfalls damit, dass das neue Kurzarbeitsmodell weniger großzügig ausfallen wird, als es bisher der Fall gewesen ist.

Immer noch 450.000 Dienstnehmer in Kurzarbeit

Derzeit sind mehr als 450.000 Personen in Österreich in Kurzarbeit gemeldet. Die Zahl ist erst in der vergangenen Wochen wieder um rund 50.000 Dienstnehmer im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Dieser Anstieg ist damit zu begründen, dass Unternehmen auch rückwirkend Verlängerungsanträge stellen könnten.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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