Innovationsförderung: Die Forschungsförderung für Starups und Jungunternehmer

25.06.2019, 09:45 Uhr | von | Finanzen

Österreich gilt zwar gemeinhin als unternehmerfreundliches Land, bei Förderungen und finanzieller Unterstützung gibt es im internationalen Vergleich laut Experten jedoch noch immer Aufholbedarf. Die Innovationsförderung beziehungsweise die Forschungsförderung etwa soll Unternehmen und besonders auch Startups dabei helfen, durch finanzielle Unterstützung Neuheiten in ihren Märkte umzusetzen und sicher an ihren Forschungen arbeiten zu können. Dennoch scheitern innovative Unternehmen heute noch immer am nötigen Kapital.

Innovationsförderung: Die Forschungsförderung für Starups und Jungunternehmer
Bild: pixabay.com / jarmoluk

Investitionen in Zukunftstechnologien sind für die Weiterentwicklung einer Wirtschaftsnation wichtig. Viele dieser Forschungsprojekte erfordern einen großen finanziellen Aufwand, ohne dass es dabei absehbar ist, dass aus den Forschungsergebnissen am Ende marktreife Produkte werden. Für ein einzelnes Unternehmen ist es ein hohes Risiko, wenn es große Teile seiner Finanzierungsmittel für den Betrieb des Unternehmens in ein einzelnes Forschungsprojekt investieren müsste, dessen Ergebnis am Beginn der Forschung noch unbestimmt ist.

Damit in Österreich kein Stillstand im Bereich Forschung und Entwicklung entsteht, gibt es staatliche Anreize, damit österreichische Betriebe ihre Aktivitäten im Forschungsbereich vorantreiben können.

Vor allem bei Neugründungen und Starups besteht sehr viel Bedarf an finanzieller Unterstützung. Ex- Bundeskanzler und Neo-Investor Christian Kern kennt die Startup-Szene. Zur aktuellen Situation in Österreich sagt er: "Es ist besser geworden, aber es reicht bei weitem nicht." Österreich hinke im internationalen Vergleich noch immer hinterher in Sachen Innovations Förderung und Unterstützung für Jungunternehmen. "Das Startup-Paket, die Erhöhung der Forschungsprämie für Unternehmen, die F&E in Österreich betreiben, die Rekordinvestitionen in Infrastruktur und die Jobprogramme wie die Aktion 20.000 oder der Jobbonus haben die Konjunktur belebt und geholfen, dass wir Deutschland überholt haben. Aber wir brauchen noch viel mehr an strukturierter Unterstützung für Startups und Innovatoren.", so Kern im Interview Finanz.at.

Diese staatlichen Stellen sind Ansprechpartner bei der Innovations- und Forschungsförderungen in Österreich:

Im Rahmen der Innovations- und Forschungsförderung gibt es viele unterschiedliche Programme, die vom Bund, den Ländern und der Europäischen Union als Träger ausgereicht werden. Es werden beispielsweise Forschungsprojekte im Bereich innovativer Technologien staatlich gefördert. Neue E-Business Anwendungen und Investitionen in Informationstechnologien werden durch diese Förderprogramme unterstützt.

Die staatlichen Förderstellen bieten finanzielle Hilfen in jeder Phase eines Entwicklungsprojektes an. Diese Unterstützung geht oft über die reine Bereitstellung von Finanzmitteln hinaus. Die Förderexperten der Wirtschaftskammern beraten forschende Unternehmen auch im Rahmen einer Unternehmensberatung über die Ausschöpfung staatlicher Hilfen und sind beim Ausfüllen der Förderanträge behilflich.

Genehmigung

Gefördert werden vor allem Einzelprojekte von Unternehmen im Bereich innovativer Technologien. Hier ist der Unternehmer der alleinige Antragsteller. Er verpflichtet sich per Fördervertrag zur Durchführung des zu fördernden Projektes und verpflichtet sich die Förderbedingungen der staatlichen Förderstelle einzuhalten. Bei der Durchführung des Innovationsprojektes ist der Unternehmer der alleinige Träger des Projektrisikos.

Ein weiterer Schwerpunkt der Innovationsförderung ist die Projektfinanzierung mit staatlichen Hilfsmitteln für Projekte, an denen mehrere Unternehmen beteiligt sind. Bei dieser Form der Innovationsförderung sind mehrere Partner an einem Förderprojekt beteiligt und an die Förderbedingungen gebunden. Hier trägt jeder Partner des Projektes das Risiko für den Teil des Projektes, für den er verantwortlich ist.

Formen der Innovations- und Forschungsförderung

Für Einzelprojekte gibt es die folgenden Innovationsförderungen der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG):

FFG-Innovationsscheck

  • Was wird gefördert: Leistungen von F&E Einrichtungen für KMU
  • Art und Höhe: Scheck in Höhe von EUR 10.000 Förderbare Gesamtkosten 12.500 Euro abzüglich 20 % Selbstbehalt
  • Förderwahrscheinlichkeit: hoch
  • Förderbereich: Forschung und Entwicklung
  • Antragskomplexität: niedrig
  • Bearbeitungszeit: 3 Wochen im Durchschnitt

FFG-Feasibility Study

  • Was wird gefördert: Machbarkeitsstudien von F&E-Einrichtungen für KMU
  • Art und Höhe: Zuschuss von bis zu 60 % des Projektes, maximal EUR 48.000
  • Förderwahrscheinlichkeit: hoch
  • Förderbereich: Forschung & Entwicklung
  • Antragskomplexität: niedrig
  • Bearbeitungszeit: 6 Wochen im Durchschnitt

FFG-Projekt.Start

  • Was wird gefördert: Antragsbearbeitung im FFG Programm
  • Art und Höhe: Zuschuss 60 % des Antragsvolumens, maximal EUR 6.000
  • Förderwahrscheinlichkeit: hoch
  • Förderbereich: Forschung & Entwicklung
  • Antragskomplexität: niedrig
  • Bearbeitungszeit: 6 Wochen im Durchschnitt

FFG-Basisprogramm

  • Was wird gefördert: Umsetzung von betrieblichen Innovationsvorhaben
  • Art und Höhe: Mix aus Darlehen und Zuschuss bis maximal 50 % des Fördervolumens
  • Förderwahrscheinlichkeit: mittel
  • Förderbereich: Forschung & Entwicklung
  • Antragskomplexität: mittel
  • Bearbeitungszeit: 8-10 Wochen im Durchschnitt

FFG-Patent.Scheck

  • Was wird gefördert: Sicherung von Schutzrechten
  • Art und Höhe: Zuschuss bis 80 % des Fördervolumens, maximal EUR 10.000
  • Förderwahrscheinlichkeit: hoch
  • Förderbereich: Forschung & Entwicklung
  • Antragskomplexität: niedrig
  • Bearbeitungszeit: 4 Wochen im Durchschnitt

aws-Garantien für Innovation und Wachstum

  • Was wird gefördert: Investitionsprojekte von KMU, auch für Innovation von Verfahren und Abläufen
  • Art und Höhe: Garantien bis zu EUR 25.000.000
  • Förderwahrscheinlichkeit: mittel
  • Förderbereich: Wachstum
  • Antragskomplexität: mittel
  • Bearbeitungszeit: 3-4 Wochen im Durchschnitt

BMF-Forschungsprämie

  • Was wird gefördert: Prämie für F&E-Projekte
  • Art und Höhe: 14 % der Forschungsaufwendungen eines Geschäftsjahres
  • Förderwahrscheinlichkeit: hoch
  • Förderbereich: Forschung & Entwicklung
  • Antragskomplexität: niedrig
  • Bearbeitungszeit: 2 Monate im Durchschnitt

KMU-Instrument - Horizon 2020

  • Was wird gefördert: Innovationsprojekte mit europäischem Mehrwert
  • Art und Höhe: 70 % des Projektvolumens als Zuschuss
  • Förderwahrscheinlichkeit: gering
  • Förderbereich: Forschung und Entwicklung, Demonstration, Wachstum
  • Antragskomplexität: hoch
  • Bearbeitungszeit: 3 Monate im Durchschnitt

Kooperationsprojekte

Für Kooperationsprojekte gibt es die folgenden Innovationsförderungen:

Eurostars

  • Was wird gefördert: Umsetzung von betrieblichen Innovationsvorhaben
  • Art und Höhe: 40-60 % der Fördersumme als Zuschuss
  • Förderwahrscheinlichkeit: niedrig
  • Förderbereich: Forschung & Entwicklung
  • Antragskomplexität: hoch
  • Bearbeitungszeit: 4 Monate im Durchschnitt

EUREKA mit Förderung über FFG-Basisprogramme

  • Was wird gefördert: Umsetzung von betrieblichen Innovationsvorhaben
  • Art und Höhe: 40-60 % der Fördersumme als Zuschuss
  • Förderwahrscheinlichkeit: mittel
  • Förderbereich: Forschung & Entwicklung
  • Antragskomplexität: mittel
  • Bearbeitungszeit: 8-12 Wochen im Durchschnitt
  • Antragstellung und Auszahlung

Für die Antragstellung gelten je nach Förderprogramm unterschiedliche Richtlinien. Beste Chancen auf die Genehmigung mit anschließender Auszahlung der Fördermittel hat ein Antrag, der das zu fördernde Projekt präzise beschreibt und nachvollziehbar ist. Alle im Förderantrag gestellten Fragen müssen vollständig beantwortet sein.

Mehr Informationen: Förderung

Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
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Bio: Daniel Herndler ist Herausgeber und Chef-Redakteur von Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Themen Steuern, Arbeitnehmer und Wirtschaft.

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